Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

05.03.2012

10:23 Uhr

Mehr Unabhängigkeit

Wacker Chemie stockt Kaugummi-Fertigung auf

Das Unternehmen Wacker Chemie will sein Geschäft mit Kaugummi-Rohstoffen ausbauen. Der Konzern investiert 40 Millionen Euro - damit möchte sich der Konzern unabhängiger von der Solarbranche machen.

Wacker ist der weltweit größte Produzent der klebrigen Masse. dpa

Wacker ist der weltweit größte Produzent der klebrigen Masse.

MünchenDer Spezialchemiekonzern Wacker will sich unabhängiger von der kriselnden Solarbranche machen: Die Münchener stocken ihre Fertigung von Kaugummi-Ausgangsstoffen auf. Das Unternehmen investiere 40 Millionen Euro in den Ausbau seines chinesischen Polymer-Standorts in Nanjing, teilte Wacker am Montag mit. Es entstehe eine neue Fabrik für Polyvinylacetat-Harze, die der Ausgangsstoff für Kaugummi sind.

Wacker ist der weltweit größte Produzent der klebrigen Masse. Zudem soll bis Mitte kommenden Jahres die Jahreskapazität für spezielle Polymer-Dispersionen auf 120.000 Tonnen verdoppelt werden. Die Produkte kommen vor allem in der Bau-, Beschichtungs- und Klebstoffindustrie zum Einsatz.

Mit den Investitionen stärkt Wacker sein Geschäft abseits der Silizium-Produkte, die bislang stark im Fokus der Anleger standen. Am Kapitalmarkt waren die Wacker-Aktien zuletzt unter Druck geraten, da das Unternehmen die Folgen der Solarkrise zu spüren bekommt. Die Münchener sind der weltweit zweitgrößte Hersteller von hochreinem Silizium für die Halbleiter- und Photovolatikindustrie. Solarkunden hatten angesichts fallender Preise, starker Konkurrenz und geringerer Förderung begonnen, ihre Lieferverträge mit Wacker neu zu verhandeln.

Von

rtr

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

vandale

05.03.2012, 12:15 Uhr

Wacker hat Schwerpunkte im Bereich des Siliziums für Solarzellen und Elektronikchips.

Solarzellen sind rein von religiös motivierten Subventionen in den Altindutriestaaten getrieben und so dürfte dieser Bereich angesichts der zunehmend schwindenden finanziellen Leistungsfähigkeit dieser Länder in Schwierigkeiten geraten.

Das Wachstum der Mikroelektronik hat sich abgeflacht. Es werden immer mehr Funktionen auf der gleichen Chipfläche realisiert. Somit dürfte auch dieser Bereich eher stagnieren.

Daneben hat Wacker jedoch auch andere Produkte/Anwendungen im Portfolio. Silikonprodukte für den Bau, für die Automobilindustrie... Entscheidend dürfte sein wie schnell es gelingt sich von der Abhängigkeit der Solar- und der Mikroelektronik zu befreien. Ein wichtiger, allerdings bedauerlicher Schritt dürfte eine Abkehr vom Produktionsstandort Deutschland aufgrund der hohen Energiekosten sein.

Aktuell ist Wacker ein Wert in einer Transitionsphase.

Vandale

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×