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21.02.2014

10:14 Uhr

Mehrheitseigner

RAG-Stiftung sieht Evonik auf Kurs

Die RAG-Stiftung kommt für die Folgekosten des auslaufenden subventionierten Steinkohleabbaus in Deutschland auf. Derzeit sind die Evonik-Dividenden ihre Haupteinnahmequelle – und die sprudelt, trotz schwieriger Zeiten.

Die Essener Firmenzentrale von Evonik: Der Chef der RAG-Stiftung, Werner Müller, rechnet damit, dass Evonik für das vergangene Jahr eine zumindest stabile Dividende zahlen wird. dpa

Die Essener Firmenzentrale von Evonik: Der Chef der RAG-Stiftung, Werner Müller, rechnet damit, dass Evonik für das vergangene Jahr eine zumindest stabile Dividende zahlen wird.

DüsseldorfDer Essener Spezialchemiekonzern Evonik ist seinem Mehrheitseigner RAG-Stiftung zufolge gut durchs Jahr 2013 gekommen und wird eine Dividende ausschütten. Evonik habe sich 2013 in einem schwierigen Umfeld „sehr gut geschlagen“, sagte der Chef der RAG-Stiftung, Werner Müller, am Donnerstagabend vor der „Wirtschaftspublizistischen Vereinigung“ in Düsseldorf. Die Dividendenzahlung Evoniks sei damit gesichert. Er hatte bereits gesagt, er rechne damit, dass Evonik für das vergangene Jahr eine zumindest stabile Dividende zahlen werde. 2012 hatten die Evonik-Aktionäre 0,92 Euro je Aktie erhalten.

Die RAG-Stiftung hält knapp 68 Prozent an dem Chemieriesen und will diesen Anteil langfristig vermindern. Die Stiftung sei zu stark auf die Chemie ausgerichtet, machte Müller deutlich. Es gebe für sie „ein gewisses Klumpenrisiko“. Es sei „nicht unvernünftig, dieses Risiko zu vermindern“. Eine Verringerung des Anteils werde aber nur langfristig geschehen, aktuell gebe es keine Verkaufspläne für Evonik-Anteile. Die milliardenschwere Stiftung werde auch nicht beim Evonik-Konkurrenten Lanxess einsteigen, sagte Müller auf die Frage nach immer wiederkehrenden Spekulationen über eine Lanxess-Übernahme.

Die größten Chemiekonzerne der Welt

Platz 10

PPG Industries (USA)
Mit 15,33 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz landet das US-Unternehmen mit Firmensitz in Pittsburgh (Pennsylvania) auf dem zehnten Platz der umsatzstärksten Chemieunternehmen weltweit.
Zu den Produktbereichen gehören Kunstglasprodukte, Kunstharze und Beschichtungswerkstoffe für Raumfahrt, Architektur und Industrie.

Quelle: Unternehmensangaben, Statista 2017 / Gesamtjahr 2016, jeweils letzte verfügbare Angaben

Platz 9

Linde (Deutschland)
Der deutsche Technologiekonzern mit dem Kerngeschäft um Gase und Prozess-Anlagen hat im letzten Jahr 17,83 Milliarden US-Dollar Umsatz gemacht und erreicht so den neunten Platz im Unternehmensranking.

Platz 8

Air Liquide (Frankreich)
Auf Platz acht des aktuellen Rankings landet das führende, französische Unternehmen bei Gasen für Industrie, Medizin und Umweltschutz. 19,08 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz in 2016 machen dies möglich. Mit Linde und Praxair zählt Air Liquide zu den drei größten Industriegasherstellern der Welt.

Platz 7

Henkel (Deutschland)
Der Düsseldorfer Konzern gliedert sich in drei Unternehmensbereiche: Wasch-/Reinigungsmitte, Schönheitspflege und die Klebstoffe und fuhr 2016 einen Jahresumsatz von 19,69 Milliarden US-Dollar ein. In naher Zukunft möchte der Siebtplatzierte sowohl die US-Firma Darex Packaging Technologies für mehr als 1,05 Milliarden US-Dollar übernehmen als auch den mexikanischen Anbieter von Friseurprodukten Nattura Laboratorios aufkaufen. Der Düsseldorfer Konsumgüterkonzern will so vor allem das eigene Friseurgeschäft in Mexiko und den USA ausbauen.

Platz 6

DuPont (USA)
24,6 Milliarden US-Dollar Umsatz und Platz sechs für den Konzern für Chemie, Materialien und Energie. Im Dezember 2015 gaben DuPont und der Konkurrent Dow Chemical bekannt, dass sie fusionieren wollen. Danach soll das Gemeinschaftsunternehmen in drei börsennotierte Unternehmen für Agrarchemikalien, Spezialchemikalien und Kunststoffe aufgespalten werden.

Platz 5

Lyondell Basell (USA)
Im Mittelfeld des Rankings und mit 29,18 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz landet Lyondell Basell. Der weltweit größte Produzent von Polyolefinen und Katalysatoren betreibt zudem Erdölraffinerien und produziert Treibstoffzusätze wie MTBE.

Platz 4

Saudi Basic Industries (Saudi-Arabien)
Unverändert auf dem vierten Platz befindet sich der saudi-arabischer Chemie- und Metall-Konzern Saudi Basic Industries. Mit 39,5 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz reichte es für Metallkonzern nicht für den Sprung unter die Top-3-Chemiekonzerne. Neben Grundchemikalien wie Methanol und Ethanol stellt das Unternehmen aus dem Nahen Osten auch Düngemittel her.

Platz 3

Dow Chemical (USA)
Mit 48,16 Milliarden US-Dollar Umsatz fiel der zukünftige Fusionspartner von DuPont um einen Platz im Vergleich zum Vorjahr. Die Hauptgeschäftsbereiche des US-Unternehmens aus Midland (Michigan) erstrecken sich auf die Kunststoffherstellung, Vorprodukte für die Wasseraufbereitung, Klebstoffe, Insektiziden, Saatgut und die Herstellung von Grundstoffen wie Chlor und Natronlauge.

Platz 2

Bayer (Deutschland)
Der zweitplatzierte deutsche Konzern (49,2 Milliarden US-Dollar Umsatz 2016) mit Schwerpunkt auf der chemischen und pharmazeutische Industrie plant eine Megafusion mit Monsanto. Damit möchte das Unternehmen seine Agrarchemie-Sparte um genverändertes Saatgut erweitern. Um diese umstrittene Fusion unter Dach und Fach zu bringen, sollen Bayer und Monsanto bereit sein, Firmenteile für 2,5 Milliarden Dollar zu verkaufen.

Platz 1

BASF (Deutschland)
Unveränderter Spitzenreiter mit 60,54 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz: BASF. Der nach Umsatz und Marktkapitalisierung weltweit größte Konzern, mit Hauptsitz in Ludwigshafen am Rhein, wird sich angesichts der Megafusionen in der Branche künftig neu positionieren müssen. Dabei würde aber, laut Unternehmensführung, mehr Wert auf die Wettbewerbsfähigkeit der bestehenden Geschäftsfelder, als an Größe an sich gelegt werden.

Die Stiftung arbeitet nach den Worten ihres Chefs derzeit an Plänen, ihre Gelder in deutsche, mittelständische Unternehmen zu investieren, die nicht in der Chemiebranche tätig sind. Geplant seien Mehrheitsübernahmen. Bis zum Jahresende solle es dabei erste Ergebnisse geben. Man wolle die Firmen nicht „aufpolieren und nach fünf Jahren verkaufen“, sondern sich langfristig engagieren. „Wir sind das Gegenteil einer Heuschrecke“, sagte Müller.

Die RAG-Stiftung soll für die Folgekosten des auslaufenden subventionierten Steinkohleabbaus in Deutschland aufkommen. Derzeit sind die Evonik-Dividenden ihre Haupteinnahmequelle. Neben der Stiftung ist auch der Finanzinvestor CVC an Evonik beteiligt. Evonik war im April vergangenen Jahres an die Börse gegangen. Der Essener Chemiekonzern hatte im August nach einem Gewinneinbruch seine Jahresprognose gekappt und erwartet für 2013 nach früheren Aussagen stagnierende Umsätze und ein bereinigtes Ebitda von zwei Milliarden Euro.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

21.02.2014, 12:44 Uhr

"Die RAG-Stiftung soll für die Folgekosten des auslaufenden subventionierten Steinkohleabbaus in Deutschland aufkommen."

Aber nur so lange, wie es der Stiftung finanziell möglich ist, wie es vertraglich festgeschrieben ist.
Danach haftet der Steuerzahler!

Wenn viel Geld verschwendet wird, insbesondere für den gesamten Vorstand, Aufsichtsräte, Personal, etc. dürften die "Einkünfte" nicht allzu lange reichen.
Dank den weiter laufenden Subventionen (angeblich bis 2018) und keinen Steuerzahlungen könnte das Tafelsilber der RAG noch eine Weile halten.

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