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13.01.2005

07:16 Uhr

Mehrkosten der A 380 sollen eingedämmt werden

Airbus: Wir überflügeln Boeing auch 2005

Der Weltmarktführer im zivilen Flugzeugbau, Airbus, hat im vergangenen Jahr bei Bestellungen und Auslieferungen den Konkurrenten Boeing erneut hinter sich gelassen. Der europäische Flugzeugbauer will seine Führungsposition weiter verteidigen: „Auch 2005 werden wir Boeing überflügeln“, versprach Airbus-Vorstand Gérard Blanc.

ali PARIS. Airbus registrierte im vergangenen Jahr 366 bestätigte Bestellungen, bei Boeing waren es 272. Das teilte Noël Forgeard, Vorstandschef von Airbus, in Paris mit. Im Jahr 2003 waren 284 Bestellungen bei Airbus eingegangen. Der europäische Flugzeugbauer will seine Führungsposition weiter verteidigen: „Auch 2005 werden wir Boeing überflügeln“, versprach Airbus-Vorstand Gérard Blanc.

Die Zahl der ausgelieferten Maschinen stieg bei Airbus auf 320 Stück (Vorjahr: 305). Boeing lieferte vergangenes Jahr 285 neue Flugzeuge aus. „2004 war ein sehr gutes Jahr für Airbus“, sagte ein sichtlich gut gelaunter Forgeard, der im kommenden Mai das Ruder beim Mutterhaus EADS übernehmen wird. Über seinen möglichen Nachfolger bei Airbus machte er keine Angaben.

Da Airbus seine Flugzeuge in Dollar abrechnet, die Konzernzahlen indes in Euro ausweist, schlagen sich die kommerziellen Erfolge weniger deutlich beim Umsatzwachstum nieder: Forgeard stellte nur ein leichtes Plus auf „etwas über 20 Milliarden Euro“ in Aussicht.

Finanzvorstand Andreas Sperl sagte, Airbus komme seinem Margenziel von zehn Prozent 2004 „sehr nahe“. In den ersten neun Monaten lag die Marge bei 9,6 Prozent und damit deutlich über dem Wert von Boeing: Der US-Flugzeugbauer wies eine Marge von 5,8 Prozent aus. Laut Forgeard hat Airbus die Preise im vergangenen Jahr angehoben, Details dazu nannte er nicht.

Der Airbus-Chef erwartet eine anhaltend hohe Rentabilität. „Die höheren Entwicklungskosten für die A 380 werden nur geringe Auswirkungen auf die Profitabilität haben“, sagte Forgeard. Das Top-Management der Airbus-Mutter EADS hatte zuvor geäußert, die Entwicklungskosten für die neue, doppelstöckige A 380 lägen möglicherweise um bis zu 1,45 Mrd. Euro über Plan.

„Es gibt ein Kostenrisiko. Aber wir haben Schritte gemacht, damit die Mehrkosten nicht diese Ziffer erreichen“, sagte Forgeard. Gründe für die Mehrkosten seien die Entwicklung einer Fracht- und einer Passagierversion des A 380 sowie teurere Lärmschutz-Vorkehrungen.

Für dieses Jahr erwartet das Air- bus-Management Bestellungen in der Größenordnung von 300 bis 350 Flugzeugen. Zwischen 350 und 360 Flugzeuge würden in diesem Jahr an die Kunden ausgeliefert. Sorgen bereitet Airbus das Euro-Dollar-Verhältnis. Um die Folgen des Wertverfalls des Dollars für die Bilanz in Grenzen zu halten, hat Airbus den Anteil der Produktionskosten pro Flugzeug, der in Dollar abgerechnet wird, auf 70 Prozent gesteigert. Darüber hinaus hat das Unternehmen ein Sparprogramm aufgelegt.

Der laufende Streit zwischen der Europäischen Union und den USA über Beihilfen für die Flugzeugindustrie wird die Entwicklung des neuen Flugzeugs mit 250 Sitzen, die A 350, nicht bremsen. Vertriebsvorstand John Leahy erwartet zwischen 50 und 60 Bestellungen für die A 350 bis Juni. „Wir haben eine Anfrage für rückzahlbare Hilfen für die A 350 gestellt, diese Anfrage ist jetzt eingefroren“, sagte Forgeard.

Am Wochenanfang hatten sich die EU und die USA geeinigt, im Streit um Beihilfen für die Flugzeugindustrie eine Einigung ohne Einschaltung der Welthandelsorganisation, WTO, finden zu wollen. Während der dreimonatigen Verhandlungen dürfen beide Seiten keine neuen Hilfen gewähren.

Philippe Delmas, im Airbus-Vorstand für die Regierungsbeziehungen verantwortlich, rechnet damit, dass diese Dreimonatsfrist verlängert wird. „Es hat Jahre gedauert, bis die Parteien sich auf das Abkommen von 1992 geeinigt haben“, sagte er. Airbus könne die Entwicklung der A 350 alleine finanzieren, doch dank der rückzahlbaren Hilfen würden die gesamten Finanzierungskosten geringer ausfallen.

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