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21.11.2014

08:06 Uhr

Mercedes AMG

Daimlers wilde Seite

VonThomas Jahn

Die Tuning- und Sportwagenschmiede AMG ist bei Mercedes für die besonderen Momente zuständig. Die aufpolierten Modellreihen verkaufen sich bestens. AMG-Chef Moers verspricht einen Absatzsprung für 2015.

Der Mercedes-AMG GT soll dem Porsche 911 Konkurrenz machen. ap

Der Mercedes-AMG GT soll dem Porsche 911 Konkurrenz machen.

SalinasVor 15 Jahren kaufte Mercedes die Tuning- und Sportwagenfirma AMG. Das Investment zahlt sich aus. Vor allem die drei Einstiegsmodelle A, CLA und GLA verkaufen sich „wie geschnittenes Brot“, sagte Tobias Moers, Chef von Mercedes-AMG, in einer kleinen Presserunde am Rande der legendären Rennstrecke La Seguna Seca in Salinas, einem Ort südlich von San Francisco.

Laut Moers habe AMG im vergangenen Jahr insgesamt mehr als 32 000 Fahrzeuge abgesetzt, in diesem Jahr werden es  mehr als 40 000 sein. Nach seiner Prognose für 2015 gefragt, sprach der Manager von mehr als 50 000.

AMG steht bei den Stuttgartern in der Marke für „Driving Performance“. Es wird wie ein eigenständiges Unternehmen mit 1300 Mitarbeitern in Affachalterbach geführt, ein Dorf rund 20 Kilometer entfernt vom Daimler-Hauptsitz in Untertürkheim. So wurde der auf der Los Angeles Automesse vorgestellte Sportwagen GT in rund vier Jahren fast ausschließlich von AMG entwickelt. „Der Vorstand hat ihn in der Zeit nur zweimal gesehen“, sagt Moers, „das Vertrauen ist groß, wir haben viele technische Freiheiten“.

Der Absatzsprung kommt vor allem aus den USA. „Dort verzeichnen wir unglaubliches Wachstum“, sagt Moers, der Zuwachs liege in diesem Jahr „bei 60 Prozent“. In Amerika investierte Mercedes-AMG in ein größeres und besser geschultes Händlernetz. „Das zahlt sich aus“, sagt Moers. Das Land ist mit einem Anteil von 25 bis 30 Prozent am Gesamtabsatz der mit Abstand wichtigste Markt. Aber auch China, Deutschland und England hätten zum Erfolg beigetragen.

Über Umsätze oder Gewinne will Moers nicht sprechen. Die Rendite würde aber „definitiv positiv“ zu dem von Vorstandschef Dieter Zetsche vorgegeben Ziel für den Gesamtkonzern von zehn Prozent beitragen.

Jetzt arbeitet AMG an der „Gründung einer Familie“, wie es Moers ausdrückt. Es sollen zahlreiche neue Varianten der bestehenden Modelle entwickelt werden. Für den GT sei eine GT3-Rennversion bereits beschlossene Sache. Auch deutete Moers ein Cabrio-Modell an. Danach gefragt, ob er bereits an einem neuen Fahrzeug arbeite, wich der Manager aus: „Wir haben immer viele, viele Ideen“.

Der Sportwagen GT ist „mein Baby“, wie Moers sagt, der seit 19 Jahren bei AMG arbeitet und die Firma seit gut einem Jahr führt. Besonders stolz ist der Manager auf den selbstentwickelten V8-Vierliter-Motor, der von Mercedes für die gesamte Marke in der Hubraumklasse übernommen werden soll. Der GT soll den Platzhirschen Porsche mit seinem 911 angehen, heißt es in der Branche. Davon will Moers aber nichts hören: „Nicht alles ist Eroberung“. Er glaube an einen „angebotsinduzierten Markt“, neue Modelle sorgen für einen größeren Markt.

Kommentare (4)

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21.11.2014, 08:26 Uhr

Die Benchmark in der (nationalen) Sportwagenklasse ist schon lange nicht mehr der 911er mit nur einem V6 Motor. Sondern Audi R8 V10plus mit S-Tronic-Getriebe und Mittelmotor (welcher eine deutlich bessere Kraftübertragung und Handling auf der Rennstrecke erlaubt).

Zusammen mit dem MTM-Motorkit (Leistungssteigerung auf 606 PS mit 560 NM, statt Serie 550 PS/540 NM) wird die Rakete auf 325 km/h (statt nur 317) Topspeed katapultiert und damit in die Lambo-Liga aufsteigen lässt, zersägt man(n) den Zuffenhausener und hält ihn auch auf der Geraden im Rückspiegel locker auf Distanz.


Grüße aus Downtown-Mainhattan. Der schönsten Stadt Deutschlands. And the heartbeat of financial €urope and HQ of Super-Mario.

Ralph
- selbst. Börsenhändler -
Algo- und System-Trading

Herr Sebastian Schmitz

21.11.2014, 09:17 Uhr

Ouh, grobe Fehler seh ich da.
Porsche verbaut keinen V6 sondern einen 6 Zyl Boxermoter. (kaum Drehmomentverlust)
Der Audi R8 hat kein S-Tronic sondern ein R-Tronic Getriebe.
Und auf der Rennstrecke wird der Porsche dem Audi (vllt nicht auf der Geraden) immer überlegen sein. Heckmoter und Heckantrieb/Allrad und weniger Gewicht bieten bei weitem mehr "Handling".

Dafür gibt es ja zum Glück auch den Porsche Turbo S der mit 9FF in eine Liga aufsteigt, wo der Audi sich nichtmal Ansatzweiße hinwagen kann.

Herr Josef Schmidt

21.11.2014, 09:44 Uhr

Pseudoreiche mit Pseudonamen fahren auch Pseudosportwagen und haben auch Pseudokenntnisse.

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