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10.03.2016

13:35 Uhr

Mercedes-Bank

Daimler-Finanzierer spürt keinen Dieseleffekt

Nach Volkswagen gerät auch Daimler zunehmend in den Sog des Abgas-Skandals. Beim Flottengeschäft macht sich das jedoch nicht bemerkbar. Der Finanzierungsarm des Autobauers verzeichnet ein dickes Plus bei den Neukunden.

Vor allem die Deutsche Umwelthilfe klagt nach den Vorwürfen gegen Volkswagen über Abgas-Manipulation auch bei Daimler. Reuters

Daimler im Visier

Vor allem die Deutsche Umwelthilfe klagt nach den Vorwürfen gegen Volkswagen über Abgas-Manipulation auch bei Daimler.

StuttgartDer Finanzierungsarm des Autobauers Daimler bemerkt auch im neuen Jahr keinen Effekt durch den Abgas-Skandal bei Volkswagen. „Wir spüren derzeit kein Nachlassen der Dieselnachfrage“, sagte der Vorstandschef der Mercedes-Benz Bank, Franz Reiner, in Stuttgart. „Die großen Flottenbetreiber sind heute schon sehr bewusst, was Wirtschaftlichkeit und Ökologie angeht.“

In den ersten beiden Monaten des Jahres 2016 habe die Bank ein Plus beim Neugeschäft von 16 Prozent verbucht, sagte Reiner. Er sei für das laufende Jahr zuversichtlich. Im Flottengeschäft rechnet der Mercedes-Bank-Chef mit einem starken Wachstum, bei Leasing und Nutzfahrzeuggeschäft nur mit einem leichten Plus.

Stickoxide und CO2

Stickoxide (NOx)

Gesundheitsschädliche Stickoxide wie etwa Stickstoffmonoxid und -dioxid kommen in der Natur nur in winzigen Mengen vor. Sie stammen vor allem aus Autos, aber auch aus Kohle-, Öl- und Gaskraftwerken. Dieselmotoren stoßen viel mehr NOx aus als Benziner. Die Stoffe können Schleimhäute angreifen und so zu Husten, Atembeschwerden und Augenreizungen führen. Sie können auch Herz und Kreislauf beeinträchtigen. Pflanzen werden dreifach geschädigt: NOx sind giftig für Blätter, und sie überdüngen und versauern die Böden. Außerdem tragen Stickoxide zur Bildung von Feinstaub und bodennahem Ozon bei. Technisch lassen sie sich mit einem Drei-Wege-Katalysator von Benzinern in unschädlichen Stickstoff (N2) und Sauerstoff (O2) umwandeln. Es bleiben jedoch immer NOx-Reste übrig. Bei Dieselmotoren ist der Abbau von NOx bedeutend schwieriger – er gelingt etwa durch Einspritzung einer zusätzlichen Harnstoff-Lösung in den Abgasstrom.

NOx-Grenzwerte beim Auto

Der Grenzwert in Pkw-Abgasen für alle Stickoxide zusammen liegt in der EU bei 80 Milligramm pro gefahrenen Kilometer (mg/km) für Diesel- und bei 60 mg/km für Benzinmotoren. Der von der US-Umweltbehörde EPA geforderte Wert liegt im Schnitt bei umgerechnet 43,5 mg/km. Allerdings sind die US-Kontrollsysteme nicht einheitlich, und die Vorschriften können je nach US-Bundesstaat abweichen.

Kohlendioxid (CO2)

Es ist in nicht allzu großen Mengen unschädlich für den Menschen, aber zugleich das bedeutendste Treibhausgas und zu 76 Prozent für die menschengemachte Erderwärmung verantwortlich. Der Straßenverkehr verursacht nach Angaben des Umweltbundesamts rund 17 Prozent aller Treibhausgas-Emissionen in Deutschland - hier spielt CO2 die bei weitem größte Rolle. Es gibt zwar immer sparsamere Motoren, zugleich aber immer größere Autos mit mehr PS und mehr Lkw-Transporte. So ist der Treibhausgas-Ausstoß des Verkehrs von 1990 bis 2014 sogar um 0,6 Prozent gestiegen. Die Konferenz von Paris (30. November bis 11. Dezember) soll die Emissionen so verringern, dass sich die Erdatmosphäre um nicht mehr als zwei Grad aufheizt.

CO2-Grenzwerte beim Auto

In diesem Jahr müssen die Autohersteller in der EU bei ihrer Pkw-Flotte im Durchschnitt einen Grenzwert von 130 Gramm CO2 pro Kilometer erreichen. 2021 sind dann nur noch 95 g/km erlaubt. In den USA liegen diese Schwellen geringfügig höher: Die Vorgabe der Umweltbehörde EPA sieht für die im Jahr 2016 zugelassenen Fahrzeuge einen Grenzwert für Personenwagen von umgerechnet etwa 140 g/km vor. Bis 2025 sinkt der Durchschnittsgrenzwert auf rund 89 g/km.

Im vergangenen Jahr hatte die zum Daimler-Konzern gehörende Bank ihr Neugeschäft um acht Prozent auf 10,7 Milliarden Euro steigern können. Die Einlagen gingen allerdings um drei Prozent zurück. Zum Gewinn macht die Bank keine Angaben. Sie habe aber einen „signifikanten Beitrag“ zum Gewinn der Gesamtsparte Daimler Financial Services geleistet, die ihren Gewinn vor Zinsen und Steuern um 17 Prozent auf 1,6 Milliarden Euro gesteigert hatte.

Von

dpa

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