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06.06.2017

09:24 Uhr

Mercedes, BMW, Audi

Deutsche Autobauer setzen weiter auf Mexiko

Mexiko war lange das Traumland der Autobauer. Doch US-Präsident Trump hat mit seiner protektionistischen Agenda die Konzerne nervös gemacht. Warum Mercedes, BMW und Co. dennoch an ihren Investitionen festhalten.

Über 875.000 Menschen sind in Mexiko im Automobilsektor beschäftigt. dpa

VW-Werk in Puebla

Über 875.000 Menschen sind in Mexiko im Automobilsektor beschäftigt.

Mexiko-StadtIn den Hügeln hoch über Mexiko-Stadt beherrscht der VW Käfer noch immer das Straßenbild. Der robuste Wagen mit Heckantrieb ist wie geschaffen für die steilen Gassen in Cuautepec. „Die neuen Autos verfügen nicht über dieselbe Kraft und kommen die Straßen hier nicht hoch“, sagt der Taxifahrer Tomás. Bis 2003 wurde der legendäre „Vocho“ im VW-Werk in Puebla gebaut. Auch wenn der deutsche Klassiker in den eleganten Vierteln im Stadtzentrum kaum noch zu sehen ist, die Mexikaner lieben „ihren“ Käfer heiß und innig.

Heute fertigen die deutschen Autobauer modernere Wagen in Mexiko. Bei Audi in San José Chiapa läuft der Geländewagen Q5 vom Band. VW baut in Puebla den Jetta, den Beetle und den Golf Variant. Mercedes-Benz will noch in diesem Jahr gemeinsam mit Nissan sein Werk in Aguacalientes in Betrieb nehmen.

Trotz starker Rabatte: US-Automarkt bleibt weiter mau

Trotz starker Rabatte

US-Automarkt bleibt weiter mau

Die Autoverkäufe geraten in den USA zunehmend ins Stocken. Im Monat Mai sanken die Absatzzahlen der Hersteller bereits zum fünften Mal in Folge. Auch zwei deutsche Autobauer kämpfen mit schwacher Nachfrage.

BMW errichtet derzeit in San Luis Potosí eine neue Fabrik mit Karosseriebau, Lackiererei und Montage. Ab 2019 soll hier der 3er BMW vom Band laufen. Rund eine Milliarde US-Dollar investieren die Münchner in das neue Werk, mindestens 1500 Arbeitsplätze sollen entstehen. „Mexiko hat über 40 Freihandelsabkommen unterzeichnet. Das macht das Land als Standort sehr interessant“, sagt der Lateinamerika-Chef von BMW, Alexander Wehr.

Mexiko ist das Sehnsuchtsland der Autobauer. „Wettbewerbsfähige Löhne, relativ gut ausgebildete Arbeitskräfte und eine solide Infrastruktur machen Mexiko als Produktionsstandort für Automobilhersteller attraktiv“, sagt Florian Steinmeyer, Berichterstatter der Außenwirtschaftsgesellschaft Germany Trade & Invest (GTAI) in Mexiko.

Das sind die rentabelsten Autokonzerne

Platz 10

Honda – Gewinn vor Steuern und Abgaben (Ebit): 5,2 Milliarden Euro*

Unter den japanischen Herstellern konnte keiner den Gewinn so stark steigern wie Honda. Im Jahresvergleich legte das Unternehmen um 31,5 Prozent zu. Dabei fiel die Ebit-Marge allerdingt mit 4,6 Prozent unterdurchschnittlich aus.

Quelle: CAM Bergisch-Gladbach; Stand: 12/ 2016 - Bei japanischen Herstellern wird das Kalenderjahr abgebildet

Platz 9

Nissan – Gewinn vor Steuern und Abgaben (Ebit): 5,7 Milliarden Euro

Das vergangene Jahr war für die Japaner durch Wechselkursschwankungen durchaus turbulent. Der Gewinn sank um 7,4 Prozent. Immerhin landete man mit einer Ebit-Marge von 6,2 Prozent im Mittelfeld aller Hersteller.

Platz 8

Hyundai – Gewinn vor Steuern und Abgaben (Ebit): 6 Milliarden Euro

Heimlich schielt der viertgrößte Autokonzern der Welt immer noch Richtung Weltspitze. Doch 2016 war für die Koreaner ein Rückschritt. Der Absatz schrumpfte leicht, der Gewinn sogar um satte 8,8 Prozent. Und auch die Marge war mit 5,2 Prozent unterdurchschnittlich.

Platz 7

Fiat-Chrysler – Gewinn vor Steuern und Abgaben (Ebit): 6,1 Milliarden Euro

Die italienische Überraschung: Durch den Erfolg von Jeep hat sich der italo-amerikanische Konzern wieder erholt. Der Gewinn wurde mehr als verdoppelt, obwohl der Absatz nur leicht zulegte. Allein die Marge ist mit 5,5 Prozent immer noch bestenfalls mittelmäßig.

Platz 6

Volkswagen – Gewinn vor Steuern und Abgaben (Ebit): 7,1 Milliarden Euro

Der Dieselskandal drückt weiter kräftig auf den Gewinn. Doch innerhalb eines Jahres haben es die Wolfsburger geschafft, das Ergebnis um 11,2 Milliarden Euro zu verbessern. Und das obwohl die Marge mit 3,3 Prozent immer noch mager ausfällt.

Platz 5

BMW – Gewinn vor Steuern und Abgaben (Ebit): 9,4 Milliarden Euro

Für den jahrelangen Primus der Premiumbranche ist der Gewinn im vergangenen Jahr leicht gesunken. Das können die Münchener aber locker verschmerzen. Dank einer Marge von zehn Prozent erwirtschaftet kein Konkurrent mehr pro Auto.

Platz 4

Ford – Gewinn vor Steuern und Abgaben (Ebit): 9,4 Milliarden Euro

Den Titel als rentabelster Autokonzern Amerikas hat Ford dieses Jahr verloren. Denn beim Ertrag und Absatz schwächelt der Weltkonzern. Die Marge fällt mit 6,8 Prozent überdurchschnittlich aus.

Platz 3

General Motors – Gewinn vor Steuern und Abgaben (Ebit): 9,8 Milliarden Euro

Unter Mary Barra gilt die Devise: Profit zuerst. Das war auch 2016 aus den Zahlen abzulesen. Der Gewinn konnte um fast 20 Prozent zulegen. Und mit 7,5 Prozent ist auch die Marge für einen Volumenhersteller sehr zufriedenstellend.

Platz 2

Platz 2 – Daimler – Gewinn vor Steuern und Abgaben (Ebit): 12,9 Milliarden Euro

Der profitabelste Premiumhersteller kommt aus Stuttgart. Im Vergleich zum Vorjahr schneiden die Schwaben zwar etwas schlechter ab. Doch eine Marge von 8,4 Prozent reicht immer noch für einen zweistelligen Milliardengewinn.

Platz 1

Toyota – Gewinn vor Steuern und Abgaben (Ebit): 17 Milliarden Euro

Wenn der Gewinn um fast 24 Prozent einbricht, würden die meisten anderen Konzerne wohl etliche Plätze einbüßen. Toyota nicht. Die Japaner sind weiterhin profitabler als alle anderen Hersteller. Vor allem wegen einer Marge von 7,8 Prozent, die zwar deutlich kleiner ausfällt als im Vorjahr – doch das ist immer noch besser als bei allen Konkurrenten.

Die Automobilindustrie ist ein wichtiger Wirtschaftszweig in Mexiko. Über 875.000 Menschen sind in dem Sektor beschäftigt. Obwohl die Branche nur gut drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts erwirtschaftet, fließen rund 20 Prozent der ausländischen Direktinvestitionen in die Auto-Industrie. Derzeit ist Mexiko der siebtgrößte Automobilstandort der Welt, bis 2020 will das Land in die Top Five aufrücken.

Seit der Wahl von US-Präsident Donald Trump hat sich in der Branche allerdings Verunsicherung breit gemacht. Der neue Mann im Weißen Haus hat Firmen, die in Mexiko produzieren, mit hohen Strafzöllen gedroht. Außerdem will er das Nordamerikanische Freihandelsabkommen (Nafta) neu verhandeln oder sogar aussteigen. Die Nähe und der einfache Zugang zum wichtigen US-Markt sind für die Autobauer essenziell: Knapp 80 Prozent aller exportierten Fahrzeuge gehen in die Vereinigten Staaten.

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