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07.07.2014

06:06 Uhr

Mercedes, Ford und Co.

Ein Autohaus (fast) ohne Autos

VonLukas Bay

Zum Autokauf ins Autohaus, das war einmal. Um Kunden wieder ins Geschäft zu locken, bauen Autobauer wie Mercedes, Renault und Ford ihre Filialen nun radikal um. Der Besuch beim Händler soll wieder zum Erlebnis werden.

Einrichtung aus dem Designerkatalog, Kunst an der Wand: Im „Mercedes me“-Store in Hamburg erinnert nur wenig an ein klassisches Autohaus. dpa

Einrichtung aus dem Designerkatalog, Kunst an der Wand: Im „Mercedes me“-Store in Hamburg erinnert nur wenig an ein klassisches Autohaus.

DüsseldorfAm Ballindamm in Hamburg, direkt zwischen schicken Designer-Boutiquen an der Binnenalster, steht seit wenigen Wochen ein Autohaus fast ohne Autos. Zwischen schwarz-weißen Lounge-Stühlen und einer holzumrandeten Theke erinnert allein der silberne Stern an der Wand daran, wem diese Niederlassung gehört. „Mercedes Me“-Store hat der Konzern den Prototypen einer Niederlassung getauft, der das Markenverständnis der Schwaben in die Welt tragen soll. Mit einem klassischen Autohaus, wie man es aus den Vorstädten der Republik kennt, hat der „Mercedes me“-Store nichts mehr zu tun.

Über die neuen Filialen in der Innenstadt sucht Mercedes den direkteren Kontakt zu den Kunden. Hier verteilt kein Schlagersänger seine Autogrammkarten, hier gibt es kein Freibier und Bockwurst zum Sommerfest. Stattdessen soll urbane Kultur die potentiellen Kunden locken: In den Räumen von Mercedes sollen Lesungen und Konzerte stattfinden, junge Künstler sollen ihre Werke ausstellen. Den Anfang macht der internationale Fotograf Olaf Heine mit Fotografien aus Brasilien - passend zur WM.

Die Filiale selbst ist eingebettet in ein Konzept, das sämtliche Mobilitätsbedürfnisse der Kundschaft abdecken soll - vom Autokauf über die Parkplatzsuche bis zur Reparatur. Wer will, kann sich hier auch für das konzerninterne Carsharing car2go anmelden. Neben den Filialen soll eine zentrale Online-Plattform zur ersten Anlaufstelle für den Kunden werden. „Das machen wir, weil wir zuhören und lernen wollen. Dieses Instrument ist viel mächtiger als klassische Marktforschung“, sagt Konzernchef Dieter Zetsche.  

Daimler macht vor, wie die Autohäuser der Zukunft aussehen könnten. Denn das moderne Autohaus ist mehr als eine Ausstellungshalle für neue Modelle, sondern Repräsentanz einer ganzen Markenwelt, in der die Besucher eintauchen können.

Wenn Hersteller und Verkäufer zu viel versprechen

Korrekte Angaben

Die Regel gilt zwar für alle Preisklassen. Aber die Fehler werden in der oberen Klasse schnell teurer. Darum sollte vor allem darauf geachtet werden, dass im Kaufvertrag das Herstellungsdatum korrekt angegeben ist und dass tatsächlich die Lieferung eines "Inland-Fahrzeugs" vereinbart wird und - falls nicht ausdrücklich gewünscht - die Lieferung eines Re-Imports ausgeschlossen ist.

Schriftliche Vereinbarungen

Gerade bei Edelautos gibt es viele Sonderwünsche. Umso wichtiger ist es, dass alle Vereinbarungen, wie beispielsweise die Lieferung eines speziellen Zubehörs, schriftlich niedergelegt werden.

Die richtige Unterschrift

Auch hier ist schon viel schief gelaufen. Deswegen raten Juristen dazu, unbedingt darauf zu achten, dass der Vertrag von einer vertretungsberechtigten Person auf Verkäuferseite unterschrieben wird.

Die richtige Reihenfolge

Ganz wichtig: Damit Autokäufer nicht ausgenommen werden, sollten sie den Kaufpreis nur Zug um Zug gegen Übergabe des Fahrzeugs mit allen Papieren zahlen. Wer sich hier großzügig zeigt und zu schnell zahlt, kann nachher eine böse Überraschung erleben.

Alle guten Dinge sind zwei

Ist der teure neue Wagen mangelhaft, hat der Verkäufer laut Experten nur zwei Reparaturversuche. Oft wird von Autohäusern und Herstellern behauptet, es gäbe noch einen dritten Versuch. Falsch. Nach schon nach zwei fruchtlosen Nachbesserungsversuchen kann der Käufer vom Kaufvertrag zurücktreten. Gerade bei hohen Kaufpreisen wird hier dann gern gestritten.

Eine Sache für den Anwalt

Nach dem zweiten Reparaturversuch kann die Einschaltung eines Anwalts unter Umständen weiterhelfen. Denn geht es um eine Rücktrittserklärung, sind verschiedene rechtliche Besonderheiten zu beachten.

Ein Trend, der die Autobranche derzeit umtreibt. Nicht nur die jährliche DAT-Studie zeigt, dass das Internet beim Autokauf massiv an Einfluss gewinnt. Auch die Volumenhersteller selbst lernen bei ihren Befragungen viel über die Art und Weise wie ihre Kunden zum Auto finden. Die Ergebnisse nähren die Sorge der Händler.

Beim „Automotive Day“ der FHDW Bergisch-Gladbach präsentierte Ford-Vertriebsvorstand Wolfgang Kopplin eine interne Studie des Autobauers. Ein Ergebnis: Vor einem Besuch im Autohaus ist für 87 Prozent aller befragten Kunden das Internet die erste Anlaufstelle. Doch wer hier nach neuen Autos sucht, fand bisher selten seinen lokalen Händler, sondern Online-Autohäuser, die mit Rabatten locken.

Bei Ford steuerte man darum um: Die Webpräsenz der Händler wurde vereinheitlicht und suchmaschinenoptimiert, der Werbeetat für die Onlinewerbung erhöht, lokalisierte Werbebanner geschaltet und besondere Angebote bei Facebook platziert. Heute finden deutlich mehr Kunden bei der Internetsuche die Angebote des lokalen Händlers.

Kommentare (5)

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Herr Joachim Buch

07.07.2014, 09:20 Uhr

Ich weiß nicht, WER bei Mercedes zuhört - Herr Zetsche ist es ganz gewiß nicht. So, wie es für mich darstellt, ist der derzeitige Erfolg von Daimler allein bei den Absätzen in China zu suchen. Wenn man sich die Statistiken beim KBA anschaut, dann bricht Daimler fast auf der ganzen Linie ein. Gerade der "Panzerspähwagen" (A-Klasse), der zum Start massiv in den Markt gedrückt wurde, hat gegenüber letztem Jahr 31% verloren. Bei B und C siehts zwar nicht ganz so schlimm aus, aber trotzdem geht es rückwärts, nur E legte zu. Da ich mit der Geburt den Stern förmlich eingebrannt bekommen habe, habe ich schon X Mails an Daimler geschrieben - die hat wahrscheinlich keiner je gelesen. Oder gleich entsorgt. Da ich aber nicht gezwungen bin, verbogene Plastik-Karosserien mit Elektronik-Firlefanz zu kaufen, fahre ich eben weiter meine Alt-Benze, 40, 30 und 24 Jahre alt. Da kann Mercedes noch so viele Mercedes-Me-Filialen aufmachen - mein Gang ist nach wie vor zum Autohaus, aber nicht, um ein Auto zu kaufen, sondern Ersatzteile für die noch reparierbaren Benze. In den Augen von Herr Zetsche bin ich damit vermutlich zwar eine Art Markenbotschafter, aber gleichwohl nur ein liebenswerter Spinner und ein Rückwärtsgewandter, der auf die "alten Tugenden" von Mercedes pocht. Ich wünsche Mercedes viel Erfolg mit ihrer Strategie - solange sie damit Erfolg haben, ist wenigstens garantiert, daß für die genannten Altbenze zumindest noch eine Weile der Ersatzteilfluß garantiert ist. Ein neuer Benz kommt mir aber nicht mehr ins Haus, soviel ist sicher. Wenn ich mal ein Ersatzteil brauche, setze ich mich auch gerne mal in so einen Neubenz rein und jedesmal denke ich aufs Neue: Es IST einfach nicht mehr das...

Herr Marcel Europaeer

07.07.2014, 09:59 Uhr

Der Einzelhandel, auch in der Automobilbranche, wird sich in den kommenden Jahrzehnten deutlich verändern. Der Kampf der tradionellen Geschäfte gegen den Internethandel ist á priori zum Scheitern verurteilt. Die Kosten für die Unterhaltung eines Geschäfts müssen auf die Preise der Waren umgelegt werden und damit liegen Internet-Kaufhäuser uneinholbar vorne.

Die Läden der Zukunft werden mehr als Ausstellungshallen dienen in denen die Kunden Produkte real sehen, fühlen und eventuell anziehen können. Ein Autosalon bietet dann noch die Möglichkeit, eine Probefahrt zu machen.
Unterhalten werden diese Ausstellungshallen von den Produktherstellern.

Gekauft, bzw. verkauft wird in diesen Ausstellungshallen nicht mehr großartig und wenn, dann exakt zu den gleichen Preisen, wie im Internet. Ansonsten wird Ware dort nur noch präsentiert und von möglichst fachkundigen Beratern vermittelt.

Der eigentlich Kauf wird dann über das Internet abgewickelt.

Herr Woldemar von Stechlin

07.07.2014, 10:03 Uhr

So ein Quatsch. Ich will ein Auto und kein "Erlebnis beim Autokauf" für das ich teuer bezahlen soll.

Wenn ich ein "Erlebnis" will, gehe ich in den Erlebnispark - da kann ich für 30 Euro Achterbahn fahren soviel ich will. Bei Mb zahle ich für einen unnützen Erlebnistempel beim Händler 3000 Euro on top. Ohne mich!

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