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12.07.2013

14:43 Uhr

Mercedes-Hersteller

Daimler-Aktie mit Kurssprung nach Milliardengewinn

Die Daimler-Aktie reagiert mit einem Kurssprung auf das Ergebnis für die Monate April bis Juni. Der Gewinn beträgt 5,2 Milliarden Euro und ist damit mehr als doppelt so hoch als im Vorjahr. Grund: ein Sondereffekt.

Produktion der Mercedes-Benz S-Klasse: Die Limousine gilt als Hoffnungsträger des Konzerns. dpa

Produktion der Mercedes-Benz S-Klasse: Die Limousine gilt als Hoffnungsträger des Konzerns.

Düsseldorf/StuttgartVor wenigen Wochen hat sich der Daimler-Konzern von seinen Aktien am Raum- und Luftfahrtkonzern EADS getrennt und kann daher mit seinem Quartalsergebnis glänzen. Der Gewinn vor Steuern und Zinsen hat sich von April bis Juni auf 5,2 Milliarden Euro mehr als verdoppelt. Die Aktie legte unmittelbar nach der Bekanntgabe deutlich zu und notierte bis zu 5,5 Prozent im Plus bei 52 Euro – ein Zweijahres-Hoch. Der Umsatz legte um etwas weniger als drei Prozent auf 29,7 Milliarden Euro zu.

Das Pkw-Geschäft der Marke Mercedes-Benz verzeichnete allerdings einen Rückgang des Gewinns um fast 30 Prozent auf etwas mehr als eine Milliarde Euro. Auch die anderen Sparten wie das Geschäft mit Lastwagen, die Lieferwagensparte und das eigene Finanzierungsgeschäft verbuchten leichte Rückgänge. Eine Verbesserung schaffte die Bussparte, die nach einem Verlust von 57 Millionen Euro im Vorjahr jetzt einen Gewinn von 27 Millionen Euro meldete. Sowohl die Lkw-Sparte als auch das Busgeschäft wurden in den zurückliegenden Monaten kräftig umgebaut, was mit Sonderausgaben von etwas über 100 Millionen Euro zu Buche schlug.

Die weltgrößten Lkw-Hersteller

1. Dongfeng

Die Dongfeng Motor Corporation ist ein chinesisches Großunternehmen im Lastkraftwagenbau, Busbau und Personenwagenbau sowie in der Entwicklung und Herstellung von Motoren und Fahrzeugkomponenten. Gleichzeitig ist das Unternehmen mit 300.100 verkauften Lkw und einem Marktanteil von 10,3 Prozent im Jahr 2010 der weltgrößte Lkw-Hersteller gewesen.

2. Daimler Trucks

Daimler Trucks belegte mit 280.700 verkauften Einheiten und 9,7 Prozent Marktanteil im Jahr 2010 den zweiten Platz bei den weltgrößten Herstellern von Lkw mit einem Gewicht von mehr als sechs Tonnen.

3. First Automotive Works

First Automotive Works (FAW) ist der größte chinesische Hersteller von Dieselmotoren, Pkw sowie mittleren bis schweren Bussen und Lkw. FAW produziert an insgesamt 19 verschiedenen Standorten hauptsächlich im Nordosten von China. Außerdem hat FAW noch Fabriken in Russland und der Ukraine. FAW verkaufte im Jahr 2010 insgesamt 274.300 Lkw und erreichte einen Marktanteil von 9,5 Prozent - Platz drei bei den weltgrößten Lkw-Herstellern.

China National Heavy Duty Truck

Das chinesische Staatsunternehmen China National Heavy Duty Truck kommt mit 199.900 verkauften Lkw auf einen Marktanteil von 6,9 Prozent im Jahr 2010.

5. Tata Motors

Tata Motors ist der größte Automobilhersteller in Indien und gehört mehrheitlich zur Tata Group. Das Unternehmen ist im Finanzindex BSE Sensex gelistet. Tata Motors ist mit 194.900 verkauften Lkw und einem Marktanteil von 6,7 Prozent der fünftgrößte Lkw-Hersteller der Welt.

6. MAN-Scania

MAN/Scania verkauften im Jahr 2010 zusammen 152.400 Lkw (schwerer als sechs Tonnen) und belegen mit einem Marktanteil von 5,2 Prozent derzeit Rang sechs bei den weltgrößten Herstellern von Lastkraftwagen.

7. Volvo Global Trucks

Die Lkw-Sparte von Volvo verkaufte im Jahr 2010 insgesamt 125.800 Einheiten und belegt mit einem Marktanteil von 4,3 Prozent Platz sieben.

8. Torch

Der chinesische Hersteller Torch hat mit 113.200 verkauften Lkw im Jahr 2010 einen Marktanteil von 3,9 Prozent.

9. Beijing Automotive Industry

Die chinesische Beijing Automotive Industry kam im Jahr 2010 auf 109.400 verkaufte Einheiten und belegt damit Platz neun mit einem Marktanteil von 3,8 Prozent.

10. Ashok Leyland

Der indische Nutzfahrzeughersteller Ashok Leyland produziert Lkw, Omnibusse und Militärfahrzeuge. In der Rangliste der weltgrößten Lkw-Hersteller rangiert das Unternehmen auf Platz zehn. Im Jahr 2010 wurden 80.000 Lkw (schwerer als sechs Tonnen) verkauft, was einem Marktanteil von 2,8 Prozent entspricht.

Der Großteil des Gewinnanstiegs geht auf den Verkauf der EADS-Anteile zurück, der unter dem Strich 3,2 Milliarden Euro einbrachte. Um diese Transaktion bereinigt ging der Gewinn im jüngsten Quartal gegenüber dem Vorjahr zurück. Daimler liegt im Rennen um den Spitzenplatz der Premium-Fahrzeughersteller recht abgeschlagen auf Rang drei hinter BMW und Audi. Derzeit bringt Mercedes die neue Version der Luxuslimousine S-Klasse auf den Markt, die für das Unternehmen ein Erfolgsgarant werden soll.

Die Prognose für das Gesamtjahr hält Daimler aufrecht. Der Gewinn im zweiten Halbjahr werde voraussichtlich über dem der ersten sechs Monate liegen.

Von

mdo

Kommentare (6)

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Ende_Gelaende

12.07.2013, 17:18 Uhr

Erinnert mich irgendwie an 2007.

Tom

12.07.2013, 17:27 Uhr

Ziemlich perfide Unternehmenskultur: Daimler schliesst Niedrigst-Werksverträge mit Sub-Unternehmen für die gleiche Arbeit ab, damit diese Arbeitnehmer hinterher beim Arbeitsamt aufstocken müßen. Weil es zum Leben nicht reicht. So kann man natürlich auch auf einen Gewinn von 5,2 Milliarden kommen. Subventioniert durch Steuerngeldern. Gottlieb Daimler würde sich im Grabe umdrehen...

HB-Leser

12.07.2013, 18:20 Uhr

Genau, so wirds gemacht! Alle jetztigen Mitarbeiter durch neue ersetzen mit Werkverträgen mit Hartz-IV-Anspruch und schon stimmt die Rendite! Jawohl, jawohl, jawohl, dass freut den Aktionär! Gute Autos bauen, welch ein Unfung! Inovative Autos bauen, welch ein Unfug! Es reicht aus die alte überkommene Technologie in neuen (Schläuchen) Chassis zu überhöhten Preisen anzubieten und schon stimmt die Rendite und alle Aktionäre sind glücklich! Wenn die Werkverträgler noch zu teuer sind, hilft nur noch die Wiedergeburt der 1-Euro Jobber oder der Ich-AGs mit einem Monatsentgelt von 30.- Euro. Dann hält Daimler noch eine Weile durch, bis alle merken dass nur noch Schrott verkauft wird. Dann hat aber Zetsche sein Ziel erreicht und Daimler ruiniert und kassiert seine Boni von "GM".

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