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29.04.2016

17:47 Uhr

Merck-Chef

Kley übergibt an Nachfolger Oschmann

Stabwechsel beim Pharma- und Chemiekonzern: Bei Merck verabschiedet sich Vorstandschef Karl-Ludwig Kley. Er macht dem Unternehmen Hoffnung auf gute Zahlen auch für das laufende Jahr.

Der scheidende Merck-Chef, Karl-Ludwig Kley, auf der Hauptversammlung des Pharma- und Chemiekonzerns. dpa

Führungswechsel bei Merck

Der scheidende Merck-Chef, Karl-Ludwig Kley, auf der Hauptversammlung des Pharma- und Chemiekonzerns.

FrankfurtBeim Pharma- und Chemiekonzern Merck KGaA hinterlässt der scheidende Vorstandsvorsitzende Karl-Ludwig Kley seinem Nachfolger Stefan Oschmann ein bestelltes Haus. Nach einem starken Wachstum 2015 hat sich das Darmstädter Unternehmen für das laufende Jahr zweistellige Steigerungen bei Umsatz und operativem Gewinn vorgenommen. Alle Geschäftsbereiche seien gut in das neue Jahr gestartet, sagte Kley am Freitag bei der Hauptversammlung des Unternehmens, aus dem er sich nach neun Jahren als Vorstandschef zurückzieht.

Eine detailliertere Prognose kündigte Kley für den 19. Mai an, wenn Merck seine Zahlen für das erste Quartal vorlegen will. Für die Pharmasparte kündigte er zwei Zulassungsanträge an, einen davon für den immunonkologischen Produktkandidaten Avelumab. Der Antikörper soll das menschliche Immunsystem im Kampf gegen Tumore wappnen. Zuerst könnte die Zulassung zur Anwendung bei einer seltenen Hautkrebsform gelingen und 2017 erste Umsätze bringen.

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Nach zehn Jahren an der Spitze verlässt Karl-Ludwig Kley den Pharmakonzern Merck und wird Chefaufseher bei Eon. Im Interview zieht er Bilanz und spricht über die Leistung von Unternehmern und das Ende politischer Gewissheiten.

Im Laborgeschäft integriert Merck seinen mit 17 Milliarden US-Dollar bisher teuersten Zukauf, den Ausrüster Sigma-Aldrich. „Die bis 2018 geplanten Einsparungen und Synergien von 260 Millionen Euro werden wir abliefern“, sagte Kley. Im Displaygeschäft will Merck seine Marktführerschaft sichern, dabei soll das Geschäft mit Flüssigkristallen sowie neue Technologien wie etwa organische Leuchtdioden, sogenannte OLEDs, helfen. Anders als im Vorjahr sei 2016 aber mit leicht negativen Währungseffekten zu rechnen.

Unter Kley, der 2006 zum Unternehmen kam und ein Jahr später Chef wurde, hat sich Merck gewandelt und erneuert. Übernahmen im Volumen von insgesamt 31 Milliarden Euro gingen über die Bühne. Dazu gehörte 2007 die Übernahme des Schweizer Biotech-Unternehmens Serono, im Gegenzug trennte sich Merck von seinem Generika-Geschäft. 2010 kam der US-Laborausrüster Millipore dazu, der das Laborgeschäft der Darmstädter wesentlich stärkte.

Aufsichtsratschef Wolfgang Büchele sagte, Kley habe Hervorragendes geleistet. Der Manager wird künftig weiter in mehreren Aufsichtsräten aktiv sein, unter anderem wird er vom Sommer an den Vorsitz im Aufsichtsrat beim Energiekonzern Eon übernehmen.

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Der scheidende Merck-Chef Karl-Ludwig Kley vergleicht sein Werk mit einer Kathedrale. Doch es gibt noch Baustellen beim Darmstädter Konzern: Nach mehreren großen Zukäufen sucht Merck nun neue Wege zum Wachstum.

Kley sagte, der Umbau des Unternehmens wäre ohne den Rückhalt der Familie Merck nicht möglich gewesen, die rund 70 Prozent des Gesamtkapitals am Unternehmen hält. Sein Nachfolger Stefan Oschmann kam 2011 von der US-Namensschwester Merck (MSD) zu den Darmstädtern und verantwortete das Pharmageschäft. Zuletzt war er Kleys Stellvertreter. Der Wechsel an der Konzernspitze steht seit Oktober fest.

Von

dpa

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