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04.06.2012

12:32 Uhr

Merck-Konzern

Betriebsrat rechnet mit Jobabbau ohne Kündigung

Nach Einschätzung des Merck-Betriebsrats könnten im Konzern 900 Stellen ohne Kündigungen wegfallen. Der Pharmakonzern steht vor einem großen Umbau, bei dem betriebsbedingte Kündigungen möglichst vermieden werden sollen.

In Deutschland beschäftigt der Merckkonzern rund 10.600 Menschen. Reuters

In Deutschland beschäftigt der Merckkonzern rund 10.600 Menschen.

DarmstadtBayer will mit neuen Krebsmedikamenten sein Pharmageschäft ankurbeln. Nach dem schon zugelassenen Leber- und Nierenkrebspräparat Nexavar sollen bald zwei weitere Medikamente, Regorafenib und Alpharadin, den Umsatz im Arzneimittelgeschäft steigern. Der Pharma- und Chemiekonzern veröffentlichte am Montag im Rahmen des weltgrößten Krebsmedizin-Kongresses ASCO in Chicago positive Studienergebnisse zu den Wirkstoffen. "Wir sind überzeugt, dass Regorafenib und Alpharadin Milliarden-Euro-Produkte werden können", sagte die Leiterin des Onkologie-Geschäfts von Bayer, Alison Ayers-Ptaszek, der Nachrichtenagentur Reuters. Die beiden Krebsmittel gehören zu insgesamt vier Substanzen in der fortgeschrittenen Entwicklung, denen Bayer Milliardenumsätze zutraut.

Auch Analysten äußerten sich positiv. "Diese Daten unterstützen das Blockbuster-Potenzial von beiden Wirkstoffen", erklärte Edouard Aubery vom Brokerhaus Equinet. Dabei seien die neuen Daten zu Alpharadin besser ausgefallen als die bereits guten Zwischenergebnisse vom Juni 2011.

In einer der Studien testete Bayer Regorafenib bei Patienten mit fortgeschrittenen GIST-Tumoren, das ist ein Krebs des Magen-Darmtrakts. In dem Test mit 199 Patienten konnte der Wirkstoff Bayer zufolge das Fortschreiten der Krankheit um mehrere Monate hinauszögern. Im Mittel lebten die Patienten, die die Bayer-Substanz erhielten, 4,8 Monate ohne ein weiteres Voranschreiten der Krankheit. Bei Patienten, die ein Placebo bekamen, waren es weniger als ein Monat. Bayer zufolge konnte eine Behandlung mit Regorafenib das Risiko, dass der Krebs sich weiter ausbreitet oder dass der Patient stirbt, um 73 Prozent verringern. An dem Phase-III-Test mit dem Namen "GRID" nahmen Patienten teil, bei denen die Standardmittel Sutend von Pfizer und Gleevec/Glivec von Novartis nicht mehr wirkten. Teilnehmer, die ein Placebo erhielten, konnten zu Regorafenib wechseln, sobald die Erkrankung wieder voranschritt. Laut Bayer nutzten 85 Prozent der Betroffenen diese Möglichkeit.

Bayer plant nun im zweiten Halbjahr, erste Zulassungsanträge für das Medikament zur Behandlung von Magen-Darm-Tumore (GIST) zu stellen. Erst kürzlich hatte Bayer in den USA und in Europa die Genehmigung des Medikaments zur Behandlung von fortgeschrittenem Darmkrebs beantragt. Regorafenib ist eine Nachfolge-Substanz des Wirkstoffs Sorafenib, auf dem das Bayer-Krebsmittel Nexavar basiert. Nexavar ist in mehr als 100 Ländern auf dem Markt und brachte Bayer 2011 Umsätze von 725 Millionen Euro. Beide Substanzen sind Multikinase-Hemmer, die das weitere Tumor-Wachstum stoppen sollen. Die US-Biotechfirma Onyx, mit der Bayer bei Nexavar zusammenarbeitet, soll an künftigen Umsätzen mit Regorafenib im Feld Krebs beteiligt werden.

Bayer veröffentlichte zudem aktualisierte Daten aus einer Phase-III-Studie mit dem Wirkstoff Alpharadin zur Behandlung von fortgeschrittenem Prostatakrebs. Danach verlängerte der Wirkstoff das Leben von Patienten, bei denen der Krebs sich bereits auf die Knochen ausgebreitet hat, um einige Monate. Im Schnitt lebten die mit Alpharadin und einer Standardtherapie behandelten Patienten noch 14,9 Monate. Bei Patienten, die zusätzlich zu einer Standardtherapie nur ein Placebo erhielten, waren dies 11,3 Monate. Bayer hatte bereits 2011 Zwischendaten aus der Studie mit dem Namen "Alsympca" veröffentlicht, an der 921 Patienten teilnahmen. Damals betrug der Unterschied nicht 3,6 sondern nur 2,8 Monate.

Bayer will im zweiten Halbjahr für das Mittel die Zulassung zur Behandlung von Prostatakrebs in den USA und in Europa zu beantragen. Der Leverkusener Konzern hatte sich die Rechte an dem Präparat von der norwegischen Firma Algeta gesichert, der bei einer Zulassung weitere Gelder winken. An Prostatakrebs sterben jedes Jahr mehr als 250.000 Männer. Es ist bei Männern in den USA und in Nordeuropa die häufigste Krebsart. Entsprechend arbeiten aktuell mehrere Konzerne an neuen Medikamenten gegen die Krankheit. Dazu gehören beispielsweise die Arzneien Zytiga von Johnson & Johnson sowie das Mittel Provenge des Rivalen Dendreon.

Von

dpa

Kommentare (1)

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B.L.

04.06.2012, 17:43 Uhr

Wieso der Titel zu Merck und der ARtikel über Bayer? Hat der Autor da etwas verwechselt?

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