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21.01.2006

15:41 Uhr

Messe für Ernährungswirtschaft, Landwirtschaft und Gartenbau

Gäste auf der Grünen Woche gaben weniger aus

Die Aussteller werten die Grüne Woche in Berlin als Erfolg - trotz eines leichten Besucherrückgangs und deutlich geringerer Ausgaben der Gäste. Entscheidend sei das Signal für einen politischen und wirtschaftlichen Aufbruch.

HB BERLIN. Zur weltgrößten Branchenschau kamen mehr als 400 000 Besucher (2005: 430 000), teilte die Messe Berlin am Samstag mit. Die Gäste hätten trotz finanzieller Zurückhaltung mehr als 40 Millionen Euro in den Messehallen ausgegeben.

Die 1600 Aussteller aus 53 Ländern äußerten sich insgesamt zufrieden über ihre Beteiligung, heißt es im Abschlussbericht. Bauernpräsident Gerd Sonnleitner wertete die Grüne Woche als Signal für einen politischen und wirtschaftlichen Aufbruch. Die 71. Grüne Woche endet nach zehn Tagen an diesem Sonntag.

Aus den Hallen unter dem Funkturm seien von Unternehmen zahlreiche Geschäftsabschlüsse gemeldet worden. Allein Russland berichtete von Verträgen über rund 200 Millionen Euro, heißt es im Abschlussbericht. Es wurden Kontrakte über die Lieferung von Hühnerstalleinrichtungen, Schweinezuchtanlagen und auch einer Rapsmühle geschlossen. Anbieter aus Mittel- und Osteuropa hätten die weltgrößte Schau der Agrar- und Ernährungsindustrie als Testmarkt für ihre Produkte genutzt.

Die Ausgaben der Messegäste hätten beim direkten Verzehr wie im Vorjahr 25 Euro pro Kopf betragen, schreibt die Messe. Zusätzlich seien noch Waren für im Schnitt 74 Euro bestellt worden. „Insgesamt liegen die Pro-Kopf-Ausgaben mit 100 Euro konjunkturbedingt unter den Ausgaben des Vorjahres von 132 Euro“, wird berichtet.

In der Halle der Bundesländer seien die Anbieter aber durchweg zufrieden. Die Aussteller erreichten zumeist die hohen Umsätze des Vorjahres, sagte CMA-Sprecher Detlef Steinert. In der Brandenburghalle gab es laut Agrarministerium sogar Umsatzzuwächse von 10 bis 20 Prozent. Das Interesse der Besucher für Verbraucheraufklärung sei insgesamt erneut groß gewesen.

Die Vogelgrippe war auf der Messe kein Thema. Nach den Berichten über Gammelfleisch sieht sich die Biobranche weiter im Aufwind. Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer (CSU) nutze seinen ersten Auftritt auf der Messe als Minister zur Klarstellung seiner Positionen. Strittige Themen der Grünen Woche waren der Einsatz genmanipulierter Pflanzen und die Verordnung zum Halten von Legehennen. Die Landwirte stellten sich auch als Energieproduzenten vor. Denn Bioenergie ist ein Thema der Zukunft.

Der Ton zwischen Politik und Landwirtschaft hat sich auf der Messe merklich verbessert, lautete das Fazit von Sonnleitner. „Die politische Stimmung war endlich wieder sachorientiert und weniger ideologisiert verbrämt.“ Die 72. Grüne Woche findet vom 19. bis 28. Januar 2007 statt.

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