Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

06.07.2012

16:09 Uhr

Messerhersteller

Zwilling profitiert vom Kochtrend

Zwilling teilt einen Gewinnsprung mit: Der operative Umsatz des Unternehmens stieg um 70 Prozent im Vorjahr. Die Krise verunsichere die Kunden zwar, Aktivitäten wie gemeinsames Kochen stünden aber hoch im Kurs.

Spezialisiert auf Messer und Klingen: Lediglich im Sektor Friseurscheren hat das Unternehmen ein leichtes Minus verzeichnet. dpa

Spezialisiert auf Messer und Klingen: Lediglich im Sektor Friseurscheren hat das Unternehmen ein leichtes Minus verzeichnet.

DüsseldorfDer Messerhersteller Zwilling profitiert mit einem Umsatz- und Gewinnsprung vom gestiegenen Stellenwert des Kochens im Familien- und Freundeskreis. Im Geschäftsjahr 2011 kletterte der Umsatz der Zwilling-Gruppe um 20 Prozent auf die Rekordhöhe von 467 Millionen Euro, teilte der Eigentümer, der Mischkonzern Werhahn, am Freitag in Düsseldorf mit.

Der operative Gewinn des Messer-, Scheren- und Topfherstellers wuchs um 70 Prozent gegenüber dem Vorjahr, weil die Fabriken in Deutschland, Belgien, Frankreich, Indien, Japan und China voll ausgelastet waren. Absolute Zahlen wollte der Werhahn-Familienkonzern dazu nicht nennen.

„In der Krise werden die Konsumenten verunsichert“, sagte der für Zwilling zuständige Werhahn-Vorstand Claus Holst-Gydesen. Studien belegten, dass es eine Rückbesinnung auf Werte und Traditionen gebe. Die Küche sei für Viele wieder Lebensmittelpunkt der Familie. „„Heute wird gemeinsam gekocht, heute wird gemeinsam gegrillt.“ Kochen sei ein Thema in TV-Sendungen und im Internet. Allerdings verzeichnete Zwilling im weltweiten Friseurscheren-Geschäft einen Umsatzrückgang von 2 Prozent. Das könnte eine Kehrseite des Familien- und Kochtrends sein, weil Konsumenten weniger ausgingen, vermutete der Manager.

Im laufenden Jahr liefen die Geschäfte besser als gedacht. Im ersten Halbjahr 2012 stieg der Umsatz der Zwilling-Gruppe um 12 Prozent. Für das Gesamtjahr wird erneut ein Rekordumsatz erwartet. Unter anderem in China, Japan, den USA und Kanada bringe die Gruppe neue Produkte auf den Markt. In China sei der Umsatz mit Töpfen größer als der mit Messer, erläuterte Holst-Gydesen. In Deutschland und auch in den USA sei Zwilling in ersten Linie eine Messermarke.

Der nicht börsennotierte Familienkonzern Werhahn hält weiter nach passenden Übernahmegelegenheiten Ausschau, darunter auch für die Sparte Konsumgüter rund um Zwilling. Werhahn sei grundsätzlich auch zu einem Großzukauf bereit. „Wir können Akquisitionen stemmen im dreistelligen Millionenbereich“, sagte Konzern-Finanzvorstand Michael Werhahn. Der Neusser Mischkonzern, zu dessen Aktivitäten auch Baustoffe, Backprodukte und Finanzdienstleistungen gehören, steigerte seinen Umsatz 2011 um 19 Prozent auf rund 2,9 Milliarden Euro. Der Konzerngewinn wuchs um gut 10 Prozent auf knapp 72 Millionen Euro.

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×