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15.07.2016

13:36 Uhr

Midea

Kuka-Investor hat Dreiviertel-Mehrheit erreicht

Als der chinesische Investor Midea seine Übernahmeoffensive bei Kuka startete, gab er 30 Prozent als Mindestziel aus. Nun marschiert Midea auf die 80-Prozent-Marke zu und könnte diese noch deutlich übertreffen.

Trotz chinesischer Mehrheit soll Kuka deutsch bleiben. dpa

Midea

Trotz chinesischer Mehrheit soll Kuka deutsch bleiben.

AugsburgWenige Stunden vor dem Auslaufen eines Übernahmeangebots für Kuka-Aktien hat der chinesische Investor Midea eine Dreiviertel-Mehrheit bei dem Roboterhersteller erreicht. Wie Midea am Freitag berichtete, halte der Hausgerätehersteller inzwischen 76,4 Prozent an dem Augsburger Unternehmen. Noch bis Freitag um 24.00 Uhr konnten die bisherigen Kuka-Aktionäre zunächst ihre Papiere zum Stückpreis von 115 Euro an Midea verkaufen, an der Börse wurde die Papiere am Freitag bei 106,70 Euro gehandelt.

Diese deutschen Firmen gehören jetzt Chinesen

Putzmeister

Der Betonpumpen-Weltmarktführer Sany Heavy Industry übernimmt im Januar 2012 das schwäbische Unternehmen für gut 320 Millionen Euro.

Kiekert

Der Pekinger Automobilzulieferer Lingyun übernimmt 2012 den Weltmarktführer für Pkw-Schließsysteme aus Heiligenhaus (NRW).

Schwing

Die Xuzhou Construction Machinery Group (XCMG) wird im April 2012 Mehrheitseigener des westfälischen Betonpumpenherstellers. Der Verkaufspreis des Herner Unternehmens soll bei rund 300 Millionen Euro liegen.

Kion

2012 steigt der chinesische Nutzfahrzeugproduzent Weichai Power beim Gabelstaplerhersteller Kion ein. Die Chinesen kaufen zunächst für 467 Millionen Euro 25 Prozent an Kion und steigern 2015 ihren Anteil auf 38,25 Prozent. Außerdem erhält der Investor für 271 Millionen Euro eine Mehrheitsbeteiligung von 70 Prozent an der Hydrauliksparte Kions.

Solibro

Das insolvente Solarunternehmen Q-Cells vereinbart im Juni 2012 den Verkauf seiner Tochterfirma mit Sitz in Bitterfeld-Wolfen an die Pekinger Hanergy Holding Group.

Sunways

Der Konstanzer Photovoltaik-Konzern ging 2012 zum Schnäppchenpreis an den chinesischen Solarriesen LDK Solar. Doch 2013 und 2014 reichte Sunways jeweils einen Insolvenzantrag ein. Teile des Unternehmens wurden in der Folge an den chinesischen Solarkonzerns Shunfeng verkauft.

Tailored Blanks

Der Industriegüterkonzern Thyssen-Krupp schließt 2013 den Verkauf seiner Tochter an den chinesischen Stahlkonzern Wuhan Iron and Steel (Wisco) ab. Zum Preis machen beide Seiten keine Angaben.

Koki Technik Transmission Systems

Das chinesische Unternehmen Avic Electromechanical Systems (Avicem) – eine Tochter der staatlichen Unternehmensgruppe Aviation Industry Corporation of China (Avic) – übernimmt 2014 den sächsischen Autozulieferer. Ein Kaufpreis wird nicht genannt.

Hilite

Avic übernimmt 2014 für 473 Millionen Euro den deutschen Autozulieferer.

Krauss-Maffei

Im Januar 2016 verkauft Onex den Münchener Spezialmaschinenbauer Krauss-Maffei an ein Konsortium um die staatliche National Chemical Corporation (Chemchina). Der größte Chemiekonzern des Landes zahlt 925 Millionen Euro für den traditionsreichen Hersteller von Spritzgießmaschinen für die Kunststoff- und Gummi-Verarbeitung.

EEW

Die chinesische Holding Beijing Enterprises kauft im Februar 2016 den Abfallkonzern EEW Energy from Waste aus Helmstedt für 1,438 Milliarden Euro. Verkäufer ist der schwedische Investor EQT. EEW hat nach eigenen Angaben 1050 Mitarbeiter. Die 18 Anlagen der Gruppe können jährlich rund 4,7 Millionen Tonnen Abfall zu Energie machen und umweltschonend beseitigen. Die Fabriken erzeugen Prozessdampf für Industriebetriebe, Fernwärme für Wohngebiete und Strom für umgerechnet rund 700.000 Haushalte.

Manz

Die Shanghai Electric Group steigt im Frühjahr mit Anteilen von etwa 20 Prozent bei dem angeschlagenen Maschinenbauer ein.

Kuka

Das Augsburger Unternehmen Kuka baut nicht nur Roboter, sondern ist auch Systemanbieter rund um die digital vernetzte Industrie. Der chinesische Midea-Konzern hat Kuka ein Übernahmeangebot im Umfang von 4,5 Milliarden Euro gemacht und mit dessen Hilfe knapp 95 Prozent der Kuka-Anteile übernommen.

Doch auch nach dem Auslaufen der Übernahmefrist in der Nacht zum Samstag können die Aktionäre das Angebot noch annehmen. Da Midea das Mindestziel von 30 Prozent erreicht hat, gibt es eine gesetzlich vorgeschriebene Nachfrist von zwei Wochen. Diese soll vom kommenden Donnerstag (21. Juli) bis 3. August dauern.

Bereits vor dem Übernahmeangebot hatte Midea 13,5 Prozent an Kuka gehalten. Seit Mitte Juni hat der chinesische Konzern nun weitere 25 Millionen Aktien aufgekauft, dafür musste Midea bereits knapp 2,9 Milliarden Euro aufwenden. Am Montag will Midea bekannt geben, wie viele Aktionäre letztlich in der regulären Frist das Angebot angenommen haben.

Kuka-Vorstandschef Till Reuter hatte am Donnerstag erneut betont, dass sein Unternehmen trotz der chinesischen Mehrheit weiter deutsch bleibe. Kuka habe bayerische Wurzeln und daran sei Midea auch interessiert, sagte er bei der Eröffnung des 60 Millionen Euro teuren Kuka-Technologiezentrums.

Vor Midea-Übernahme: Kuka putzt sich für die Chinesen raus

Vor Midea-Übernahme

Kuka putzt sich für die Chinesen raus

Vor der Übernahme präsentiert sich Roboterbauer Kuka noch einmal von seiner besten Seite. Zur Eröffnung des neuen Entwicklungszentrums kamen zwar keine Midea-Vertreter. Trotzdem wirft der Deal seine Schatten voraus.

Kuka hat mit Midea einen bis einschließlich 2023 gültigen Investorenvertrag geschlossen, um bis zu diesem Zeitpunkt die Unabhängigkeit der Konzernzentrale und alle 12 300 Arbeitsplätze zu sichern. Rund 3500 Beschäftigte arbeiten um Unternehmenssitz in Augsburg.

Von

dpa

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