Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

07.01.2008

18:26 Uhr

Militärtransporter A400M

EADS-Chef dementiert neue Verzögerungen

EADS -Chef Louis Gallois hat einen Bericht über neue Verzögerungen beim Militärtransporter A400M zurückgewiesen, den auch Deutschland bestellt hat. Zuvor hatte die Bundesregierung dem Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS erneut mit Vertragsstrafen gedroht.

HB PARIS/BERLIN. "Wir haben keine neue Evaluierung angestellt seit der ursprünglichen, nach der sich die Auslieferung um sechs bis zwölf Monate verspäten dürfte", sagte Gallois am Montag in der Nähe von Paris. Es bleibe dabei, dass der Erstflug im Sommer stattfinden solle. Einem Bericht der "Wirtschaftswoche" zufolge ist der für Juli vorgesehene Erstflug in Gefahr, weil es über die bekannten Triebwerksprobleme hinaus nun auch Schwierigkeiten mit dem Flugzeugrumpf und den Tragflächen gebe.

Die Deutsche Bank senkte das EADS -Rating auf "Verkaufen". Als Grund nannte sie Befürchtungen, dass der schwache Dollar und ein möglicherweise abflauender Flugzeugmarkt Konsequenzen für den europäischen Konzern haben könnten. Gallois wies solche Bedenken zurück. "Wir sind auf dem Höhepunkt des Konjunkturzyklus. Die Aufträge für Airbus, Eurocopter und EADS als ganzes waren noch nie so hoch", erklärte er. Er verstehe nicht, wo die Befürchtungen über die Auftragslage des Konzerns herkämen.

Die Bundesregierung drohte EADS wegen der Lieferprobleme erneut mit Vertragsstrafen. Verteidigungsminister Franz Josef Jung habe Sanktionen eindeutig in Betracht gezogen, bekräftigte ein Sprecher seines Ministeriums am Montag. Bereits im Herbst hatte EADS eingeräumt, dass der A400M wegen Triebwerksproblemen sechs bis zwölf Monate später als geplant ausgeliefert wird. Die Bundeswehr hat 60 der Flugzeuge bestellt und ursprünglich mit der Auslieferung ab August 2010 gerechnet. Nun dürften die ersten Maschinen frühestens 2011 in Deutschland ankommen.



Nun soll EADS Klarheit schaffen. Sollte es wirklich weitere Schwierigkeiten geben, erwarte das Ministerium, dass der Konzern dies in die neue Zulaufplanung für den A400M einarbeite, sagte der Sprecher. Beim A400M wartet das Ministerium derzeit auf die neue Auslieferungsplanung von EADS mit konkreten Lieferterminen. Auch beim Transporthubschrauber NH90, der von der EADS -Tochter Eurocopter hergestellt wird, könnte es der "Wirtschaftswoche" zufolge neue Lieferverzögerungen geben. Die Bundeswehr hat 80 dieser Helikopter bestellt.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf "Zum Home-Bildschirm"

Auf tippen, dann "Zum Startbildschirm hinzu".

×