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04.05.2011

10:30 Uhr

Milliarden-Gewinn

BMW schlägt im Kampf gegen Audi und Daimler zurück

BMW profitiert vom weltweiten Autoboom und vor allem von der großen Nachfrage nach teuren und großen Limousinen und Geländewagen. Die Münchener haben im ersten Quartal die ohnehin hohen Erwartungen getoppt.

Mit umweltfreundlichen Wagen wie dem ActiveE verdient BMW noch lange kein Geld, aber bisher reicht es auch mit klassischen Motoren. Quelle: Reuters

Mit umweltfreundlichen Wagen wie dem ActiveE verdient BMW noch lange kein Geld, aber bisher reicht es auch mit klassischen Motoren.

MünchenBMW hat seinen Gewinn zum Jahresauftakt nahezu vervierfacht und damit seine größten Rivalen Mercedes und Audi abgehängt. Der Münchner Autobauer, der als letzter großer deutscher Autokonzern seine Quartalszahlen vorlegte, profitiert wie die Konkurrenz vom anhaltenden Boom in vielen Schwellenländern und einer höheren Nachfrage in etablierten Märkten wie den USA und Europa. Zudem verkaufte das Unternehmen mehr seiner teuren Limousinen und Geländewagen, wodurch die operative Marge im Automobilgeschäft auf 11,9 Prozent nach oben schoss - Mercedes kommt derzeit lediglich auf 9,3, Audi auf 10,6 Prozent.

„Die BMW Group ist stark in das neue Geschäftsjahr gestartet“, sagte Firmenchef Norbert Reithofer am Mittwoch in München. „Wir haben ein neues Rekordergebnis erzielt und mehr Fahrzeuge verkauft als jemals zuvor in einem ersten Quartal.“ Der Absatz der Kernmarke BMW stieg im ersten Quartal um 21 Prozent auf 321.175 Fahrzeuge, womit die Münchner ebenfalls vor Audi und Mercedes liegen. Ein Ende dieses Trends ist nicht absehbar: In den USA, dem wichtigsten Absatzmarkt von BMW, verkauften die Münchner im April erneut deutlich mehr Autos als der Konkurrent aus Stuttgart.

An der Börse kamen die Ergebnisse gut an: Die BWM-Aktie legte über zwei Prozent auf 64,73 Euro zu und gehörte damit zu den größten Gewinnern im Leitindex Dax.

Im ersten Quartal baute BMW den Gewinn auf 1,2 Milliarden Euro aus von 324 Millionen ein Jahr zuvor und übertraf damit deutlich die Erwartungen der Analysten. Der Umsatz legte im Startquartal um 28,9 Prozent auf 16,0 Milliarden Euro zu und lag damit ebenfalls über den Prognosen der Experten. „Wir sind auf einem guten Weg, im laufenden Geschäftsjahr neue Bestmarken bei Absatz und Konzernergebnis zu erreichen“, bekräftigte Firmenchef Reithofer. Er unterstrich zudem, dass BMW im Autogeschäft weiter eine operative Marge über der des Vorjahres anstrebe. 2010 hatte BMW allerdings lediglich acht Prozent erzielt und zuckelte der Konkurrenz so mit deutlichem Abstand hinterher.

Einige Experten rechnen deshalb in absehbarer Zeit mit einer Anhebung der Ziele. „Nach den starken Quartalszahlen sieht die Jahresprognose sehr konservativ aus“, erklärte Analyst Michael Punzet von der DZ Bank in einer Kurzanalyse.

BMW will in diesem Jahr deutlich mehr als 1,5 Millionen Autos verkaufen und strebt damit wie meisten großen deutschen Hersteller einen Absatzrekord an. Dass höhere Öl- und Spritpreise und die Atom- und Naturkatastrophe in Japan die Geschäfte der deutschen Hersteller bisher nicht bremsen, hatte bereits die Konkurrenz unter Beweis gestellt: Daimler und Audi verdoppelten ihren Gewinn zum Jahresauftakt in etwa, VW konnte den Überschuss mehr als verdreifachen.

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