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06.05.2014

15:24 Uhr

Milliarden-Zukauf

Bayer setzt auf schöne Geschäfte mit der Gesundheit

Heidi Klum wirbt für die Merck-Tochter Dr.Scholl's. Möglicherweise ist sie damit bald die neue Werbeikone des Pharmakonzerns Bayer. Denn die Leverkusener kaufen die Merck-Gesundheitssparte. Kann der Deal gut gehen?

Werbegesicht von Dr. Scholl’s: Heidi Klum wirbt für neue, ausgefallene Gesundheitsschuhe des Herstellers, der bald zu Bayer gehört. dpa

Werbegesicht von Dr. Scholl’s: Heidi Klum wirbt für neue, ausgefallene Gesundheitsschuhe des Herstellers, der bald zu Bayer gehört.

LeverkusenNicht weit entfernt vom Bayer-Kreuz wurde Heidi Klum geboren. Insofern passt es ganz gut, dass das Leverkusener-Pharmaunternehmen jetzt eine Marke zukauft, für die das Model aus Bergisch-Gladbach wirbt. Der Bayer-Konzern will die Sparte für rezeptfreie Medikamente des US-Pharmariesen Merck & Co für 14,2 Milliarden US-Dollar (10,4 Milliarden Euro) übernehmen. Das teilte Bayer am Dienstag in Leverkusen mit. Zu der Sparte gehören auch die Fußpflegeprodukte von Dr. Scholl’s – für die Klum erst im April vor den Kameras posierte.

Der Deal mit Merck & Co – es ist die größte Übernahme des Pharma- und Chemiekonzerns seit dem Kauf des Berliner Arzneimittelrivalen Schering für rund 17 Milliarden Euro im Jahr 2006. „Diese Akquisition ist ein bedeutender Meilenstein auf unserem Weg zur angestrebten globalen Marktführerschaft im attraktiven Geschäft mit rezeptfreien Arzneimitteln“, erklärte Bayer-Chef Marijn Dekkers.

Die größten Pharmakonzerne nach Jahresumsatz

Platz 10

Teva (Israel)
20,3 Milliarden Dollar

Veränderung zum Vorjahr: +/- 0 %

Pharma-Umsätze im Jahr 2013, Quelle: Unternehmen

Platz 9

Eli Lilly (USA)
21,0 Milliarden Dollar

Veränderung zum Vorjahr: +1,9 %

Platz 8

Astra-Zeneca (Großbritannien)
25,7 Milliarden Dollar

Veränderung zum Vorjahr: -8,1 %

Platz 7

Johnson & Johnson (USA)
28,1 Milliarden Dollar

Veränderung zum Vorjahr: +10,9 %

Platz 6

Glaxo Smith Kline (Großbritannien)
33,5 Milliarden Dollar

Veränderung zum Vorjahr: -1,3 %

Platz 5

Sanofi (Frankreich)
37,1 Milliarden Dollar

Veränderung zum Vorjahr: -2,9 %

Platz 4

Merck (USA)
37,4 Milliarden Dollar

Veränderung zum Vorjahr: -7,8 %

Platz 3

Roche (Schweiz)
39,0 Milliarden Dollar

Veränderung zum Vorjahr: +3,9 %

Platz 2

Novartis (Schweiz)
47,5 Milliarden Dollar

Veränderung zum Vorjahr: +1,6 %

Platz 1

Pfizer (USA)
47,9 Milliarden Dollar

Veränderung zum Vorjahr: -6,5 %

Mit der Übernahme kommt Dekkers seinem Ziel näher, in dem Geschäft den US-Konzern Johnson & Johnson vom Thron zu stoßen. Der Weg für Bayer zu dem Deal war frei geworden, nachdem sich der letzte Mitbewerber Reckitt Benckiser aus dem Bieterrennen verabschiedet hatte.

Die Leverkusener kamen 2013 in dem Segment auf Umsätze von 3,9 Milliarden Euro mit Präparaten wie Aspirin, Alka Seltzer und dem Magenmittel Rennie. Zur Merck-Sparte gehören neben Dr. Scholl’s auch Coppertone-Sonnencremes und das Allergiemittel Claritin. Merck hatte mit den frei verkäuflichen Produkten 2013 rund 1,9 Milliarden Dollar Umsatz eingefahren. Durch die Akquisition steige Bayer weltweit zum zweitgrößten Anbieter von rezeptfreien Medikamenten auf, die auch als OTC-Produkte (Over the Counter) bezeichnet werden.

Rezeptfreie Arzneien wie Hustenpastillen und Schnupfenmittel werfen zwar oft weniger Rendite ab als verschreibungspflichtige Medikamente für schwere Krankheiten. Dafür gilt das Geschäft als weniger risikoreich – und es liefert stabile Einnahmen. Weltweit werden mit diesen Präparaten und Gesundheitsprodukten etwa 200 Milliarden Dollar im Jahr umgesetzt.

Bayer hatte bereits 2004, noch unter Dekkers’ Vorgänger Werner Wenning, sein Geschäft mit verschreibungsfreien Präparaten mit dem Kauf der entsprechenden Sparte des Schweizer Pharmariesen Roche gestärkt. 2012 sollte ein weiterer Schritt zum Ausbau des Geschäfts folgen. Bayer wollte die US-Firma Schiff Nutrition übernehmen. Reckitt Benckiser schlug Bayer damals aber aus dem Feld. In einem anderen Bereich hat Dekkers im laufenden Jahr schon einmal zugeschlagen – 2,1 Milliarden Euro legte er für den Krebsspezialisten Algeta aus Norwegen auf den Tisch. Das Krebsgeschäft verspricht hohe Wachstumsraten.

Kommentare (4)

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Account gelöscht!

06.05.2014, 12:46 Uhr

"Bayer setzt auf schöne Geschäfte mit der Gesundheit"
_________________________

Und das deutsche Frolleinwunder Heidi lächelt in die Kameras.

Topmodelle unter sich, könnte man vermuten.

Account gelöscht!

06.05.2014, 13:19 Uhr

Für Geld macht und verkauft Heidi ALLES.

Wer glaubt ihr denn noch??

Account gelöscht!

06.05.2014, 14:24 Uhr

Giftspritzer unter sich!

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