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25.07.2012

18:18 Uhr

Milliardenaufträge

Boeing erwartet goldene Zukunft

Nach Milliardenaufträgen in Farnborough für die neue kerosinsparende B737 max blickt Boeing optimistisch in die Zukunft. Der Airbus-Konkurrent hebt seine Prognosen für Gewinn und Umsatz an.

Boeing legt bessere Zahlen vor als erwartet. Reuters

Boeing legt bessere Zahlen vor als erwartet.

Seattle/Mexiko-StadtDie spritsparenden Flugzeuge treiben das Geschäft von Boeing an. Nach einer Gewinnsteigerung im Quartal hob der Airbus-Konkurrent am Mittwoch erneut seine Prognosen fürs Gesamtjahr an. Das Flugzeuggeschäft glich nachlassende staatliche Investitionen in Rüstungsprodukte sowie die wachsenden Rentenkosten des US-Konzerns aus.

Nach den Worten von Boeing-Chef Jim McNerney hat die Auslieferung von Verkehrsflugzeugen im zweiten Quartal um 27 Prozent zugelegt. 150 Maschinen verließen die Montagehallen. Auch die Geschäftsbereiche Verteidigung, Raumfahrt und Sicherheit hätten sich in einem komplizierten Marktumfeld behauptet, sagte McNerney.

Am Mittwoch heimste Boeing eine weitere Bestellung ein. Aeromexico bestellte bei dem US-Konzern insgesamt 100 Flugzeuge bei Boeing.

Der Auftrag habe ein Volumen von elf Milliarden Dollar (neun Milliarden Euro), erklärte Aeromexico am Mittwoch in einer Börsenmitteilung. Die größte Fluggesellschaft Mexikos will demnach 90 Maschinen vom Typ Boeing 737-8 MAX sowie zehn Boeing 787-9 Dreamliner kaufen.

Aeromexico-Chef Andrés Conesa sagte, die Bestellung sei das „ambitionierteste Investitionsprogramm einer nationalen Fluglinie in der Geschichte der kommerziellen Luftfahrt in Mexiko". Die Auslieferung der Dreamliner soll den Angaben zufolge im Sommer 2013 beginnen, ab 2018 soll Boeing dann die Maschinen vom Typ 737-8 MAX liefern.

Boeings Dreamliner: Bestseller mit Verspätung

Erzrivale liefert 2013 aus

Der lang erwartete „Dreamliner“ von Boeing soll das Reisen über den Wolken revolutionieren: Mit mehr als drei Jahren Verspätung liefert der US-Flugzeugbauer die erste 787 aus. Die japanische All Nippon Airways (ANA) übernahm 2011 den ersten der Langstreckenjets. Damit soll eine neue Ära in der Luftfahrt beginnen. Erzrivale Airbus wird sein Konkurrenzmodell A350 voraussichtlich erst ab Ende 2013 ausliefern.

Gute Luft und wenig Sprit

Der „Dreamliner“ wartet nach Boeing-Angaben mit größeren Fenstern, einer angenehmeren Luft und einem geringeren Spritverbrauch auf als bisherige Typen. Möglich macht das die großflächige Verwendung der leichten und stabilen Karbonfasern statt des üblichen Aluminiums.

Ärger mit der Technik

Das neue Kunststoff-Material bescherte den Amerikanern jedoch auch jede Menge Ärger, weil die Ingenieure die Technik erst erlernen mussten. Es kam zu wiederholten Verzögerungen und jeder Menge Misstönen. Eigentlich hätte der erste „Dreamliner“ schon im Mai 2008 ausgeliefert werden sollen. Von der Bestellungen her ist die 787 aber schon ein Bestseller.

Air Berlin wird deutscher Erstkunde

Boeing liegen insgesamt 799 Orders (Stand: Januar 2012) vor. Deutscher Erstkunde soll 2014 Air Berlin werden. „Jetzt, da das Flugzeug fertig zur Auslieferung ist, kann das ganze Team feiern“, sagte „Dreamliner“-Programmchef Scott Fancher nach der Unterzeichnung der Verträge mit All Nippon Airways.

Mehrkosten in Milliardenhöhe

Die Verzögerungen kosteten die Mitarbeiter nicht nur Nerven und die Kunden viel Geduld. Es entstanden auch milliardenschwere Mehrkosten. Noch ist unklar, ab welcher Stückzahl der Airbus-Rivale mit dem Flugzeug überhaupt Geld verdient.

Bis zu 290 Passagiere

Da der „Dreamliner“ laut Hersteller 20 Prozent weniger Sprit als bisherige Typen verbraucht, lohnt es sich, bislang uninteressante Langstrecken-Routen direkt zu fliegen. In der kleineren Variante des „Dreamliner“, der 787-8, finden 210 bis 250 Passagiere Platz, in der verlängerten 787-9 bis zu 290.

Vor allem im Segment der Mittelstreckenflugzeuge - dem Brot-und-Butter-Geschäft - liefern sich die Amerikaner mit den Europäern einen erbitterten Kampf um Marktanteile. Boeing will in diesem Jahr insgesamt 585 bis 600 Flugzeuge ausliefern und damit Airbus überflügeln. Die Europäer wollen in diesem Jahr 570 Maschinen an den Kunden bringen.

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