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08.01.2013

10:14 Uhr

Milliardenauftrag

Airbus wildert in Boeings Revier

Die EADS-Tochter Airbus hat einen Vorvertrag in Milliardenhöhe mit der Hawaiian Airlines geschlossen. Allerdings müssen die Piloten, die bisher nur Boeing flogen, überzeugt werden.

Ein Airbus rollt an einer Boeing vorbei. Airbus dringt in das Revier seines Konkurrenten ein. dpa

Ein Airbus rollt an einer Boeing vorbei. Airbus dringt in das Revier seines Konkurrenten ein.

Honolulu/ToulouseDer Flugzeugbauer Airbus kann auf einen weiteren Milliardenauftrag für seine modernisierte Mittelstreckenjet-Familie A320neo hoffen. Die Fluggesellschaft Hawaiian Airlines hat bei der EADS-Tochter Airbus einen Vorvertrag für 16 Exemplare der Langversion A321neo unterzeichnet, wie sie am Montagabend in Honolulu mitteilte. Hinzu kämen Optionen für neun weitere Maschinen.

Mit dem Auftrag dringt der europäische Flugzeugbauer in das Revier seines US-Rivalen Boeing ein. Die Flotte der Mittelstreckenjets von Hawaiian Airlines besteht bislang nur aus Boeing-Maschinen. Daher muss die Gesellschaft erst noch ihre Piloten von der Umstellung überzeugen.

Die bisherige Aktionärsstruktur bei EADS

European Aeronautic Defence and Space Company

EADS mit seiner Flugzeugbau-Tochter Airbus ist Europas dominierender Luft- und Raumfahrtkonzern. Die börsennotierte Aktiengesellschaft European Aeronautic Defence and Space Company (EADS) umfasst die wichtigsten Flugtechnikanbieter Deutschlands, Frankreichs und Spaniens. Der Konzern entstand im Juli 2000 nach langem Tauziehen um Standorte und Produktionsanteile.

Die französische Seite

Nach einem 2007 vereinbarten Aktionärspakt darf der französische Staat nur 15 Prozent der EADS-Anteile besitzen. Zusammen mit dem Medienkonzern Lagardère kommt er auf 22,45 Prozent der EADS-Aktien, wobei die Anteile in der Gesellschaft Sogeade gebündelt sind. Der Chef der Mediengruppe, Arnaud Lagardère, will seine 7,5 Prozent der Anteile mittelfristig verkaufen, erhebt aber seinen Anspruch auf den Mitte 2012 freiwerdenden Chefposten im Verwaltungsrat des Konzerns.

Die deutsche Seite

Mit 22,45 Prozent ist auch die deutsche Seite an EADS beteiligt. Bisher hielt DaimlerChrysler 15 Prozent und ein Konsortium von Bundesländern, privaten und öffentlichen Banken 7,5 Prozent. Allerdings behielt DaimlerChrysler nach dem ausgehandelten Kompromiss 22,5 Prozent der Stimmrechte und blieb so größter stimmberechtigter EADS-Einzelaktionär. 7,5 Prozent der EADS-Anteile soll nun die Staatsbank KfW übernehmen, so dass sich der Daimler-Anteil auf 7,5 Prozent reduziert.

Die spanische Seite

Weitere 4 Prozent an EADS hält die spanische Staatsholding SEPI, der Rest der Anteile in Höhe von 49,6 Prozent liegt im Streubesitz.

Der Aktionärspakt

Die deutschen, französischen und spanischen Haupteigentümer hatten sich bei der Gründung der EADS auf einen Pakt („Contractual Partnership“) verständigt, um das Unternehmen gegen feindliche Übernahmeversuche zu sichern und um das Heft bei dem Luftfahrt- und Rüstungskonzern in der Hand zu behalten.

Die Machtzentren

Die EADS hat ihren offiziellen Sitz in Amsterdam, in Paris und München sind die beiden Hauptzentren des Konzerns. Der Hauptsitz und die Zentrale der EADS-Tochtergesellschaft Airbus sind im französischen Toulouse angesiedelt. Hamburg wiederum ist der Sitz der deutschen Airbus-Tochtergesellschaft, die für die deutschen Werke zuständig ist.

Die insgesamt 25 Jets aus dem neuen Vertrag haben laut Preisliste einen Gesamtwert von 1,8 Milliarden US-Dollar (2,1 Mrd Euro). Allerdings sind bei Flugzeugauslieferungen Rabatte im zweistelligen Prozentbereich üblich. Die Auslieferung der Maschinen ist für die Jahre 2017 bis 2020 vorgesehen.

Von

dpa

Kommentare (3)

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Anonym

08.01.2013, 10:44 Uhr

Wie blöd sind die bei der DPA eigentlich?!?!
Hawaiian Airlines hat keine Airbus Flugzeuge in der Flotte?
Erstaunlich, als was dann die A330 gelten....die 2010 ausgeliefert wurden
http://www.airliners.de/wirtschaft/bestellungenundauslieferungen/hawaiian-airlines-erhaelt-ersten-a330/21068

Kerstin

08.01.2013, 12:22 Uhr

1,8 Milliarden Dollar sind 2,1 Millarden Euro?

Wann ist denn dieser Kursumschwung passiert ;)

Anonym

08.01.2013, 13:52 Uhr

Quote: Die Flotte der Mittelstreckenjets von Hawaiian Airlines besteht bislang nur aus Boeing-Maschinen.Unquote
A330 sind Langstreckenjets. Auf der Mittelstrecke hat Hawaiian tatsächlich nur Boeings.

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