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24.03.2011

21:00 Uhr

Milliardendeal

Rückschlag für BP bei Russland-Joint-Venture

Mit einem Milliardendeal hatten Russlands größter Ölförderer Rosneft und der britische Ölriese BP die Ölreserver im Nordpolarmeer erschließen. Nun stoppt ein Schiedsgericht das Joint Venture.

BP-Chef Executive Bob Dudley  (links) Rosneft-Präsident Eduard Khudainatov müssen ihren Zusammenarbeit erst mal auf Eis legen. Quelle: Reuters

BP-Chef Executive Bob Dudley (links) Rosneft-Präsident Eduard Khudainatov müssen ihren Zusammenarbeit erst mal auf Eis legen.

London/MoskauDer britische Ölriese BP hat einen Rückschlag für sein milliardenschweres Joint Venture mit dem russischen Rosneft-Konzern erlitten. Ein Schiedsgericht in Stockholm urteilte, dass die einstweilige Verfügung gegen den Aktientausch und die Zusammenarbeit bei der Ölförderung im Nordpolarmeer weiter Bestand habe. Das teilte BP am Donnerstag in London mit. Man werde nun versuchen, den Aktientausch einzeln voranzutreiben. In Moskau sagte der Sprecher von Regierungschef Wladimir Putin, Russland sei über das Urteil informiert worden. „Wir müssen aber erst die Details studieren“, sagte Dmitri Peskow nach Angaben der Agentur Interfax. 

Die Aktionäre von TNK-BP - eines anderen russischen BP-Joint-Ventures - hatten den Plänen einen Riegel vorgeschoben. Sie sahen die Aktionärsvereinbarungen verletzt, in denen festgelegt sei, dass BP bei Projekten in Russland den Verwaltungsrat konsultieren müsse. „Wir haben gewonnen. Der Deal ist verboten“, sagte Stan Polovets, der Chef des russischen Konsortiums AAR, der Moskauer Agentur Ria Nowosti. AAR hält die Hälfte an TNK-BP. Das Konsortium besteht darauf, dass BP als Mutterkonzern von TNK-BP nicht selbstständig in Russland vorgehen darf, und will durchsetzen, dass es statt BP in den Deal mit Rosneft einsteigt. AAR und BP halten je 50 Prozent an TNK-BP. 

BP und der Staatskonzern Rosneft hatten im Januar mit einem Milliardendeal Aufsehen erregt. Sie wollen bei Bohrungen in Russland zusammenzuarbeiten. Rosneft sollte dafür fünf Prozent der Anteile an BP halten, BP 9,5 Prozent der Rosneft-Aktien. 

TNK-BP, bei dem Altbundeskanzler Gerhard Schröder als unabhängiger Direktor im Aufsichtsrat sitzt, erreichte eine einstweilige Verfügung. Man einigte sich aber darauf, den Streit außergerichtlich zu klären. BP teilte mit, man sei „enttäuscht“ darüber, dass die Zusammenarbeit mit Rosneft nun nicht wie geplant vorangehen könne. 

Man akzeptiere die Entscheidung des Schiedsgerichtes, sei aber weiter entschlossen, eine alternative Lösung für den Konflikt zu finden.

Von

dpa

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