Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

01.03.2006

10:13 Uhr

Milliardengeschäft

Degussa gibt Bauchemie an BASF ab

Die seit längerem zum Verkauf stehende Bauchemie-Sparte der Degussa geht an den Chemieriesen BASF. Damit ist auch der Weg für die Komplettübernahme Degussas durch die RAG geebnet.

HB FRANKFURT. Der Netto-Kaufpreis betrage 2,2 Mrd. Euro, teilte Degussa am Mittwochmorgen mit. Zusammen mit zu übernehmenden Schulden ergebe sich ein Preis von mehr als 2,8 Mrd. Euro. BASF bezifferte den Transaktionswert auf 2,7 Mrd. Euro. Der Transaktion müssen noch die Kartellbehörden zustimmen. Mitte 2006 soll der Verkauf dann abgeschlossen sein.

„Durch den Erwerb werden wir uns nachhaltig Wachstumspotenziale des Bauchemiemarktes erschließen und unsere Position in diesem ertragsstarken Arbeitsgebiet weiter ausbauen“, erklärte BASF-Vorstand Andreas Kreimeyer. Der weltweite Markt für Bauchemikalien hat nach BASF-Angaben ein Volumen von rund 13 Mrd. Euro. Jährlich wachse er um rund 4 Prozent. Das Geschäft mit Bauchemikalien gilt als nicht sehr konjunktursensibel. 2004 erwirtschaftete Degussa nach eigenen Angaben mit den Bauchemie-Aktivitäten bei einem Umsatz von 1,8 Mrd. Euro einen operativen Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 201 Mill. Euro. In den ersten neun Monaten 2005 lag der Umsatz bei 1,5 Mrd. Euro und das Ebit bei 174 Mill. Euro.

Der Verkauf an den Ludwigshafener Chemiekonzern war erwartet worden, nachdem beide Unternehmen seit zwei Wochen in exklusiven Verhandlungen standen. Die Arbeitnehmervertreter der Degussa hatten sich für einen Verkauf an BASF ausgesprochen. Nur ein strategischer Investor wie BASF stelle sicher, dass die etwa 7 400 Mitarbeiter der Bauchemiesparte auch künftig mit klaren Tarif- und Mitbestimmungsstrukturen rechnen könnten. BASF hatte der Degussa schon im Dezember exklusive Gespräche über die Transaktion vorgeschlagen.

Degussa steht vor der vollständigen Übernahme durch den Mischkonzern RAG, die ehemalige Ruhrkohle AG. Ein Milliarden-Erlös für die Bauchemie könnte der RAG bei der Finanzierung der Übernahme helfen. Mit Den außen stehenden Aktionären hatte das Essener Unternehmen Ende Januar ein Kaufangebot zu 42 Euro für jede Degussa-Aktie unterbreitet. Sollten am Ende nicht alle außen stehenden Aktionäre verkauft haben, ist im Sommer eine Zwangsabfindung (Squeeze-Out) vorgesehen. Außerdem will die RAG, die bislang eine knappe Mehrheit von 50,1 Prozent an dem Düsseldorfer Spezialchemieanbieter hält, den Eon-Anteil von rund 43 Prozent erwerben. Hier bietet die RAG 31,50 Euro je Anteilschein.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×