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17.01.2017

16:59 Uhr

Milliardeninvestition

Auch GM beugt sich Trump

Donald Trump hatte General Motors auf Twitter ins Visier genommen. Der US-Autobauer reagiert nun und will eine Milliarde Dollar in seine US-Standorte investieren. Hyundai und Walmart ziehen ebenfalls nach.

Der US-Autohersteller will eine Milliarde Dollar in den USA investieren. AP

General Motors

Der US-Autohersteller will eine Milliarde Dollar in den USA investieren.

Washington/SeoulDie Opel-Mutter General Motors (GM) beugt sich dem Druck des künftigen US-Präsidenten Donald Trump. Amerikas führender Autobauer will in den nächsten zwei bis drei Jahren rund 7000 Arbeitsplätze in den USA schaffen, wie der Konzern am Dienstag mitteilte. Insgesamt soll 2017 zusätzlich eine Milliarde Dollar in die Produktion im Heimatmarkt gesteckt werden. Vergangenes Jahr hatte das Unternehmen bereits Investitionen in Höhe von 2,9 Milliarden Dollar angekündigt. Unter anderem sollen jetzt etwa 450 Stellen in der Achsenproduktion von Mexiko in den US-Bundesstaat Michigan verlagert werden.

Trump stört sich daran, dass in den USA viele Jobs in der Industrie gestrichen wurden. Er will sich vor allem Hersteller vornehmen, die günstiger in Mexiko produzieren und dann in die USA exportieren. Ein Strafzoll von 35 Prozent steht im Raum. Deswegen ist die Branche, auch die exportstarke deutsche Industrie, in Alarmbereitschaft. Namentlich nannte Trump zuletzt in einem „Bild“-Interview BMW. Die Münchner wollen aber an den Plänen für ein neues Werk in Mexiko festhalten. „Wir werden 2019 das Werk eröffnen und dort den 3er bauen“, so Vorstandsmitglied Peter Schwarzenbauer.

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Donald Trump droht Unternehmen mit Strafzöllen für in Mexiko produzierte Autos. Die Deutschen wollen an ihren geplanten Werken festhalten. Zugeständnisse an den künftigen US-Präsidenten sind aber möglich.

Der südkoreanische Kleinwagen-Spezialist Hyundai teilte mit, er werde seine Investitionen in den USA in den nächsten fünf Jahren um die Hälfte auf 3,1 Milliarden Dollar aufstocken. Außerdem werde erwogen, dort eine neue Fabrik zu bauen. Die Hyundai-Gruppe, zu der auch Kia gehört, exportiert deutlich mehr in die USA als andere Hersteller.

In der Kritik standen zuletzt auch Toyota und Ford. Die Japaner haben mittlerweile angekündigt, in den nächsten fünf Jahren zehn Milliarden Dollar in den USA zu investieren. Fiat Chrysler will eine Milliarde Dollar in die Modernisierung zweier Werke im Mittleren Westen stecken und so 2000 Jobs schaffen. Ford streicht ein Projekt in Mexiko und will 700 Millionen Dollar in Michigan investieren.

Deutsche Autobauer in Mexiko und den USA

BMW in Mexiko

Der Münchner Oberklasse-Autobauer begann Mitte 2016 mit dem Bau seines ersten großen mexikanischen Werkes in San Luis Potosi. Ab 2019 soll dort der absatzstarke 3er für den Weltmarkt gebaut werden. Die jährliche Produktionskapazität des Werkes liegt bei 150.000 Stück. Es sollen mindestens 1500 neue Arbeitsplätze entstehen.

BMW in den USA

In seinem weltweit größten Werk Spartanburg, gemessen an der Produktionskapazität, baut BMW Geländewagen. Im vergangenen Jahr liefen rund 411.000 X-Modelle vom Band, 70 Prozent davon wurden aus den USA exportiert. An dem seit 1994 bestehenden Standort arbeiten mehr als 8000 Beschäftigte.

Volkswagen in Mexiko

VW betreibt in Puebla seit mehr als 50 Jahren eines seiner größten Werke mit zuletzt annähernd 15.000 Beschäftigten. Der Großteil der dort vom Band laufenden Autos wie der Jetta oder der Käfer-Nachfolger Beetle wird in die USA geliefert. Nun kommt der SUV Tiguan hinzu, der als verlängerte Version unter dem Namen Allspace auf den US-Markt gebracht werden soll.

Volkswagen in den USA

VW hat sein 2011 eröffnetes Werk in Chattanooga/Tennessee zuletzt 2015 vergrößert. Die Fabrik mit ihren rund 3200 Beschäftigten hat eine Produktionskapazität von etwa 150.000 Stück. Neben dem Passat soll dort in diesem Jahr der neue SUV für den US-Markt namens Atlas vom Band rollen.

Audi in Mexiko

Die VW-Premiumtochter hat im Herbst 2016 ihr Werk in San Jose Chiapa eröffnet und fährt derzeit die Produktion hoch. Bis zu 150.000 Fahrzeuge können in dem Werk gebaut werden. Audi fertigt dort den Geländewagen Q5 - für mehr als 100 Märkte weltweit. Im Audi-Werk sollen insgesamt 4200 Arbeitsplätze entstehen.

Audi in den USA

In den USA hat die Marke mit den vier Ringen ebenso wie die Konzernschwester Porsche keine Fertigung.

Daimler in Mexiko

Daimler zieht gerade zusammen mit seinem französisch-japanischen Partner Renault /Nissan ein Pkw-Werk in Aguascalientes hoch, in dem Kompaktmodelle vom Band rollen sollen. Die Produktion von Fahrzeugen der Nissan-Nobelmarke Infiniti soll im November 2017 anlaufen, Mercedes-Benz will im Frühjahr 2018 mit Kompaktwagen wie der neuen A-Klasse oder dem Mini-SUV GLA starten. Die in der Nähe eines bereits bestehenden Nissan-Werks gelegene Fabrik soll eine Jahreskapazität von 230.000 Fahrzeugen haben und im Jahr 2020 rund 3600 Mitarbeiter beschäftigen.

Daimler in den USA

Mercedes-Benz baut am Standort Tuscaloosa/Alabama Geländewagen und die C-Klasse für den nordamerikanischen Markt. Die seit 1995 bestehende Fabrik hat mehr als 3500 Beschäftigte und eine Produktionskapazität von rund 300.000 Fahrzeugen im Jahr. Einschließlich Nutzfahrzeugproduktion und Forschung hat Daimler rund 22.000 Beschäftigte in den USA.

GM werde folgen, hatte Trump zuletzt gesagt. Er stört sich daran, dass einige Kompaktwagen vom Typ Chevrolet Cruze südlich der US-Grenze gebaut werden. Unter den US-Autobauern hatte GM nach Daten von 2015 mit gut 690.000 Fahrzeugen die höchste Produktion in Mexiko, überwiegend für den US-Markt.

Bei der Opel-Mutter bemüht man sich, die Wogen zu glätten. Konzernchefin Mary Barra sagte Reuters am Montag in Washington, grundsätzliches Ziel sei es, dort zu produzieren, wo verkauft werde. GM sei eine global aufgestellte Firma und werde es bleiben. „Ich glaube, dass wir mehr Gemeinsamkeiten haben als Bereiche, die uns trennen.“

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

17.01.2017, 17:47 Uhr

"Herr Fritz Porters - 18.11.2016, 11:43 Uhr

@ Herr Hoffmann

ich habe nicht diesen enormen politischen Sachverstand wie Sie, aber die von Ihnen beschriebene "Grünen-Sozialistischen Vernichtungspolitik".... ist das sowas wie ein "Gemüseauflauf"? :-D
Herrlich, die Kommentare sind echt Comedy... einige Artikel im HB sind echt besorgniserregend, aber die Kommentare können einem das Lachen zurückzaubern. Danke ...muss weiter arbeiten...aber nachher schaue ich noch mal in die Kommentare...will doch auch später noch was zu schmunzeln haben..."

"Herr Fritz Porters23.12.2016, 12:25 Uhr
Liebe komödiantische Kommentatorengemeinde,

es ist mal wieder ein Fest wie lustig hier kommentiert wird ...was wäre mein Tag ohne diese wunderbaren Geistesblitze, die hier gepostet werden. Herrlich :-)"


@Porters

VIELEN DANK Herr Porters,
es ist wirklich ein immenser Zeitaufwand, von morgens bis abends zu jedem Artikel so witzige Kommentare zu schreiben.
Bei manchen Artikeln sogar mehrere.
Schön das Sie das zu schätzen wissen.

Aber die Ehre gebührt nicht mir alleine. An den Comedy-Kommentaren sind noch weitere Leute beteiligt die auch gewürdigt sein wollen:
Paff, von Horn, Vinci Queri, Delli, Bollmohr, Caruso, Mücke, Eibel, Dirnberger,Trautmann....

ohne sie wäre ich hier sehr einsam !

Aber besonders erwähnen möchte einen, der wirklich den ganzen Tag, und damit meine ich von morgens bis abends, aber auch wirklich jeden Artikel kommentiert (er ist fleisiger als ich), und auch die meisten Artikel mehrmals kommentiert.....

das ist unser geliebter

SPIEGEL

Danke

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