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06.01.2010

12:24 Uhr

Milliardenprojekt

Katar bietet deutscher Solarbranche Chancen

VonMartin Murphy , Georg Weishaupt

Wo häufig die Sonne scheint, hat Solarkraft eine große Zukunft. Und in Katar scheint die Sonn sehr oft. Zudem hat die Golfregion die nötigen Mittel, um große Projekte zu finanzieren. So bringt Katar ein milliardenschweres Solar-Projekt voran. Heute reisen Außenminister Guido Westerwelle und Solarworld-Chef Frank Asbeck in die Region.

Katar setzt auf Solarkraft - gut für deutsche Firmen. Quelle: dpa

Katar setzt auf Solarkraft - gut für deutsche Firmen.

DÜSSELDORF. Die deutsche Solarindustrie nimmt Kurs auf die Golfstaaten. Heute brach Solarworld-Chef Frank Asbeck mit einer Delegation um Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) zu einer Reise nach Saudi-Arabien, Katar und in die Vereinigten Arabischen Emirate auf. Die Region sei für die Photovoltaik sehr interessant, sagte Asbeck. Solarworld plant den Ausbau seiner Siliziumkapazitäten über eine Beteiligung an einem neuen Polysilizium-Werk in den Emiraten.

Ob es auch um ein Projekt in Katar geht, ließ er offen. Der Golfstaat sorgte für Aufsehen. Er will offenbar ein Mega-Solarkraftwerk im Wert von einer Mrd. Dollar bauen. Das Emirat sei für ein solches Projekt in „ernsthaften“ Gesprächen mit ausländischen Interessenten, sagte Schadi Abu Daher, Regionalmanager beim Welthandelszentrum in Doha, der Zeitung „Al Arab“. Mit einem konkreten Plan für das Projekt sei bald zu rechnen. Weitere Einzelheiten nannte er nicht. Dem Vernehmen nach mischt die deutsche Solarbranche bei dem Projekt mit.

Es ist bekannt, dass Katar in die Produktion von Silizium und Wafern einsteigen will. Später soll die Fertigung von Solarzellen und -modulen hinzukommen. Das Milliardenprojekt könnte nach Einschätzung von Fachleuten ein Baustein für diese Strategie sein.

Im Gegensatz zu manchen anderen arabischen Ländern hat Katar aus Sicht von Experten ein ernsthaftes Interesse an der Solartechnik. Und die Branche, die nach goldenen Zeiten nun den harten Preiskampf mit chinesischen Konkurrenten erlebt, sucht neue Absatzmärkte. Das Katar-Projekt sei aber noch in einer sehr frühen Phase, ist zu hören. Auf der Reise mit Westerwelle werde es keine Vertragsunterzeichnung geben, hieß es in Berlin.

Die deutsche Industrie setzt nicht nur auf den Golf. Sie will auch vom gigantischen Wüstenprojekt Desertec profitieren. Darin haben sich bislang 13 Unternehmen zusammengeschlossen, um in der Sahara riesige Wind- und Sonnenkraftwerke für geschätzte rund 400 Mrd. Euro zu bauen. Bis 2012 will die Betreiberfirma DII ihre Geschäftspläne vorlegen.

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