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08.01.2010

14:52 Uhr

Milliardenstreit

Conergy steht kurz vor der Rettung

VonMartin Murphy

ExklusivDer Solarkonzern Conergy steht im Streit um einen Milliardenvertrag mit seinem früheren Partner MEMC vor einer Einigung. Wie das Handelsblatt erfahren hat, sei ein positiver Ausgang der Gespräche sehr wahrscheinlich. Die Einigung ist für Conergy überlebenswichtig, schließlich geht es um einen Milliardenbetrag.

Conergy scheint mit einem blauen Auge davon zu kommen. Quelle: dpa

Conergy scheint mit einem blauen Auge davon zu kommen.

FRANKFURT. Die Verhandlungen mit der Gegenparteien liefen „gut“ und es werde sich „sehr bald“ zeigen, ob eine gütliche Einigung erzielt werden könne, heißt es in einem Schreiben der Conergy-Anwälte an ein US-Gericht. Das Schreiben liegt dem Handelsblatt vor.

Conergy und der US-amerikanische Waferproduzent MEMC hatten im Jahr 2007 einen Vertrag über die Lieferung von Silizium im Wert von bis zu vier Mrd. Dollar geschlossen. Der Rohstoff sollte in der Fabrik in Frankfurt an der Oder zu Solarzellen verarbeitet, die dann in Module eingebaut werden. Da die vereinbarten Preise aus heutiger Sicht deutlich zu hoch sind, drohte aus dem Vertrag ein hohes wirtschaftliches Risiko.

Da das Hamburger Unternehmen den Vertrag mit MEMC im Nachhinein wegen angeblichre wettbewerbsbehindernden Vertragsklauseln als unwirksam betrachtet, hatte Conergy im Frühjahr 2009 Klage vor einem New Yorker Bezirksgericht eingereicht. Die in dem Vertrag vereinbarten Zahlungen stellte der Konzern ein.

Seit vergangenem Herbst versuchen die beiden Unternehmen außergerichtlich eine Einigung zu erzielen und machten dabei gute Fortschritte, wie sich an dem Schreiben der Conergy-Anwälte zeigt. Zudem hat MEMC bereits eine Gegenklage gegen Conergy fallen gelassen.

Nach Einschätzung von Branchenbeobachtern stehen die Chancen gut, dass der Vertrag aufgelöst oder neue Konditionen festgelegt werden können. Denn auch andere Unternehmen wie Q-Cells konnten bei ihren Lieferanten Nachbesserungen herausschlagen. Conergy äußerte sich nicht zu dem Verfahren.

Die Vereinbarung mit MEMC gilt als Mühlstein um den Hals der Conergy AG. Sollte der Vertrag mit dem Silizium-Lieferanten nicht aufgelöst werden, dann würde sich die finanzielle Lage von Conergy nach eigenen Angaben verschärfen.

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