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19.06.2017

11:53 Uhr

Milliardenübernahme in Lübeck

Perkin-Elmer wollen Diagnosespezialisten Euroimmun kaufen

Für 1,3 Milliarden Dollar will der US-Medizintechnikkonzern das Lübecker Diagnostikunternehmen Euroimmun übernehmen. Perkin-Elmer will so seine Marktposition in asiatischen Raum stärken.

Perkin-Elmer will mit dem Zukauf sein Geschäft im Bereich der Diagnostik von Autoimmunkrankheiten und Allergien ausbauen. dpa

Medizintechnik

Perkin-Elmer will mit dem Zukauf sein Geschäft im Bereich der Diagnostik von Autoimmunkrankheiten und Allergien ausbauen.

FrankfurtDas US-Medizintechnikkonzern Perkin-Elmer will das Lübecker Diagnostikunternehmen Euroimmun für 1,3 Milliarden Dollar übernehmen. Der Deal soll im vierten Quartal dieses Jahres unter Dach und Fach gebracht werden, wie Perkin-Elmer am Montag mitteilte.

Die Amerikaner wollen mit dem Zukauf ihr Geschäft im Bereich der Diagnostik von Autoimmunkrankheiten und Allergien ausbauen und ihre Marktposition in China und anderen Schwellenländern stärken. Euroimmun wurde 1987 gegründet und hat sich auf Test- und Automatisierungssysteme für die medizinische Labordiagnostik spezialisiert. Weltweit beschäftigt das Unternehmen rund 2370 Mitarbeiter, davon 1600 in Deutschland.

Die größten privaten Klinikbetreiber

Rhön-Klinikum

Umsatz 2016: 1,18 Milliarden Euro

Die Rhön-Klinikum AG ging 1989 als erster Klinikkonzern Deutschlands an die Börse, 2016 kam es nach zehn Jahren im MDax zum Abstieg in den SDax. In elf Kliniken arbeiten bundesweit an fünf Standorten 15.000 Menschen für Rhön. Nach einem deutlichen Gewinnrückgang 2016 und schlechten Prognosen für das laufende Jahr, hat der seit Februar 2017 im Amt befindliche Vorstandschef Stephan Holzinger dem Unternehmen einen Spar- und Modernisierungskurs verordnet.

Sana Kliniken

Umsatz 2016: 2,4 Milliarden Euro

Deutschlands drittgrößte private Klinikgruppe ist nicht börsennotiert und besitzt bundesweit 50 Krankenhäuser. Hinter Sana stehen 26 private Versicherungsunternehmen. Nach einer Umsatz- und Gewinnsteigerung 2016 kaufte das Unternehmen Anfang 2017 weitere Kliniken von kirchlichen Trägern zu. Das Unternehmen besitzt auch sechs Seniorenheime, für die allerdings ein Käufer gesucht wird.

Asklepios

Umsatz 2016: 3,21 Milliarden Euro

Der Klinikbetreiber mit Sitz in Hamburg unterhält bundesweit 150 medizinische Einrichtungen. Asklepios ist seit seiner Gründung 1984 kontinuierlich gewachsen, auch 2016 stiegen Umsatz und Gewinn deutlich. Das Unternehmen besitzt drei Luxushotels, darunter seit 2014 das bekannte Hotel Atlantic in Hamburg.

Helios

Umsatz 2016: 5,84 Milliarden Euro

Die Tochter des Gesundheitskonzerns Fresenius besitzt mittlerweile 112 Kliniken in Deutschland und ist einer der größten Gesundheitsdienstleister Europas. Das Unternehmen wurde in der Vergangenheit wiederholt von Arbeitnehmerverbänden und Gewerkschaften vor allem wegen schlechter Lohnbedingungen kritisiert. 2016 berichtete die Recherchesendung „Team Wallraff“ von schlechten Hygienezuständen und chronisch überarbeiteten Mitarbeitern. Nach einem deutlichen Gewinnsprung im ersten Quartal hat Helios seine Jahresprognose für das Geschäftsjahr 2017 nach oben korrigiert.

In den vergangenen fünf Jahren konnte die Gesellschaft nach Angaben von Perkin-Elmer ihre Umsatz um durchschnittlich 19 Prozent steigern und erwartet für dieses Jahr Erlöse von rund 310 Millionen Dollar. Euroimmun vertreibt seine Produkte in mehr als 130 Ländern und erzielt rund 45 Prozent seines Erlöses in China.

Von

rtr

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