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19.03.2013

17:53 Uhr

Milliardenüberschuss

Porsche Holding entdeckt den Mittelstand

Mit einem Milliardenüberschuss hat die Porsche Holding das Geschäftsjahr beendet. Nun soll der Gewinn in mittelständische Unternehmen investiert werden. Der VW-Anteilseigner sucht Beteiligungsobjekte.

Die Zentrale des Sportwagenherstellers Porsche in Stuttgart-Zuffenhausen. dpa

Die Zentrale des Sportwagenherstellers Porsche in Stuttgart-Zuffenhausen.

FrankfurtDer größte VW -Eigner Porsche macht seinen Anteilseignern wenig Hoffnung auf weiterhin reichlich sprudelnde Ausschüttungen. Die den Aktionären für das vergangene Geschäftsjahr vorgeschlagene Dividende von gut zwei Euro je Anteilsschein sei "üppiger" ausgefallen als es die Ertragslage zulasse, sagte Finanzchef Hans Dieter Pötsch am Dienstag auf der Bilanzpressekonferenz der Finanzholding Porsche SE in Stuttgart. Damit solle die "Loyalität" der Anteilseigner belohnt werden, zu denen neben Investmentfonds und Kleinanlegern vor allem die Familien Porsche und Piech sowie das Emirat Katar gehören.

Die vorgeschlagene Zahlung von 2,01 Euro für die Vorzugsaktien und von 2,004 Euro für die Stammaktionäre sei ein Ausreißer nach oben. Porsche wolle künftig die jeweils zufließenden Kapitalmittel abzüglich der Kosten für den Holding-Betrieb an die Anteilseigner auszuschütten.

2012 hatte die Finanzholding mit nur knapp drei Dutzend Beschäftigten allein aus der VW-Beteiligung umgerechnet rund 1,70 Euro je Aktie verdient. Auch im laufenden und im kommenden Jahr kalkuliert Finanzchef Pötsch dank der Beteiligung an VW in Höhe von knapp einem Drittel des Gesamtkapitals jeweils mit einem Nachsteuergewinn in Milliardenhöhe, der rechnerisch eine Dividende von rund drei Euro möglich machen würde. Das operative Fahrzeuggeschäft mit der Automarke Porsche hat die Holding im vergangenen Jahr an VW verkauft und sich damit entschuldet, seitdem hat die Holding kein operatives Geschäft mehr und ist vor allem von den VW-Dividendenerträgen abhängig.

Die Einnahmebasis will das Unternehmen künftig jedoch verbreitern und hält angesichts der mit rund 2,6 Milliarden Euro prall gefüllten Kasse nach Beteiligungen Ausschau. Der "überwiegende" Teil der Nettoliquidität solle in mittelständische Unternehmen im In- und Ausland fließen, sagte Vorstandschef Martin Winterkorn, der neben der Finanzholding Porsche SE auch den Wolfsburger Autobauer VW führt.

Wegweiser durchs Klagedickicht bei Porsche/VW

Landgericht Braunschweig

Dort hingen fünf Klagen von Anlegern an, von denen das Gericht inzwischen zwei zugunsten von Porsche abgewiesen hat. Sie richteten sich gegen die Porsche-Holding PSE. Die übrigen drei Verfahren, bei denen die Klagesumme mehrere Milliarden Euro beträgt und zum Teil auch die Volkswagen AG betroffen ist, sollten 2013 verhandelt werden.

Eine Klage verwies das Landgericht im Juni 2013 an das Kartellgericht in Hannover, da die Kläger argumentiert hatten, Porsche habe mit einer Bank ein Kartell gebildet, um den Markt für die VW-Stammaktien zu kontrollieren.

Wie im Oktober 2012 bekannt wurde, kam zwischenzeitlich noch eine Klage auf 213 Millionen Euro Schadenersatz hinzu. In diesem Fall haben Anwälte zunächst Zeit für Stellungnahmen.

USA

Die milliardenschweren Forderungen von Fondsgesellschaften in den Vereinigten Staaten laufen in zwei getrennten Fällen. Auf bundesstaatlicher Ebene wurde darum gerungen, ob US-Gerichte überhaupt zuständig sind. Dabei hatte die PSE in erster Instanz gewonnen. Die Gegenseite hatte Berufung eingelegt – im März 2013 zogen einige Kläger die Berufung zurück. Auch vor einem New Yorker Gericht standen Fragen der Zuständigkeit im Mittelpunkt, dort hatte die Porsche-Dachgesellschaft zwar in erster Instanz eine Niederlage erlitten, in zweiter Instanz wurde die Klage allerdings abgewiesen.

Stuttgart 1

Die Staatsanwaltschaft ermittelte gegen frühere Porsche-Manager, darunter Ex-Vorstandschef Wendelin Wiedeking und Finanzchef Holger Härter. Es ging um Kreditbetrug, Untreue und Marktmanipulation. Am Ende mussten sich wegen Kreditbetruges Härter und zwei seiner damaligen Führungskräfte verantworten. Härter wurde Anfang Juni 2013 zu einer Strafe in Höhe von 630.000 Euro verurteilt, kündigte aber Revision an.

Die Staatsanwaltschaft erhob gegen Wiedeking und Härter Mitte Dezember 2012 Anklage wegen Aktienkursmanipulation. Zuletzt wurde bekannt, dass die Behörde auch gegen Aufsichtsräte ermittelt.

Stuttgart 2

Das Oberlandesgericht (OLG) entschied Ende Februar, dass VW-Patriarch Ferdinand Piëch seine Pflichten als Aufsichtsrat der PSE während der Übernahmeschlacht beider Unternehmen verletzte. Das OLG erklärte daher die Entlastung des Kontrollgremiums für das Geschäftsjahr 2008/2009 für nichtig.

Geeignete Beteiligungsobjekte würden derzeit analysiert und geprüft. Im Mittelpunkt stünden die Trendthemen der Automobilindustrie wie Nachhaltigkeit, Ressourcenschonung oder Vernetzung. Der für das Beteiligungsmanagement zuständige Vorstand Philipp von Hagen sagte, er könne noch keine verlässliche Aussage treffen, wann Porsche die bei Banken niedrig verzinsten Gelder abholen und investieren werde. Er arbeite "mit Hochdruck" an dem Thema.

Kommentare (1)

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HoldSE

19.03.2013, 18:55 Uhr

@ SANTOS

was erzählst du fürn quatsch? Porsche ist mit das geilste was ich kenne - und mein nächstes Auto wird wieder ein Porsche sein!

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