Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

16.12.2011

13:12 Uhr

Milliardenumsatz angepeilt

Siemens klammert am grünen Traum

VonAxel Höpner

Der Klimagipfel von Durban ist enttäuschend ausgefallen. Dies könnte das Geschäft mit Umwelttechnologien künftig schwieriger machen. Siemens aber will an den ambitionierten Zielen für sein grünes Portfolio festhalten.

Flaute für die deutsche Windkraftbranche: Die erfolgsverwöhnte Ökostrom-Sparte hat im vergangenen Jahr 19 Prozent weniger neue Kapazität aufgebaut als 2009 und das eigene Branchenziel deutlich verpasst. Insgesamt wurden 2010 nur 1551 Megawatt Windleistung neu installiert, wie der Bundesverband Windenergie mitteilte. dapd

Flaute für die deutsche Windkraftbranche: Die erfolgsverwöhnte Ökostrom-Sparte hat im vergangenen Jahr 19 Prozent weniger neue Kapazität aufgebaut als 2009 und das eigene Branchenziel deutlich verpasst. Insgesamt wurden 2010 nur 1551 Megawatt Windleistung neu installiert, wie der Bundesverband Windenergie mitteilte.

München„Der Markt für grüne Technologien ist da – mit oder ohne Durban“, sagte Siemens-Vorstand Barbara Kux dem Handelsblatt. Branchenexperten sind indes skeptisch. Nach Durban hätten die Staaten weniger Druck, in umweltfreundliche Technologien zu investieren, sagte Theo Kitz, Analyst vom Bankhaus Merck Finck. „Viele haben derzeit ja auch wirklich andere Sorgen.“ Das werde die Geschäfte von Konzernen wie Siemens, ABB oder Schneider mit Umwelttechnologien bremsen.

Siemens sieht sich bei Umwelttechnologien mit einem Portfolio von zuletzt 29,9 Milliarden Euro als Weltmarktführer. Erst 2010 stockte Konzernchef Peter Löscher – damals in einem freundlicheren konjunkturellen Umfeld – die Ziele auf. Bis 2014 soll der Umsatz des grünen Portfolios aus eigener Kraft auf 40 Milliarden Euro steigen. Seit die Aktivitäten der Lichttochter Osram, von der sich Siemens trennen will, nicht mehr hinzugerechnet werden, ist dieses Ziel noch ambitionierter geworden. „Ich bin nach Durban noch skeptischer, ob es erreicht werden kann“, sagte Kitz.

Zukäufe sind vorstellbar

Nötig sind in den kommenden drei Jahren immerhin jährlich Zuwächse von mehr als zehn Prozent. Kux räumt zwar ein, auch das Geschäft mit Umwelttechnologien sei nicht immun gegen einen wirtschaftlichen Abschwung. Doch Siemens halte das 40-Milliarden-Euro-Ziel aufrecht. „Wir arbeiten hart daran, es umzusetzen.“ Schließlich seien Unternehmen und Kommunen gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten daran interessiert, durch Investitionen zum Beispiel die Energiekosten zu senken. Auch im laufenden Geschäftsjahr 2011/12 werde das Umweltportfolio daher wachsen – „und zwar schneller als der Gesamtkonzern“. Zudem seien Zukäufe vorstellbar. „Finanziell haben wir die Ressourcen. Bei Opportunitäten werden wir die Augen nicht verschließen.“

Zum grünen Portfolio zählt Siemens etwa seine Windräder und besonders energieeffiziente Gasturbinen, aber auch Züge und Computertomografen, die weniger Strom verbrauchen als die Vorgänger. Es gibt zwar keine einheitlich verbindlichen Standards, die Beratungsgesellschaft Ernst & Young kontrolliert aber im Auftrag von Siemens die Zusammensetzung des Portfolios. „Einheitliche Standards wären ideal. Das würde zu einer besseren Transparenz führen“, sagte Kux.

Kommentare (6)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

18.12.2011, 21:09 Uhr

http://www.wallstreet-online.de/diskussion/1170963-1-10/oettinger-subventionen-40-atomkraftwerke-2030-europa

Welchen wert haben diese 40 Anlagen ?
Und,welchen wert haben zweifelhaft finanzierte Windparks die nur das grüne gewissen beruhigen sollen ?

Heini

18.12.2011, 22:06 Uhr

Vielleicht sollte die Energiewende auch wieder rückgängig gemacht werden, die ReGIERung hat ja Übung in Wendemanövern, siehe Kernkraft.
Ansonsten geht es noch schneller den Bach runter, und die anderen freuen sich, weil sie uns den Strom liefern. Mir fällt kein höflicher Ausdruck für so viel Dämlichkeit ein.

Account gelöscht!

18.12.2011, 22:33 Uhr

Die Siemens AG ist praktisch tot, denn der Konzern wird sein know how in der Kerntechnik verlieren und damit den Übergang zu den Kernreaktoren der 4. Generation verpassen. Jeder seriöse Maschinenbauingenieur weiß, dass Ökoenergie eine Ablachnummer ist und die Zukunft der Energieversorgung in der Kernkraft liegt. Nicht in Siedewasserreaktoren vom Fukushima-Typ sondern in inhärent sicheren Reaktoren der 4. Generation.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×