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14.10.2014

18:54 Uhr

Milliardenverfahren

Größter Prozess gegen Porsche Holding beginnt

Vor rund sechs Jahren griff die Porsche-Holding PSE nach der Macht bei VW - und scheiterte. Die Anleger sahen sich falsch informiert und zogen vor Gericht. Dort müssen sie zum neuesten Prozessauftakt erstmal nachbessern.

In Hannover treffen sich die Vertreter der beklagten Porsche Automobil Holding SE (l) und die Vertreter der Klägerseite (r) vor dem Landgericht. Gleich sieben internationale Investmentfirmen fordern zusammen fast zwei Milliarden Euro Schadenersatz von der Porsche-Holding PSE. dpa

In Hannover treffen sich die Vertreter der beklagten Porsche Automobil Holding SE (l) und die Vertreter der Klägerseite (r) vor dem Landgericht. Gleich sieben internationale Investmentfirmen fordern zusammen fast zwei Milliarden Euro Schadenersatz von der Porsche-Holding PSE.

HannoverIm Gerichtsmarathon um den Übernahmekampf zwischen Porsche und VW muss die Klägerseite in dem größten Schadenersatzverfahren hierzulande nachbessern. Zum Auftakt des Verfahrens um fast zwei Milliarden Euro am Dienstag im Landgericht Hannover mahnte der Vorsitzende Richter Heinrich-Ullrich Kleybolte Präzisierungen der gewünschten Zeugenliste der klagenden Investmentfonds an.

„Es stellt sich hier die Frage, ob das Benennungen ins Blaue hinein sind“, sagte der Vorsitzende der 18. Zivilkammer. In Hannover geht es um den rund sechs Jahre zurückliegenden Griff nach der Macht bei Volkswagen, an dem die Porsche-Holding PSE am Ende scheiterte. Damals gab es heftige Börsenturbulenzen um VW-Aktien. Seither hat es die PSE mit klagenden Anlegern zu tun, die schwere Mängel in der damaligen Informationspolitik sehen. Mit fast zwei Milliarden Euro verhandeln die Kartellrechtsexperten in Hannover das in der Summe hierzulande größte Schadenersatzverfahren der Prozesslawine. Parallel laufen in Braunschweig eine kaum geringere und weitere kleinere Zivilklagen.

Die Kläger um Anlegeranwalt Josef Broich hatten Dutzende Personen benannt, die sie in Hannover gerne im Zeugenstand hätten. Darunter sind der damalige Vorstand und Aufsichtsrat der PSE, aber auch Banker und Finanzberater. Mit der Liste hat die Kammer aber ein „Plausibilitätsproblem“. Das verdeutlichte Richter Kleybolte mit dem Beispiel einer Sachbeschädigung an einem Auto. „Da kann man dann auch hinterher das Telefonbuch einscannen und sagen: „Einer wird schon als Zeuge dabei gewesen sein““, sagte der Jurist. Klägervertreter Broich gelobte Nachbesserung. Man werde die Liste konkretisieren und die Zusammenhänge mit möglichen Aspekten der Klage genauer verdeutlichen.

Für Kleybolte ist das ein zentraler Aspekt des Verfahrens. „Wenn wir davon überzeugt sind, dass das ein Vortrag ins Blaue hinein ist, dann werden wir das abweisen. Wenn nicht, werden wir die Zeugen hören“, sagte er und legte zur Vorsorge schon einmal Termine für April fest.

Die zehn größten Autohersteller Europas

Platz 10

Nissan

Verkaufte Fahrzeuge: 0,35 Millionen (-2,8 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 9

Toyota

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Toyota und Lexus: 0,43 Millionen (- 2,0 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 8

Daimler

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Mercedes-Benz und Smart: 0,56 Millionen (+5,1 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 7

Fiat Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Fiat, Lancia/Chrysler, Alfa Romeo, Jeep: 0,62 Millionen (- 8 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 6

BMW Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken BMW und Mini: 0,64 Millionen (+ 0,1 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 5

Ford

Verkaufte Fahrzeuge: 0,75 Millionen (-4,8 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 4

General Motors

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Opel, Vauxhall, Chevrolet, GM: 0,8 Millionen (- 5,6 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 3

Renault Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Renault, Dacia: 0,89 Millionen (+1,8 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 2

PSA Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Peugeot und Citroën: 1,11 Millionen (-10,3 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 1

Volkswagen

Verkaufte Fahrzeuge der Marken VW, Audi, Seat, Skoda: 2,49 Millionen (-2,6 Prozent gegenüber Vorjahr)

Quelle

Zunächst allerdings geht es um eine ganz andere Frage: Die klagenden Investmentfonds forderten eine Aussetzung. Der zivilrechtliche Fall mit dem Aktenzeichen 18 O 159/13 benötige die Pause, um Erkenntnisse aus dem parallel in Stuttgart laufenden strafrechtlichen Verfahren gegen frühere Porsche-Manager abzuwarten. „In der Gesamtschau ergibt sich schon die Notwendigkeit, hier auszusetzen“, sagte Broich. Er vertritt sieben Investmentfonds, die behaupten, zusammen fast zwei Milliarden Euro wegen Informationsmängeln der PSE verloren zu haben. Dabei ging es in der Regel um riskante Wetten auf Aktienkurse.

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