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05.12.2013

16:11 Uhr

Milliardenzukauf

Merck hat Apple im Visier

Mit einem Milliardenzukauf stärkt Merck sein Spezialchemie-Geschäft: Der Konzern aus Darmstadt will die britische AZ Electronic Materials übernehmen. Das Kartellamt muss noch zustimmen.

Forschungszentrum von Merck: Der Konzern ist Weltmarktführer bei Flüssigkristallen. dpa

Forschungszentrum von Merck: Der Konzern ist Weltmarktführer bei Flüssigkristallen.

Darmstadt/ FrankfurtDer Pharma- und Chemiekonzern Merck will das hochprofitable Geschäft mit der Elektroindustrie durch eine Milliarden-Übernahme ausbauen. Das Darmstädter Traditionsunternehmen bietet rund zwei Milliarden Euro für die britische Spezialchemiefirma AZ Electronic Materials, die unter anderem Komponenten für Apples iPad liefert.

„AZ passt perfekt zu uns", sagte der sichtlich gut gelaunte Merck-Chef Karl-Ludwig Kley am Donnerstag in Frankfurt. Merck und die ehemalige Hoechst-Tochter AZ, die sich in nächtlichen Verhandlungen auf die Übernahme verständigt hatten, hoffen nach dem Zusammenschluss auf noch mehr Geschäfte mit Elektronikriesen wie Samsung, Sony oder Apple.

„Mit diesem strategischen Schritt stärken wir das Portfolio von Merck, indem wir unser Flüssigkristallgeschäft um ein weiteres hochprofitables Geschäft ergänzen", sagte Kley. Merck ist die weltweite Nummer Eins bei Kristallen, die in Flachbildschirm-Fernsehern, Laptops und Handy-Displays eingesetzt werden.

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Merck hat im zweiten Quartal deutlich mehr verdient. Nach einem Verlust im Vorjahr fährt der Pharma- und Spezialchemiekonzern einen hohen Gewinn ein. Der Grund ist das starke Geschäft mit Flüssigkristallen.

AZ stellt unter anderem Chemikalien für integrierte Schaltkreise her, die in Tablet Computern wie dem iPad sowie in Smartphones, MP3-Spielern oder Spielekonsolen gebraucht werden. AZ passe deshalb sehr gut zu Merck, erklärte DZ-Bank-Analyst Peter Spengler. Die Aktie des Dax-Konzerns schoss um rund sechs Prozent nach oben und war mit Abstand größter Gewinner im deutschen Leitindex.

Merck bietet den AZ-Aktionären 403,5 Pence je Aktie, womit das Unternehmen insgesamt mit 1,6 Milliarden Pfund (1,9 Milliarden Euro) bewertet wird. Hinzu kommen noch AZ-Schulden von gut 200 Millionen Euro, so dass die gesamte Transaktion umgerechnet 2,1 Milliarden Euro schwer ist. Der AZ-Vorstand will seinen Aktionären die Annahme des Angebots empfehlen und seine eigenen Aktien zum vereinbarten Preis verkaufen. AZ-Aktien schnellten um über die Hälfte auf 399 Pence nach oben.

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