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29.02.2012

18:43 Uhr

Milliardenzukauf

Pharmariese Abbott investiert in neuen Wirkstoff

Rund 14 Milliarden Dollar soll der Markt für Arthritis-Bekämpfung wert sein. Der US-Pharmakonzern Abbott greift nun tief in die Tasche, um daran teilzuhaben - und sicherte sich die Rechte an einem neuen Wirkstoff.

Auch die Produktion des Mittels liegt bei Abbott. dpa

Auch die Produktion des Mittels liegt bei Abbott.

Brüssel/AmsterdamDer amerikanische Pharmakonzern Abbott Laboratories greift für den Zukauf eines neuen Arthritis-Medikaments tief in die Tasche. Für bis zu 1,35 Milliarden Dollar sicherte sich der US-Pharmahersteller jetzt von der belgischen Firma Galapagos Rechte an dem Wirkstoff GLPG0634, wie die Unternehmen am Mittwoch mitteilten. Für eine Substanz in der mittleren Entwicklungsphase ist das die bislang teuerste Transaktion ihrer Art. Sie zeigt, welche Bedeutung große Pharmakonzerne dem Behandlungsfeld Arthritis mittlerweile zumessen.

Aktuell wird der Markt für Medikamente gegen die Krankheit auf etwa 14 Milliarden Dollar taxiert. Da die Lebenserwartung in den westlichen Industriestaaten weiter zunimmt, winken den Konzernen in diesem Therapiegebiet hohe Umsätze. Galapagos peilt für seinen Wirkstoff im Jahr 2017 die Markteinführung an.

Der belgischen Firma verhalf die Nachricht zu einem Kursschub: Zeitweise sprang der Kurs der Galapagos-Aktie um 20 Prozent in die Höhe. Abbott-Aktien gaben dagegen leicht um 0,26 Prozent nach.

Galapagos erhält von Abbott zunächst 150 Millionen Dollar vorab. Dazu kommen weitere 200 Millionen Dollar, falls die Substanz die Phase-II-Tests im Behandlungsfeld Arthritis erfolgreich besteht. Dem Unternehmen winken außerdem weitere erfolgsabhängige Meilensteinzahlungen von einer Milliarde Dollar. Darüber hinaus soll Galapagos prozentual zweistellig an den Umsätzen mit dem Medikament beteiligt werden.

Nach Abschluss der Phase-II-Studien soll Abbott für die Weiterentwicklung der Substanz in den großen klinischen Studien der Phase III verantwortlich sein. Auch die Produktion des Mittels liegt bei den Amerikanern. Die Belgier behalten Rechte zur Vermarktung des Präparats in den Benelux-Ländern. Neue Medikamente müssen vor einer Zulassung erst drei Phasen mit klinischen Tests am Menschen bestehen.

Von

rtr

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