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25.07.2012

12:48 Uhr

Millionenverluste

Peugeot plant den Kahlschlag

Die Verluste beim kriselnden Autobauer Peugeot Citroen sind noch einmal angewachsen. Die Franzosen reagieren mit Investitionskürzungen und weiteren Sparmaßnahmen. Nun wird der Ruf nach Staatshilfen laut.

Peugeot Citroen macht im zweiten Quartal mehr als 800 Millionen Euro Verlust. Reuters

Peugeot Citroen macht im zweiten Quartal mehr als 800 Millionen Euro Verlust.

ParisDer krisengeschüttelte französische Autobauer PSA Peugeot Citroen plant Einsparungen über 1,5 Milliarden Euro bis 2015. Dazu sollen die bereits angekündigte Streichung von 8000 Stellen und die angestrebte Schließung eines Werks bei Paris 600 Millionen Euro beitragen, wie das Management am Mittwoch ankündigte.

Zudem sollen die Investitionen um 550 Millionen Euro gekürzt werden. Die Allianz mit dem US-Partner General Motors soll zusätzliche Kostensenkungen von 350 Millionen Euro bringen. Konzernchef Philippe Varin verwies auf die schweren Auswirkungen der Krise in Europa auf das eigene Geschäft. Die neue sozialistische Regierung in Paris hatte den PSA-Sanierungsplan als "nicht akzeptabel" kritisiert und unter anderem verlangt, den traditionsreichen Standort in Aulnay-sous-Bois bei Paris zu erhalten, wo ab 2014 die Produktion eingestellt werden soll.

Die Autosparte schloss das erste Halbjahr mit einem operativen Verlust von 662 Millionen Euro ab. Im Konzern betrug der Nettoverlust 819 Millionen Euro nach einem Gewinn von 806 Millionen vor Jahresfrist. Der Umsatz sank um gut fünf Prozent auf 29,55 Milliarden Euro.

Die größten Autohersteller in Europa

Platz 10

Nissan - 239.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Im Vergleich zum Vorjahr büßen die Japaner Marktanteile ein. Die Zahl der Neuzulassungen schrumpfte um drei Prozent.

Platz 9

Toyota - 295.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Weltweit gehören die Japaner zu den größten Autokonzernen. In Europa stagnieren die Absätze allerdings. Im Vergleich zum Vorjahr wurden ein Prozent weniger Neuwagen verkauft.

Platz 8

Daimler - 349.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Der deutsche Premiumhersteller kann sich freuen: Als einziger Hersteller in der europäischen Top Ten verkauften die Stuttgarter mehr Autos als im Vorjahr. Die Verkäufe legten um ein Prozent zu.

Platz 7

BMW - 421.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Trotzdem kann BMW die Premiumkrone auch in Europa behaupten. Die Münchner verkauften zwar ein Prozent weniger Neuwagen als im Vorjahr - doch das ist immer noch besser als die Konkurrenz.

Platz 6

Fiat - 456.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Die Sorgenfalten von Fiat-Chef Sergio Marchionne dürften zunehmen. Mit einem Minus von 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahr befinden sich die Italiener in einer der tiefsten Absatzkrisen der Unternehmensgeschichte.

Platz 5

Ford - 533.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Auch für den US-Autobauer, dessen größtes Werk in Europa nördlich von Köln liegt, sind die Verkäufe in Europa eingebrochen. 11 Prozent weniger Fahrzeuge wurden an den Mann gebracht.

Platz 4

General Motors - 573.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Die Zahlen sind besorgniserregend. So besorgniserregend, dass zuletzt auch Opel-Chef Karl-Friedrich Stracke gehen muss. In Europa brachen die Verkäufe des US-Riesen im Vergleich zum Vorjahr um 11 Prozent ein.

Platz 3

Renault - 583.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Noch schlimmer trifft es den französischen Autoriesen Renault. Satte 17 Prozent weniger Autos konnten die Franzosen im ersten Halbjahr absetzen. Die Regierung denkt bereits über Staatshilfen für die angeschlagene heimische Autoindustrie nach.

Platz 2

Peugeot/Citroën - 827.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Auch der größte französische Autobauer klagt über Absatzprobleme und kündigte zuletzt an, 8000 Stellen streichen zu wollen. Im ersten Halbjahr schrumpften die Verkäufe um 14 Prozent.

Platz 1

Volkswagen - 1,66 Millionen Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Es ist einsam an der Spitze: Die Wolfsburger deklassieren die Konkurrenz um längen. Im schwierigen europäischen Massenmarkt verliert Volkswagen zwar ein Prozent - doch insgesamt nehmen die Marktanteile zu.

Die Ratingagentur Fitch reagierte prompt und stuft den Autobauer ab: Für Peugeot geht es von BB+ auf BB abwärts.

Angesichts der Krise der französischen Autobauer legt die französische Regierung heute ihren Plan zur Unterstützung der Branche vor. In einer Kabinettssitzung in Paris sollen die Hilfen beraten werden. Im Gespräch ist die Förderung von innovativen Modellen wie Hybrid- oder Elektroautos. Insbesondere die deutschen Hersteller könnten durch die neuen Regelungen benachteiligt werden.

Kommentare (5)

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Nachgedacht

25.07.2012, 09:24 Uhr

Wer Schrott baut zu teuren Preisen hat nichts anderes verdient ! Riesige Mängellisten in den Foren und keine Kundenorientierung bzw. Qualitätsmanagement ! Angst vor Rückrufaktionen wegen evtl. schlechtem Image, aber die Käufer im Regen stehen lassen.

Fahrzeuge, die die Welt nicht braucht !

Account gelöscht!

25.07.2012, 09:30 Uhr

Ich würde nie einen Peugot kaufen! Qualität kann man vergessen.

Wie es geht zeigt Kia/Hyundai. Neuerdings gute Qualität bei gutem Preis und hübsch sind die neuen Modelle auch.

Joe

25.07.2012, 11:22 Uhr

Das ist halt Marktwirtschaft, aber die Regierung in Paris wird es schon richten...
Da sollte das Managment mal hinterfragt werden!!!

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