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27.01.2009

12:47 Uhr

Mischkonzern

Siemens-Aktionäre kritisieren Gehalts-Erhöhung

Peter Löscher, Chef von Siemens, verdiente im vergangenen Jahr knapp zehn Millionen Euro. Angesichts der Wirtschaftskrise und eines deutlichen Stellenabbaus mahnen Aktionäre zu mehr Bescheidenheit. Zuvor hatte Siemens seine Quartalszahlen vorgelegt. Die fielen überraschend gut aus und selbst der unsichere Ausblick konnte Börsianer nicht erschüttern.

Siemens-Chef Peter Löscher kann gute Zahlen vorweisen. Foto: ap ap

Siemens-Chef Peter Löscher kann gute Zahlen vorweisen. Foto: ap

ax/HB MÜNCHEN. Die Siemens-Aktionäre haben die Unternehmensführung für die Aufarbeitung des milliardenschweren Schmiergeld-Skandals gelobt. "Wir sind alle erleichtert, die Verhandlungen sind gut gelaufen", sagte Daniela Bergdolt von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz am Dienstag auf der Siemens-Hauptversammlung in München. "Gut, dass wir soweit gekommen sind, denn nun erfordert die Weltwirtschaftskrise die gesamte Aufmerksamkeit."

Kritisch sieht Bergdolt allerdings das hohe Einkommen für Siemens-Chef Peter Löscher, der im vergangenen mit einem Einkommen von fast zehn Mio. Euro zu den Spitzen-Verdienern in der deutschen Industrie zählte. Angesichts von Weltwirtschaftskrise, Konzernumbau und der Streichung tausender Arbeitsplätze bei Siemens wäre "etwas mehr Bescheidenheit" angebracht gewesen, sagte die Aktionärsschützerin an die Adresse Löschers.

Siemens-Aufsichtsratschef Gerhard Cromme hatte zuvor die geplante Anhebung der Vergütungen für das Kontrollgremium verteidigt. "Wir haben den Rat externer Experten hinzugezogen und im Vorfeld zahlreiche Gespräche mit unseren großen Investoren geführt, die mit überwiegender Mehrheit unseren Vorschlag unterstützen", erklärte Cromme am Dienstag auf der Siemens-Hauptversammlung. Gegen eine Erhöhung der Bezüge machen die Siemens-Belegschaftsaktionäre Front, die das Vorhaben mit einem Gegenantrag stoppen wollten.

Wesentliche Veränderung sei, dass die Arbeit in den Ausschüssen höher vergütet werde, sagte Cromme. "Nach dem bisherigen Vergütungssystem bekommt der Aufsichtsrat für das abgelaufene Geschäftsjahr 3,3 Mio. Euro, nach dem neuen System wären es nur drei Mio. Euro gewesen. Das spricht für sich", sagte er. Nach Berechnungen der Belegschaftsaktionäre hätte der Chef-Kontrolleur nach dem neuen Modell für das vergangene Jahr fast 800 000 Euro bekommen und damit mehr als doppelt so viel wie bisher. Diese Zahl sei "völlig aus der Luft gegriffen", sagte Cromme.

Für Peter Löscher begann der offizielle Teil des Tages schon ein wenig früher. Bereits um acht Uhr stand der Siemens-Chef in den Katakomben des Münchener Olympiastadions auf einer kleinen Pressekonferenz Rede und Antwort. Mit kreuzgeradem Rücken wie immer steht der Österreicher im Scheinwerferlicht, im gesetzten blauen Anzug mit orangefarbener Krawatte. Hochkonzentriert ist Löscher, die Anspannung kann er nicht ganz verbergen. Gleich will er den Aktionären auf der Hauptversammlung die neuesten Quartalszahlen erläutern.

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