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06.03.2012

07:09 Uhr

Mission Energiewende

Neuer RWE-Chef Terium hat große Pläne

Quelle:WirtschaftsWoche Online

Die Mission des designierten RWE-Chefs Peter Terium ist klar: Er soll die Energiewende in den Griff kriegen. Dabei könnte Terium durchaus mehr Fortune als Noch-Konzernlenker Jürgen Großmann haben.

Der Lenker und sein Nachfolger: Jürgen Großmann (l), und der designierte RWE-Chef Peter Terium. dpa

Der Lenker und sein Nachfolger: Jürgen Großmann (l), und der designierte RWE-Chef Peter Terium.

DüsseldorfFrüher beliebte Peter Terium zu scherzen, wenn er von dem Essener Energiekonzern RWE sprach. „Über dem RWE-Vorstand kommt nicht viel, vielleicht Beatrix“, sagte der Niederländer gern in Anspielung an die Königin in seiner Heimat. Seitdem Terium vor einem halben Jahr zum künftigen Chef des zweitgrößten deutschen Versorgers gekürt wurde, übt sich der 48-Jährige verbal in Zurückhaltung. Umso aktiver geht der designierte Konzernlenker, der im Juli Jürgen Großmann, 60, ablösen soll, dafür bereits intern ans Werk. „Alles richtet sich nach dem Neuen“, rapportiert ein RWE-Manager überrascht.

Teriums Mission ist klar. Er soll nach dem Willen von Aufsichtsratschef Manfred Schneider die Energiewende – die Abkehr vom Atomstrom – in den Griff kriegen. Sein amtierender Vorgänger hatte in Berlin noch die Verlängerung der Laufzeiten der deutschen Atommeiler erkämpft, seit dem Abschaltbeschluss nach Fukushima vor knapp einem Jahr jedoch fast nur noch mit den wirtschaftlichen Folgen gehadert. Davon will Terium nichts mehr wissen, sondern mit schnell wirkenden Sofortmaßnahmen die Zukunft gewinnen. Lange To-do-Listen führen nicht weiter, so die Vorgabe von Oberaufseher Schneider, der Terium gegen die Kommunen durchsetzte, die mit 25 Prozent die größten Aktionäre sind.

Wo die Reise hingehen soll, zeigt sich seit Montag vorvoriger Woche. Seit diesem Tag lässt Terium in der Rolle des Vizechefs „die zweite Arbeitsebene unter dem Vorstand“ mit dem russischen Versorger Inter Rao verhandeln, so Insider. Die Initiative sei von Rao ausgegangen. RWE-Lobbyisten hätten aber zuvor Signale an den staatlich dominierten Stromkonzern gesandt.

Rao und RWE? Der Kontakt könnte in einen Deal münden: russischen Strom zu moderaten Preisen nach Deutschland zu lenken. Im Gegenzug erhielte Rao vielleicht eine Beteiligung an RWE. So berichten es Unterhändler von Rao jetzt schon.

Denn der russische Riese besitzt in seinem Land das Monopol für den Stromexport, vor allem aus Atomkraftwerken des ebenfalls staatlichen Energiekonzerns Rosatom, der mit 13,4 Prozent einer der großen Rao-Anteilseigner ist. Weitere Großaktionäre sind mit knapp 20 Prozent der staatliche Netzbetreiber FSK sowie mit 15 Prozent der Kreml direkt. Den Rest halten private Investoren und Oligarchen.

Kommentare (1)

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Energieexperte

06.03.2012, 13:05 Uhr

Strom aus Russland nach Deutschland? Über welche nichtvorhandene Leitung, bitte schön? Ach nein, Stromleitungen brauchen ja nur Erneuerbare Energien. Der Strom aus Atomkraftwerken wird "gebeamt". Selten so einen Blödsinn gelesen!

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