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11.05.2016

20:47 Uhr

Mitsubishi und Nissan

Nissan plant Milliarden-Einstieg beim Konkurrenten

Aktuell kämpft Mitsubishi mit den Folgen des Skandals um manipulierte Spritverbrauchstests. Ausgerechnet jetzt will Nissan für rund 1,6 Milliarden 30 Prozent der Anteile des Konkurrenten übernehmen.

Nissan will für rund 1,6 Milliarden Euro 30 Prozent der Anteile von Mitsubishi Motors erwerben. Reuters

Einstieg geplant

Nissan will für rund 1,6 Milliarden Euro 30 Prozent der Anteile von Mitsubishi Motors erwerben.

TokioDer japanische Autohersteller Nissan steht Insidern zufolge vor einem milliardenschweren Einstieg beim heimischen Rivalen Mitsubishi Motors. Geplant sei die Übernahme von 30 Prozent der Anteile, sagten zwei Vertreter beider Konzerne am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters. Damit würde Nissan Mitsubishi Heavy Industries als größten Aktionär des Autobauers ablösen. Nissan wolle für die Beteiligung umgerechnet rund 1,6 Milliarden Euro (200 Milliarden Yen/1,8 Milliarden Dollar) zahlen. Nur Stunden zuvor hatte Mitsubishi Motors erklärt, die Folgen des jüngsten Skandals um manipulierte Spritverbrauchstests finanziell bewältigen zu können. Von der Affäre betroffen waren auch Nissan-Autos.

Die Führungsgremien beider Konzerne wollten am Donnerstag über die Pläne beraten, sagten die Insider. Eine offizielle Stellungnahme gab es zunächst von keiner der beiden Seiten. Die beiden Autobauer waren zuletzt wegen der Test-Manipulationen gemeinsam in die Schlagzeilen geraten: Mitsubishi hatte im April eingeräumt, bei Verbrauchs-Checks für zwei eigene und zwei für Nissan produzierte Modellen geschummelt zu haben. Aufgedeckt wurden die Tricksereien durch Nissan, als der Konzern ein Nachfolgemodell entwickelte.

Falsche Verbrauchsangaben: Skandal bei Mitsubishi weitet sich aus

Falsche Verbrauchsangaben

Skandal bei Mitsubishi weitet sich aus

Mitsubishi soll seit 1991 bei fast allen in Japan verkauften Modellen falsche Verbrauchsangaben gemacht haben. Die finanziellen Folgen für den Konzern sind schwer abzusehen. Nur drei Modelle sollen nicht betroffen sein.

Kurz bevor die Zeitung „Nikkei“ am Mittwoch als Erste über die Einstiegspläne berichtete, hatte Mitsubishi eingeräumt, dass bei weiteren Modellen regelwidrige Untersuchungsmethoden angewendet worden sein könnten. Demnach geraten neun aktuelle Modelle in Verdacht sowie welche, die nicht länger im Handel sind. Die Ermittlungen dauerten an, hieß es.

Mitsubishi betonte, die eigenen finanziellen Ressourcen reichten aus, um die Affäre in den Griff zu bekommen. Wie dem von einem Abgasskandal erschütterten Volkswagen -Konzern drohen Mitsubishi Schadenersatzzahlungen und Strafen. Analysten schätzen, dass der Konzern bis zu eine Milliarde Dollar auf den Tisch legen muss.

Von

rtr

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