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27.03.2014

16:08 Uhr

Modelloffensive von Alfa Romeo

Mit der Power von Ferrari

Alfa Romeo spielt in der Strategie von Fiat-Chef Sergio Marchionne eine zentrale Rolle. Mit neuen Modellen wollen die Italiener den Druck auf die deutschen Premiumkonkurrenten erhöhen - und mit der Hilfe von Ferrari.

Der Alfa Romeo 4C gilt als Vorbote der Modelloffensive der Italiener. dpa

Der Alfa Romeo 4C gilt als Vorbote der Modelloffensive der Italiener.

DetroitFiat-Chef Sergio Marchionne macht Ernst mit seiner Premium-Offensive - und plant den Angriff auf Audi, BMW und Mercedes. Dafür wollen die Italiener eine neue Modelllinie mit heckangetriebene Limousinen und SUVs auf den Markt bringen, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf Unternehmenskreise. Der Clou: unter der Motorhaube der Modelle, deren Markteinführung für 2016 geplant ist, sollen in der High-End-Varianten Motoren verbaut werden, die aus der Entwicklungsabteilung von Konzernschwester Ferrari stammen.

Neue Modelle sind für Alfa dringend notwendig, denn unter Marchionnes Ägide hatten die Verkäufe der Konzernmarke zuletzt mächtig gelitten. Seit seinem Amtsantritt im Jahr 2004 ist der Absatz um 56 Prozent auf 74.000 Exemplare geschrumpft. Allein 2012 mussten die ausgegebenen Absatzziele noch einmal um 40 Prozent nach unten korrigiert werden, weil angekündigte Modelle durch die Krise in Europa doch nicht auf den Markt gebracht wurden. Mit der Erholung des europäischen Markten und der Übernahme von Chrysler soll der sportlichen Tochter von Fiat nun neues Leben eingehaucht werden.

„Das ist die letzte Chance für Alfa Romeo“, sagt Guiseppe Berta, Professor an der Bocconi Universität und früherer Chef des Fiat-Archivs. „Marchionne setzt auf die Zukunft. Um die deutschen Premiummarken zu schlagen, muss er Alfa einzigartig machen. Seine besten Argumenten dafür sind die Ferrari-Motoren und das italienische Design.“

Dafür könnte Alfa sogar bereit sein, sich von seinen Bestsellern trennen, berichtet Bloomberg. Die neuen Versionen der Modelle MiTo und Guilietta, die derzeit noch 99 Prozent aller Verkäufe ausmachen, könnten eingestellt werden. Offiziell will sich Fiat nicht zur Zukunft von Alfa Romeo noch nicht äußern.

Erst im Mai will der italienische Autobauer seine Pläne für Alfa bei einer Präsentation in Detroit vorstellen. Die Wiedergeburt ist eines der Kernelemente der Fusionsstrategie von Fiat und Chrysler. Marchionnes Hoffnung: die Marke, die in den 1960ern einst Klassiker wie den Duetto Spider hervorbrachte, könnte für die Gruppe ein Gewinnbringer werden wie Audi für Volkswagen, weil im Premiumsegment höhere Preise verlangt werden können als für Massenmodelle wie von Chrysler, Fiat oder Dodge. Die Zusammenarbeit mit Ferrari soll dabei helfen.

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