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01.06.2015

13:17 Uhr

Modellstrategie bei Volvo

Die schwedische Erfolgsformel: 90-60-40

Volvo macht es einfach: Die Modellreihen der Schweden sollen entschlackt werden. Das Spitzenmodell XC90 ist Vorbote dieser Strategie und hat einen sehr guten Start hingelegt.

Hakan Samuelsson, Präsident und Vorstandsvorsitzender von Volvo, hat mit dem XC90 einen guten Start hingelegt. dpa

Ein schwedischer Riese auf Erfolgskurs

Hakan Samuelsson, Präsident und Vorstandsvorsitzender von Volvo, hat mit dem XC90 einen guten Start hingelegt.

DüsseldorfWer seine Modellreihen nummeriert, nimmt seinen Kunden schnell den Überblick. Bei Volvo wird darum aufgeräumt. Modellnamen wie S70 könnten dem Großreinemachen zum Opfer fallen: Die neue Größenordnung der Schweden: 90-60-40. Differenziert wird dann nur noch über die Typbezeichnung. S steht für die Limousine, V für den Kombi und XC für SUV.

Die neuen Bezeichnungen sind Teil der Spa-Strategie, mit der die Schweden künftig rentabler arbeiten wollen.. Nein, da fehlt kein R. Spa steht für skalierbare Produkt-Architektur. Gemeint ist eine Gleichteile-Strategie, die in der Branche ihresgleichen suche. 40 Prozent aller Bauteile in Volvo-Modellen sollen künftig identisch sein – und das über alle Baureihen hinweg, unabhängig von der Größe des Fahrzeugs.

Der Riesen-SUV XC90 ist der Vorbote dieser neuen Zeit – und er hat einen blendenden Start hingelegt: Die erste komplett eigenständige Entwicklung unter chinesischer Führung und wurde bisher 30.000 Mal vorbestellt. Bei der deutschen Autoauszeichnung Firmenauto des Jahres, die von 270 Flottenmanagern vergeben wird, verwies der Schweden-Riese in seinem Segment sogar Konkurrenten wie den Audi Q7 auf den BMX X5 auf die Plätze. Auf das  Jahr peilen die Schweden an, den XC90 rund 50.000 Mal zu verkaufen, nächstes Jahr sollen es schon 90.000 Exemplare. Dafür haben die Schweden zuletzt sogar 1.500 neue Mitarbeiter angestellt. Auch der runderneuerte XC60 hat beim Absatz in den ersten Monaten um 19 Prozent zugelegt und macht mittlerweile ein fast ein Drittel der Verkäufe aus.

Erstmals trauen sich die Schweden auch international wieder was zu. Mit 500 Millionen Dollar (rund 450 Millionen Euro) wollen die Schweden nun ein neues Werk in den USA hochziehen. Ab 2018 sollen im Berkeley County, South Carolina,  jedes Jahr bis zu 100.000 Autos vom Band laufen, 4000 Mitarbeiter sollen eingestellt werden. Das neue Werk ist ein weiterer Baustein in der globalen Strategie der Schweden: bis zum Jahr 2020 soll der weltweite Absatz verdoppelt werden. Im Jahr 2014 hatte der Absatz bereits um neun Prozent auf knapp 466.000 Neuwagen zugelegt.

Der neue Mutterkonzern Geely hat den Schweden auch die Tür zum wichtigen chinesischen Markt geöffnet. In drei Werken will Volvo seine Fahrzeuge für den chinesischen Markt produzieren – und so hohe Importkosten vermeiden. Besonders der längere S60 verkauft sich in China immer besser. Mit insgesamt rund 24.000 verkauften Fahrzeugen in den ersten drei Monaten des Jahres haben die Schweden aber auch noch Luft nach oben. Volvo-Chef Samuelsson hatte noch im vergangenen Jahr die Zielmarke von 80.000 für den chinesischen Markt ausgegeben, in fünf Jahren sollen es 200.000 sein.

Damit wollen die Schweden ihrem erklärten Ziel, die weltweiten Verkäufe bis zum Jahr 2020 auf 800.000 Fahrzeuge zu steigern, deutlich näher kommen.

Von

bay

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