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30.10.2012

08:50 Uhr

Modeproduzent

Hugo Boss muss beim Gewinn Abstriche machen

Die Mode von Bekleidungskonzern Hugo Boss bleibt gefragt - doch der Gewinn bröckelt ab. Im dritten Quartal sank das Ergebnis um elf Prozent auf 142,8 Millionen Euro. Trotz Krise verkaufte das Unternehmen aber mehr Mode.

Der Euro-Wechselkurs verlieh Hugo Boss kräftigen Rückenwind. dapd

Der Euro-Wechselkurs verlieh Hugo Boss kräftigen Rückenwind.

StuttgartGute Geschäfte in Amerika und Asien haben dem Modekonzern Hugo Boss über die Krisenstimmung in Europa hinweggeholfen und lassen ein weiteres Rekordjahr in greifbare Nähe rücken. Mit Rückenwind durch vorteilhafte Euro-Wechselkurse kletterte der Umsatz mit Damen- und Herrenbekleidung in den Monaten Juli bis September um fünf Prozent auf 646,3 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Dienstag in Metzingen mitteilte.

Beim Betriebsergebnis musste Hugo Boss im zurückliegenden Quartal hingegen Abstriche machen: Denn das Modehaus liefert statt früher zwei jetzt vier Kollektionen im Jahr an seine Großhandelskunden aus und verteilt diese damit gleichmäßiger über das Jahr. Da ein Großteil der Herbstkollektion bereits im Frühjahr an die Händler verschickt worden war, sank das Betriebsergebnis in den Monaten Juli bis September um elf Prozent auf 142,8 Millionen Euro.

Obwohl Hugo Boss die Krise in Europa - der umsatzstärksten Absatzregion - mit einem Umsatzrückgang im Sommerquartal um drei Prozent auf 398,3 Millionen Euro zu spüren bekam, wischte Vorstandschef Claus-Dietrich Lahrs Zweifel an der Prognose für das laufende Jahr beiseite. "Mit dem Wintergeschäft werden wir im vierten Quartal zu zweistelligem Umsatz- und Ergebniswachstum zurückkehren", versicherte er.

Der Umsatz werde 2012 - ohne Berücksichtigung von Währungseffekten - um bis zu zehn Prozent über dem Vorjahreswert von 2,06 Milliarden Euro liegen. Der operative Gewinn (Ebitda) soll vor Sondereffekten das Vorjahresergebnis von 469 Millionen Euro um zehn bis zwölf Prozent übertreffen. Damit würde Hugo Boss erneut ein Rekordjahr hinlegen und schneller wachsen als der weltweite Premium- und Luxusgütermarkt: Die Unternehmensberatung Bain & Company rechnet für diesen Markt 2012 mit einem Umsatzwachstum um fünf Prozent auf knapp 200 Milliarden Euro.

Hugo Boss konkurriert mit Modemarken wie Ralph Lauren, Burberry oder Tommy Hilfiger. Einige Wettbewerber hatten zuletzt Anzeichen für ein Ende der knapp dreijährigen Boomphase erblickt. Im Gegensatz zu Luxusmarken wie LVMH oder Gucci verzeichnete Hugo Boss im dritten Quartal in China stärkeren Zulauf als im Frühjahr.

Die Zuversicht der Deutschen kommt auch in steigenden Investitionen zum Ausdruck. Der Aktienkurs des mit Herrenmode groß gewordenen schwäbischen Bekleidungskonzerns setzte am Dienstag seine Talfahrt dennoch fort und gab um 1,6 Prozent auf 73,04 Euro nach. Von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt mit einem etwas kräftigeren Umsatzwachstum gerechnet.

Von

rtr

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