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27.06.2012

14:08 Uhr

Modeschauen in Mailand

Italiens Modedesigner fürchten die Krise

Italiens Modedesigner demonstrieren auf den Modeschauen in Mailand Fröhlichkeit. Doch hinter der Fassade wächst die Angst vor der Krise. Davor bewahrt nur ein Weg, sind sich Hersteller sicher.

Sommermode auf der Mailänder Herrenmodeschau: „Im Ausland wachsen wir unheimlich schnell. Aber in der Heimat fallen wir zurück.“ dpa

Sommermode auf der Mailänder Herrenmodeschau: „Im Ausland wachsen wir unheimlich schnell. Aber in der Heimat fallen wir zurück.“

Von Krise ist auf den Mailänder Laufstegen nichts zu spüren. Fröhlich präsentieren sich Armani, Burberry und Roberto Cavalli dem Publikum der Herrenmodewoche, die gestern zu Ende ging. Mehr als 40 große Namen haben den rund 9000 Einkäufern und Experten aus aller Welt gezeigt, was in der kommenden Saison Frühjahr/Sommer angesagt sein wird: Muster, Farben und gute Laune.

Selbst sonst eher klassische Marken wie Salvatore Ferragamo haben sich an mutige Kombinationen aus grellem orange, gelb und blau getraut. Giorgio Armani ließ seine muskulösen Models gestern zum Abschluss im weißen Zweireiher ohne Hemd über figurbetonten weißen Shorts flanieren.

Einigen Designern war sogar noch mehr zum Spaßen zumute. So ließ die italienische Modekönigin Miuccia Prada auf der für Herren bestimmten Veranstaltung Männlein und Weiblein gleichzeitig über den Laufsteg schreiten: Gleicher Stil, flache Schuhe, wenig Silhouette - mit ihrer Unisex-Mode sorgte die Intellektuelle unter den Designern mal wieder für Furore.

Dabei war Prada nicht die einzige Frau, die die Männermodewelt aufhorchen ließ. Mit Jil Sander feierte auch eine deutsche Modekönigin ihr Comeback, als sie am Wochenende ihre eigene Kollektion unter eigenem Label und unter großem Beifall vorstellte. Doch während die Modefans Röcke für die Männer bewegen und Giorgio Armani über kurze Hosen zu hohen Stiefeln im Winter doziert, geht hinter den Kulissen die Angst vor der Krise um. Vor allem auf dem Heimatmarkt und auf vielen europäischen Märkten bricht der Umsatz ein. Eins ist allen klar: Nur wer möglichst weit exportiert, kann sich retten.

"Unsere Kunden sind alle gekommen", stellt Carlalberto Corneliani beruhigt fest, der mit seiner Marke Corneliani die Mailänder Modeschauen am Samstag eröffnet hat. "Bei uns kommen die Einkäufer vor allem aus den USA, aus China und auch einige aus Japan", sagt er. Sein Unternehmen verdankt mittlerweile 75 Prozent des Umsatzes dem Ausland. Noch vor drei Jahren waren es nur 55 Prozent. Während das Geschäft in Europa - mit Ausnahme Deutschlands - nachlässt, legt das außereuropäische Ausland zu.

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

27.06.2012, 15:31 Uhr

""Schon heute gibt es 90 Millionen reiche Verbraucher. In fünf Jahren werden es 190 Millionen sein, ein Drittel davon Chinesen.""

Ja supertoll und wofür sind die Chinesen bekannt? ;) *lach* Nicht für Qualität und shoppen im Ausland, neeeein ;) :D

Account gelöscht!

27.06.2012, 16:16 Uhr

Ich finde es immer wieder beeindruckend, wie viele Menschen sich durch die "Modemacher" beeinflussen lassen. Da setzt das Hirn vieler Konsumenten komplett aus. Die muessen da mitmachen.

Meine bessere Haelfte hat endlos Sonnenbrillen, die so gross sind wie die Windschutzscheiben eines Autobusses. Fuer mich sieht es entsetzlich aus, aber ich komme gegen die "Modemacher" nicht an. Dazu noch diese hohen Schuhe und... Neben mir humpelt ein Autobus im zaghaften Schritttempo...und dazu werde ich noch bei jeder Gelegenheit dazu aufgefordert, Fotos von dieser traurigen "Modemacher-Gestalt" zu machen. Zum Glueck kosten die im Digital-Zeitalter nichts mehr.

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