Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

09.03.2018

13:55 Uhr

Mögliche Abgasmanipulation

Audi kündigt Diesel-Rückrufe an

Audi ruft 200.000 Diesel-Autos zurück in die Werkstatt. Die Software muss nachgebessert werden, weil Software manipuliert wurde.

Zwangsrückruf

„80.000 Wagen betroffen“ – Muss Ihr Audi in die Werkstatt?

Zwangsrückruf: „80.000 Wagen betroffen“ – Muss Ihr Audi in die Werkstatt?

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

IngolstadtAudi-Vorstandschef Rupert Stadler erwartet noch weitere Rückrufaktionen des Kraftfahrtbundesamtes (KBA) für Autos mit Audi-Dieselmotoren. „Es kann zu weiteren Rückrufen kommen“, sagte Stadler am Freitag in Ingolstadt. Für annähernd 200.000 Fahrzeuge stünden noch Prüfungen oder Bescheide aus.

Vorstandsmitglied Bernd Martens, der intern die Aufklärung des Dieselskandals leitet, sagte, es gehe dabei nicht um zusätzliche Fahrzeuge, sondern um weitere Teile innerhalb der angekündigten Größenordnung von 850.000 Einheiten, die - teils freiwillig, teils auf KBA-Anordnung - eine neue Software bekommen sollen.

Audi hatte im Juli 2017 die interne Überprüfung von 850.000 Autos mit Sechs- und Achtzylindermotoren wegen möglicher Abgasmanipulation angekündigt und Nachrüstungen angeboten. Inzwischen seien mehr als 90 Prozent davon überprüft, die Ergebnisse dem KBA gemeldet: Die Hälfte der Motoren sei völlig in Ordnung, bei einem Viertel sei der KBA-Bescheid noch offen, für 156.000 habe das KBA Rückrufe wegen illegaler Abschalteinrichtungen angeordnet, sagte Stadler.

Abgasaffäre: Zwangsrückruf für Audi-Dieselmodelle

Abgasaffäre

Zwangsrückruf für Audi-Dieselmodelle

Das Kraftfahrt-Bundesamt ordnet wegen Verdachts auf eine „unzulässige Abschaltvorrichtung“ einen Zwangsrückruf von zehntausenden Audis an. Bis Anfang Februar muss die VW-Tochter eine Lösung finden.

Für das verbleibende Viertel – rund 210.000 Fahrzeuge – stünden entsprechende Bescheide noch aus. Wie lange die Behörde dafür brauche, könne Audi nicht sagen. „Wir haben selber Auffälligkeiten an Fahrzeugen entdeckt, die wir der Behörde eingereicht haben“, erläuterte Martens. Dabei gehe es um Themen wie „Thermofenster“ oder das Aufheizprogramm des Motors. Die Behörde entscheide, ob eine freiwillige Serviceaktion des Unternehmens ausreiche oder ein Rückruf angeordnet werde. Die Vorstände betonten, Audi arbeite mit dem KBA eng zusammen, stehe in ständigem Austausch und versuche, die Behörde mit allem Material zu versorgen.

Für angeordnete Rückrufe liege Audi aber noch keine Freigabe vom KBA vor. „Beim Kunden ist noch nicht viel angekommen“, sagte Einkaufsvorstand Bernd Martens. Ein Software-Update koste Audi 80 Euro, den Kunden eine halbe Stunde in der Werkstatt. Die neue Software senke den Stickoxid-Ausstoß um 30 Prozent, sagte Stadler. Eine Hardware-Nachrüstung mit Harnstoff-Tank und SCR-Katalysator dagegen würde Milliarden kosten und mit Entwicklung, Erprobung und Zulassung für alle Modelle zwei Jahre dauern.

Ob die 2016 verbuchte Rückstellung von 1,86 Milliarden Euro reicht, sei noch offen. Die Dieselkrise werde Audi noch länger beschäftigen, sagte Stadler und entschuldigte sich erneut bei Kunden, Händlern und Audi-Mitarbeitern. „Wir haben Fehler gemacht, aber auch viel daraus gelernt. Das gilt auch für mich.“

Audi verkaufe 50 bis 55 Prozent seiner Autos als Diesel. In den vergangenen zehn Wochen hätten die Auftragseingänge eher wieder angezogen, sagte Stadler.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×