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03.04.2011

16:30 Uhr

Mögliche Übernahme?

Eigner von Knorr-Bremse kauft Vossloh-Anteile

VonEberhard Krummheuer, Markus Fasse

ExklusivHeinz Herrmann Thiele, Eigentümer und Ex-Chef des Technologiekonzerns Knorr-Bremse, kauft seit Tagen Aktien des Bahnzulieferes Vossloh. Mittlerweile soll er nahe an zehn Prozent sein, wie das Handelsblatt erfuhr.

Im großen Stil hat Heinz-Hermann Thiele offenbar Aktien des Bahnzulieferers Vossloh gekauft. Quelle: dpa

Im großen Stil hat Heinz-Hermann Thiele offenbar Aktien des Bahnzulieferers Vossloh gekauft.

DüsseldorfVossloh ist ein großer Bahnzulieferer und setzt pro Jahr 1,4 Milliarden Euro um. Auch Thieles Knorr-Bremse beliefert die Bahnindustrie und setzt pro Jahr fast vier Milliarden Euro um, vorwiegend mit Lkw- und Zugbremsen. Die Kombination ergäbe ein echtes Schwergewicht in der deutschen Industrielandschaft.

"Privatkäufe von Herrn Thiele"

Thiele selber schweigt. „Das sind Privatkäufe von Herrn Thiele“ heißt es offiziell bei Knorr-Bremse. Bei Vossloh war die Nachricht von Thieles Kauf-Aktivitäten mitten in die Bilanz-Pressekonferenz letzte Woche in Düsseldorf geplatzt. Sichtlich überrascht sagte Vorstandschef Werner Andree, es sei „schmeichelhaft“, dass sich Thiele, „ein honoriger Mann und erfolgreicher Unternehmer“ für den Konzern interessiere.

Über die weiteren Absichten des Neu-Aktionärs herrscht aber nach wie vor Unklarheit, auch wenn es mittlerweile erste Kontakte zwischen Thiele und Vossloh gegeben hat. Noch vor Ostern, so Unternehmenskreise, wolle man zu einem klärenden Gespräch zusammen kommen.

Anteilseigner wissen von nichts

Aus den Banken kommende Gerüchte, Thiele strebe eine Komplett-Übernahme des im M-Dax notierten Unternehmens an, überraschten den Konzern allerdings erneut. Rund 31 Prozent der Aktien liegen in den Händen der Vossloh-Erben. Und die hätten, so Vossloh-Aufsichtsratschef Wilfried Kaiser zum Handelsblatt, nach seinem Eindruck derzeit keine Ambitionen, sich von ihrer profitablen Beteiligung zu trennen.

Das bestätigte Peter Langenbach, Sprecher der Großaktionäre im Aufsichtsrat, dem Handelsblatt. Ohnehin seien die Anteilseigener völlig im Unklaren über Thieles Absichten: "Wir haben bislang überhaupt keinen Kontakt mit ihm gehabt", sagte Langenbach.

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