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07.04.2012

16:31 Uhr

Mögliche Übernahme

Gazprom flirtet heftig mit griechischem Gasversorger

Griechenland will mit dem Verkauf des Gasversorgers DEPA Richtung Russland sein Haushaltsdefizit aufbessern. Jetzt hat der russische Energieriese Gazprom sein Interesse am Staatskonzern bekräftigt.

Gazprom-Zentrale: Moskauer Medien zufolge wollen 17 Interessenten aus zwölf Ländern DEPA übernehmen. dpa

Gazprom-Zentrale: Moskauer Medien zufolge wollen 17 Interessenten aus zwölf Ländern DEPA übernehmen.

MoskauDer russische Energieriese Gazprom hat sein Interesse an einer Übernahme des staatlichen griechischen Gasversorgers DEPA bekräftigt. „Wir sind bereit, einen realistischen Preis anzubieten - keinen übertriebenen“, sagte Gazprom-Vizechef Alexander Medwedew am Samstag in Moskau. Der russische Staatskonzern habe der zuständigen Ministeriumskommission in Athen sein Interesse am Bieterverfahren offiziell mitgeteilt, sagte Medwedew nach Angaben der Agentur Interfax. „Jetzt hoffen wir, uns zu qualifizieren.“ Moskauer Medien zufolge wollen 17 Interessenten aus zwölf Ländern DEPA übernehmen. Deutsche Unternehmen sollen nicht darunter sein.

Gazprom werde nicht für den griechischen Gastransportsystem-Betreiber DESFA bieten, sagte Medwedew. „Falls ein Konkurrent die Gesellschaft übernimmt, fürchten wir uns nicht davor, dass er das South-Stream-Projekt über Griechenland stoppen würde - denn das wäre ein Verbrechen“, sagte der Vizechef. Durch South Stream zwischen Russland und Italien soll Südeuropa ab 2015 mit Erdgas versorgt werden. Das Pipelineprojekt hat einen geschätzten Wert zwischen acht und 25 Milliarden Euro. Griechenland will mit dem Verkauf von Staatsunternehmen sein Haushaltsdefizit verringern.

Von

dpa

Kommentare (17)

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Verbrecher

07.04.2012, 17:41 Uhr

„Falls ein Konkurrent die Gesellschaft übernimmt, fürchten wir uns nicht davor, dass er das South-Stream-Projekt über Griechenland stoppen würde - denn das wäre ein Verbrechen“, sagte der Vizechef.

Da hat der Vizechef wohl etwas zu tief ins Wodka Glas geschaut. Denn erstens: Ist der Satz ein Widerspruch und zweitens wäre das super für Südeuropa, dann wäre es nämlich unabhängig vom russischen Preisdiktat welches Gas überteuert verkauft.

Expetriat

07.04.2012, 17:42 Uhr

Wunderbar! Russland macht es richtig. Russland kauft assets in Griechenland, um seine eigene Position zu staerken. Nichts ist umsonst! Deutschland - wie immer - leiht Geld an die Griechen, ohne es je wieder zu bekommen. Die Deutschen haben nicht 66 Jahre lang Wohlstand erarbeitet, nur um ihn an ein korruptes System zu verschenken. Wacht auf! Lasst Euch nicht durch die Hasstiraden aus den suedlichen Laendern einschuechtern. Es geht hier nur ums Geld! Ich wuenschte mir, dass das deutsche Selnstbewusstsein staerker ist.

fondsberater

07.04.2012, 19:13 Uhr

ach wie toll: wir retten Griechen und die anderen sahnen ab - genauso habe ich mir das irgenwie vorgestellt. Es gab ja auch gar keine Notwendigkeit irgenwelche assets zu verkaufen. Bein nächsten mal: laßt das Griechen-Pack endlich absaufen. Oder viel besser: Kredite nur gegen Hypotheken-Besicherung - so wie das überall üblich ist.

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