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03.04.2011

11:53 Uhr

Mögliche Verlagerung

VW streitet mit Porsche um Panameraproduktion

Porsche will laut einem Medienbericht sein künftiges Panamera-Modell ausschließlich im eigenen Werk in Leipzig bauen. Zulieferer VW könnte ab 2016 Probleme bekommen, wenn die Teilproduktion in Hannover wegfällt.

Wird die nächste Generation komplett in Leipzig gebaut? Spekulationen um die Produktion des neuen Panamera-Modells ab 2016 lassen den Zulieferer VW hellhörig werden. Hier montieren Arbeiter eine Karosse des aktuellen Panamera. Quelle: dapd

Wird die nächste Generation komplett in Leipzig gebaut? Spekulationen um die Produktion des neuen Panamera-Modells ab 2016 lassen den Zulieferer VW hellhörig werden. Hier montieren Arbeiter eine Karosse des aktuellen Panamera.

Stuttgart/Leipzig/HannoverPorsche hat nach Informationen der Branchenzeitung „Automobilwoche“ neue Pläne für die Produktion seiner Luxuslimousine Panamera. Demnach soll im Leipziger Werk des Sportwagenbauers ab 2013 nicht nur der Geländewagen Cajun vom Band laufen, sondern ab 2016 auch komplett die zweite Generation des Sportcoupés Panamera.

Bei Volkswagen machen diese Gerüchte hellhörig, denn sie könnten eine Verlagerung von Produktion aus dem Werk Hannover von Volkswagen Nutzfahrzeuge (VWN) nach Leipzig bedeuten. Bislang liefert Hannover die lackierten Rohkarossen für den Panamera zu. In Leipzig erfolgt die Endmontage.

Volkswagen zeigt sich irritiert

Der VW-Konzernbetriebsrat kritisierte die Pläne umgehend. „Das ist doch eine Gespensterdiskussion. So laufen im Volkswagen-Konzern keine Entscheidungen für Produktvergaben an Standorte“, sagte der Sprecher des VW-Konzernbetriebsrats am Samstag. „Da müssen wohl einige Manager noch ein paar Nachhilfestunden bekommen. Erst einmal muss der Konzernvorstand von Volkswagen konkrete Zusagen für eine Auslastung des Standorts Hannover liefern, bevor man überhaupt über eine Verlagerung der Teilfertigung des Panamera spricht.“

Porsche soll nach einem verlorenen Übernahme-Machtkampf mit Volkswagen als zehnte Marke in den VW-Konzern integriert werden. Porsche und der VW-Konzern arbeiten bereits bei mehreren Modellen zusammen.

Leipzig: Produktion von nur einem Modell lohnt sich nicht

Die Gerüchte passen allerdings zu sonstigen Verlautbarungen aus dem Porsche-Konzern: Mitte März hatte Porsche angekündigt, den neuen Cajun, einen kleinen Geländewagen, in Leipzig zu fertigen. Das Werk soll zu einem Produktionsstandort mit Rohbau und Lackiererei ausgebaut werden. Mindestens 1.000 neue Stellen sollen geschaffen werden. Die fünfte Baureihe der Sport- und Geländewagenschmiede soll voraussichtlich 2013 auf den Markt kommen.

„Eine Erweiterung dieser Größenordnung würde sich für nur ein Modell kaum rechnen“, sagte ein Porsche-Manager der Branchenzeitung mit Blick auf das Werk in Leipzig. „Neben dem Cajun sollte zumindest ein weiterer Typ in Leipzig gebaut werden.“

Bislang wird in Leipzig seit dem Jahr 2002 der Geländewagen Cayenne montiert. Der Panamera wird seit 2009 in Sachsen produziert, die vorgefertigten Teile für die beiden Fahrzeuge kommen aus VW-Werken. Der Cajun soll auf Basis des kleinen Geländewagens Q5 der VW-Tochter Audi entstehen.

Volkswagen kann zur Not umdisponieren

Die „Automobilwoche“ berichtete, für VWN wäre der Wegfall des Panamera-Auftrags kein Problem. „Bis dahin könnten wir ohne Schwierigkeiten ein anderes Projekt aufsetzen, die Beschäftigten müssten sich keine Sorgen machen“, sagte ein VWN-Manager dem Blatt. „Die möglicherweise freiwerdenden Kapazitäten in Hannover könnte unser Unternehmen für die Realisierung der eigenen Expansionspläne gut gebrauchen.“

Der Sprecher des VW-Konzernbetriebsrats dagegen sagte dazu: „Bislang hat der Konzernvorstand von VW in Sachen Auswirkungen Leipzig auf Standorte des VW-Konzerns kein Gesamtkonzept vorgelegt. Und solange sehen die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat von VW auch keine Notwendigkeit, über den Einsatz von VW-Konzerntechnologie im Cajun zu entscheiden.“

Von

dpa

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