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14.02.2017

16:25 Uhr

Möglicher Opel-Verkauf

„Beispiellose Verletzung sämtlicher Mitbestimmungsrechte“

Der deutsche Autobauer Opel könnte bald an Peugeot verkauft werden. Unter Politikern wächst die Sorge um Arbeitsplätze und die Zukunft des Unternehmens. Noch heftiger kritisiert die Gewerkschaft die Verhandlungen.

Übernahmepläne durch Peugeot

„Wir sind die Letzten, die sowas mitbekommen.“

Übernahmepläne durch Peugeot: „Wir sind die Letzten, die sowas mitbekommen.“

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Berlin/WiesbadenBundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD) kritisiert die Verhandlungen des französischen Autobauers PSA Peugeot Citroën mit General Motors über einen Verkauf von dessen deutsche Tochter Opel. Die Gespräche seien ohne Rücksprache mit dem Betriebsrat oder der hessischen Landesregierung geführt worden, sagte Zypries am Dienstag in Berlin am Rande der SPD-Fraktionssitzung. Das sei völlig inakzeptabel. Auch die Bundesregierung sei nicht informiert worden. General Motors stehe in der Verantwortung, insbesondere das Entwicklungszentrum in Deutschland zu belassen.

PSA sowie GM hatten am Dienstag Gespräche über einen Verkauf des GM-Europageschäfts an die Franzosen bestätigt. Zum Europageschäft von General Motors gehören Opel sowie die britische Schwestermarke Vauxhall. Die Konzerne loten verschiedene Möglichkeiten zur Expansion und Kooperation aus, wie es hieß. Es sei jedoch noch ungewiss, ob eine Einigung erzielt werde. Die beiden Autohersteller arbeiten bereits seit 2012 bei verschiedenen Projekten in Europa zusammen.

General Motors: Opel könnte an Peugeot verkauft werden

General Motors

Opel könnte an Peugeot verkauft werden

Peugeot verhandelt über einen Kauf des deutschen Autobauers Opel. Die Gespräche mit dem US-Mutterkonzern General Motors sind bereits fortgeschritten. Analysten reagieren skeptisch: „Aus zwei Lahmen wird kein Gesunder.“

Vertreter der Arbeitnehmer von Opel reagierten ebenfalls verärgert auf die Gespräche. Das wäre eine „beispiellose Verletzung sämtlicher deutscher wie europäischer Mitbestimmungsrechte“, erklärten IG Metall und der Opel-Gesamtbetriebsrat am Dienstag. „Ungeachtet dessen würden wir einen möglichen Verkauf von Opel/Vauxhall an PSA aufgrund der bisherigen Erfahrungen mit PSA vorbehaltlos prüfen.“ Von den Berichten über einen möglichen Verkauf sei man überrascht worden.

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) hofft ebenfalls, dass eine mögliche Übernahme von Opel durch PSA keine negativen Folgen für das Werk in Kaiserlautern hat. Der Autobauer hat in Deutschland außerdem Standorte am Stammsitz Rüsselsheim sowie in Eisenach. Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) erklärte, es sei wichtig, „dass der Standort Rüsselsheim, die hiesigen Arbeitsplätze und das Entwicklungszentrum erhalten bleiben und dass Opel wettbewerbsfähig in einem globalen Markt bleibt“.

Die Autobauer im Vergleich

General Motors

Der US-Konzern hat im vergangenen Jahr 10.008.000 Autos verkauft. Das waren knapp 50.000 Einheiten mehr als 2015. In Europa stieg das Volumen mit den Hauptmarken Opel und Vauxhall um über 30.000 Fahrzeuge auf 1,207 Millionen Stück.
Der Konzernumsatz in Höhe von 166,4 Milliarden US-Dollar (ca. 155,6 Millionen Euro) übertraf zwar das Vorjahresergebnis um 9,2 Prozent, der Gewinn ging jedoch auf 9,4 Milliarden Dollar (-2,7 Prozent) zurück.
Die Hoffnungen der Opel Group, zu der auch die britische Firmenschwester Vauxhall gehört, nach über 15 Jahren wieder die Gewinnzone zu erreichen, erfüllten sich nicht. Das Ergebnis fiel jedoch um rund 600 Millionen Dollar besser aus als 2015. Unterm Strich verblieb aber noch ein Minus von 257 Millionen Dollar.

Opel und Vauxhall

Der deutsche Autobauer und die britische Schwestermarke haben in Europa im vergangenen Jahr rund 1,16 Millionen Autos verkauft. Das entspricht einem Zuwachs von rund 46.000 Fahrzeugen (+4 Prozent) und ist der höchste Wert seit 2011. Der Marktanteil der beiden Marken blieb nahezu unverändert bei 5,73 Prozent.
Zum Anstieg der europaweiten Verkäufe trug vor allem der neue Opel Astra bei. Er stieg mit über 285.000 Neuzulassungen (+25 Prozent) in den vergangenen zwölf Monaten zum meistverkauften Modell des deutschen Autoherstellers auf.
Zwei neue Modelle von Opel, die in diesem Jahr auf den Markt kommen, stammen aus einer Kooperation mit PSA, unter anderem das SUV Crossland X.

Groupe PSA

Der Konzern mit den Marken Citroën, Peugeot und DS hat 2016 Jahr weltweit 3,146 Millionen Autos abgesetzt. Das sind 5,8 Prozent mehr als 2015. In Europa lagen die Verkaufszahlen bei 1,93 Millionen Fahrzeugen (+3,6 Prozent). Peugeot und Citroën steigerten sich dabei um 4,4 bzw. 4,3 Prozent.
2015 hatte PSA erstmals seit fünf Jahren wieder einen Gewinn eingefahren. Der Konzern verbuchte 2015 ein Nettoergebnis von 1,2 Milliarden Euro nach einem Verlust von rund 550 Millionen Euro. Europas zweitgrößter Fahrzeughersteller mit den Marken Peugeot, Citroën und DS verkaufte 2015 Jahr rund drei Millionen Autos.

Opel hat rund 38.200 Mitarbeiter in Europa, davon mehr als die Hälfte in Deutschland. Das Traditionsunternehmen wurde 1862 in Rüsselsheim bei Frankfurt gegründet und 1929 vom US-Konzern General Motors übernommen. GM zöge sich mit einem Verkauf weitgehend aus Europa zurück, wo der Konzern seit Jahren rote Zahlen schreibt.

Auto-Experte Ferdinand Dudenhöffer warnte vor Auswirkungen eines Verkauf an Renault auf die deutschen Arbeitsplätze. „PSA würde natürlich die Kapazitäten überprüfen. Standorte wie Eisenach oder Kaiserslautern wären dann gefährdet“, sagt Dudenhöffer. Auch Stefan Bratzel von der FH Bergisch-Gladbach geht von Sparmaßnahmen im Falle einer Übernahme aus. „Wenn man effizienter wird, steht dahinter der Versuch, dies mit weniger Mitarbeitern zu schaffen“, sagte er dem Hessischen Rundfunk. Es müsse aber keinen Stellenabbau geben, wenn mehr Fahrzeuge verkauft werden könnten.

Nahles über Opel-Übernahme

„Die Priorität ist, die Standorte in Deutschland zu erhalten“

Nahles über Opel-Übernahme: „Die Priorität ist, die Standorte in Deutschland zu erhalten“

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Kommentare (5)

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Herr Knut Schröder

14.02.2017, 16:28 Uhr

"Der deutsche Autobauer Opel könnte bald an Renault verkauft werden...."

Kleiner Fehler es handelt sich um Peugeot nicht um Renault. ;)

Account gelöscht!

14.02.2017, 17:30 Uhr

Mitbestimmungsrechte..Jetzt kommen die Räte und versetzen den Laden den Todesstoß.

Herr Max Marx

14.02.2017, 18:13 Uhr

Was der Besitzer GM macht, geht jeden deutschen Politiker einen Dreck an.
Sobald ein Politiker die Finger im Spiel hat, gibts Chaos ... DB, BER, Flughafen Hahn u. Kassel Kalden. Diese Politversager gehören weg.

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