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29.05.2016

10:59 Uhr

Monsanto

Bayer-Chef verteidigt Übernahmevorstoß

Die Aktie des Bayer-Konzerns hat heftig gelitten, seitdem die geplante Übernahme des Saatgutherstellers Monsanto bekannt wurde. Doch Bayer-Chef Werner Baumann will daran nicht rütteln, sagt er in einem Interview.

Erst seit Ende April ist Baumann der amtierende Vorstandschef von Bayer. AFP; Files; Francois Guillot

Werner Baumann

Erst seit Ende April ist Baumann der amtierende Vorstandschef von Bayer.

FrankfurtBayer-Chef Werner Baumann hat seine umstrittenen Pläne zur Übernahme des US-Saatgut-Konzerns Monsanto verteidigt. „Wir passen gut zusammen“, sagte Baumann im Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. Durch Kooperationen und Lizenzvereinbarungen sei man bereits verbunden.

Bayer habe ein attraktives Angebot für den US-Konzern vorgelegt, dass Monsanto voll bewerte, sagte Baumann. Daher sei er zuversichtlich. Er machte aber auch deutlich, dass bestimmte Konditionen erfüllt werden müssten. „Da bleiben wir konsequent.“

Bayer will Monsanto für 55 Milliarden Euro übernehmen. Der US-Konzern lehnt die Offerte jedoch als zu niedrig ab. Auch beim deutschen Bauernverband, Umweltschützern und in der Politik stießen die Pläne auf Skepsis. Monsanto hat sich als Entwickler des umstrittenen Unkrautvernichters Glyphosat, wegen gentechnisch veränderter Produkte und aggressiver Geschäftspraktiken einen schlechten Ruf erworben.

Der Saatgutkonzern Monsanto

Hersteller

Der US-amerikanische Konzern Monsanto ist einer der weltgrößten Hersteller von – oft auch gentechnisch verändertem – Saatgut sowie Unkrautbekämpfungsmitteln.

Umsatz

Das Unternehmen mit Hauptsitz in St. Louis im US-Bundesstaat Missouri gehört zu den 500 größten börsennotierten in den USA und setzte zuletzt rund 15 Milliarden US-Dollar (gut 13 Mrd. Euro) um. Dabei erzielte Monsanto einen Überschuss von 2,3 Milliarden Dollar.

Mitarbeiter

Weltweit beschäftigt das Unternehmen nach eigenen Angaben knapp 21.200 Menschen, fast die Hälfte davon in den USA. Der Saatgutkonzern ist in 66 Ländern vertreten – auch in Deutschland.

Kritik

Monsanto bezeichnet eine nachhaltige Landwirtschaft als „Kernanliegen“, wird jedoch weltweit von Umweltschutzorganisationen unter anderem für die Herstellung von gentechnisch veränderten Saatgut heftig kritisiert.

Quelle: dpa

Baumann deutete deshalb in dem Interview an, dass die Marke Monsanto verschwinden könnte. „Die Marke Bayer hat weltweit eine hervorragende Reputation und Stahlkraft. Dies gilt es zu nützen“, sagte der neue Bayer-Chef, der erst seit Anfang Mai im Amt ist. Dass sein Vorgänger Marijn Dekkers seinen Abschied vorgezogen habe, habe aber nichts mit den Übernahmeplänen zu tun, sagte Baumann. „Der Termin hat sich rein nach der persönlichen Lebensplanung von Herrn Dekkers gerichtet und nach der Tatsache, dass wesentliche Veränderungen im Unternehmen schneller als gedacht umgesetzt werden konnten.“

Die Bayer-Aktie hatte noch in den ersten Mai-Wochen bei 100 Euro rangiert, liegt mittlerweile aber bei nur noch 85,33 Euro.

Von

rtr

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