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13.09.2016

20:57 Uhr

Monsanto – was ist der Konzern wert?

Die 66-Milliarden-Dollar-Frage

VonSiegfried Hofmann, Thomas Jahn, Bert Fröndhoff

Endspurt im Kampf um Monsanto: Eine Einigung zwischen Bayer und dem US-Agrarkonzern ist greifbar nahe – angeblich will Bayer nun rund 129 Dollar pro Monsanto-Aktie zahlen. Zudem soll die Ausfallprämie auch erhöht werden.

Bayer steht kurz vor Monsanto-Übernahme

Video: Bayer steht kurz vor Monsanto-Übernahme

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Frankfurt/New YorkFür die Aufsichtsräte von Bayer geht es am Mittwoch um eine der wichtigsten Entscheidungen in der Geschichte des Leverkusener Konzerns. Sie beraten über die Übernahme von Monsanto. 65 Milliarden Dollar bietet Bayer bereits, am Ende könnten es noch mehr sein. Eine Einigung ist greifbar nahe. Die beiden Konzerne wollten sich bei einem Preis von rund 129 Dollar je Monsanto-Aktie einigen, erfuhr das Handelsblatt aus Kreisen des Bayer-Konzerns. Zuletzt hatte das offizielle Angebot von Bayer bei 127,50 Dollar gelegen. Das wären nochmal rund 660 Millionen Dollar mehr, also in etwa 66 Milliarden Dollar Gesamtsumme.

Um den Amerikanern die Zustimmung zu erleichtern, habe Bayer zudem die sogenannte Ausfallprämie erhöht: Für den Fall, dass die Kartellbehörden dem Deal nicht zustimmen, wolle Bayer nun über drei Milliarden Dollar (rund 2,7 Milliarden Euro) an Monsanto zahlen, erfuhr die „Rheinische Post“ (Mittwochausgabe) aus Kreisen des Bayer-Konzerns. Zuletzt hatte Bayer erst 1,5 Milliarden Dollar geboten.

Eine der entscheidenden Fragen für die Bayer-Aufseher ist: Was ist der US-Konzern eigentlich wert?

Aktuelle Zahlen und Analysten-Bewertungen geben darauf keine eindeutige Antwort. Klar erscheint nur so viel: Bayer schickt sich an, einen Konzern zu übernehmen, der in den ersten zwölf Jahren des neuen Jahrhunderts als führender Anbieter von genmodifiziertem Saatgut einen enormen Aufschwung erlebte – in dieser Zeit hat er seinen Umsatz fast verdreifacht und den Nettogewinn mehr als verzehnfacht. Seither hat aber die Dynamik deutlich nachgelassen.

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Bayer hat erneut das Angebot für Monsanto erhöht. Schaffen die Leverkusener damit nun den Durchbruch? Und lohnt es sich nun für Anleger, noch schnell bei Monsanto einzusteigen? Die wichtigsten Fragen.

Seit 2013 sind Umsatz, Betriebsgewinn und Ebitda im Grunde nur noch stagniert. Und im Geschäftsjahr 2016, das am 31. August endete, dürften sie deutlich gesunken sein. Für das Gesamtjahr hat die Monsanto-Führung einen Rückgang des ausgewiesenen Gewinns um rund 30 Prozent in Aussicht gestellt, was auf einen Wert von etwa 1,5 Milliarden Dollar hinausläuft. Klammert man Sonderfaktoren wie Restrukturierungskosten aus, zeichnet sich ein Gewinnrückgang um etwa 23 Prozent auf 4,40 Dollar je Aktie oder rund 1,9 Milliarden Dollar ab.

Bayer hat seine Attacke damit geschickt in einer Schwächephase von Monsanto wie auch der gesamten Agrobranche gestartet. Allerdings bedeutet das auch, dass sich die aktuellen Ertragsdaten von Monsanto kaum eigenen, um einen Preis von zuletzt 127,50 Dollar je Aktie zu rechtfertigen, geschweige denn eine noch höhere Bewertung.

Selbst wenn man die sehr ansehnlichen Kurs-Gewinn-Relationen der Konkurrenten Bayer, Dupont und Syngenta zugrunde legt, die derzeit im Schnitt mit etwa 24-fachen des Nettogewinns gehandelt werden, errechnet sich für Monsanto auf Basis der 2016er Ergebnisse nur ein Wert von 36 bis 46 Milliarden Dollar. Das entspräche 80 bis 105 Dollar je Aktie – je nachdem ob man mit offiziellen oder bereinigten Zahlen rechnet. Einschließlich Schulden würde sich ein Unternehmenswert von 45 bis 55 Milliarden Dollar ergeben. Höhere Bewertungen hängen also klar von einer deutlichen Erholung des Geschäfts ab.

Das Meinungsspektrum der Bankanalysten ist in dieser Hinsicht breit gefächert. Ihre Kursziele reichen von 88 Dollar bis 132 Dollar je Aktie, wobei überwiegend bereits eine Übernahme durch Bayer mit gewisser Wahrscheinlichkeit einkalkuliert ist. Im Schnitt liegt die Bewertung der Analysten laut der Nachrichtenagentur Bloomberg aktuell bei 115 Dollar. Vor Bekanntwerden der Übernahmeverhandlungen bewegte sich das Durchschnitts-Kursziel sogar bei nur etwa 100 Dollar je Aktie.

Kommentare (11)

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13.09.2016, 15:36 Uhr

Das Wissen (Patente) und das Vertriebsnetz wird für Bayer interessant sein. Und Saatgut wird immer benötigt. Vor diesem Hintergrund könnte Bayer ein gutes Geschäft beim Kauf von Monsanto machen.

Herr Fritz Yoski

13.09.2016, 15:42 Uhr

Sobald Bayer diesen Verbrecherladen uebernommen hat werden die Klagewellen aus aller Welt gegen Monsanto bzw Bayer laufen.
So bloed fuer dieses Verbrechersyndikat Geld auszugeben kann auch nur eine deutsche Firma sein. Erinnert an die Katastrophale Uebernahme vom Saftladen Chryler durch Mercedes-Benz. Damals hat MB $36 Milliarden fuer den Kauf verbrannt um 9 Jahre spaeter froh zu seien den Muell samt Pensionsverpflichtungen fuer $1 abstossen zu koennen.

Account gelöscht!

13.09.2016, 15:44 Uhr

MONSANTO – WAS IST DER KONZERN WERT?
Die 65-Milliarden-Dollar-Frage
von:
Siegfried HofmannThomas JahnBert Fröndhoff
Datum:
13.09.2016 15:26 Uhr
Gut oder schlecht investiertes Geld? Bayer will mit aller Macht den amerikanischen Saatgut-Hersteller Monsanto übernehmen. Für einige Analysten kommt das hohe Kaufangebot zu früh – vielleicht sogar um Jahrzehnte.

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Gedanken verschwendungen...etwa wie mancher überlegt was man mit 20 Millionen Euro gewinn aus dem Lotto anfangen soll.

:-))))))))))))))))))))))))

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