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24.04.2015

11:40 Uhr

Motorenbauer Deutz

Unternehmen verdiente trotz Umsatzeinbruch mehr

Der Motorenbauer Deutz hat bei Umsatz und Auftragseingang keinen guten Jahresstart hingelegt. Dennoch verdiente das Kölner Traditionsunternehmen mehr. Das lag auch am Wechselkurseffekt von Dollar und Euro.

Der Absatz sank um 17 Prozent auf knapp 37.000 Motoren. dpa

Motoren von Deutz

Der Absatz sank um 17 Prozent auf knapp 37.000 Motoren.

DüsseldorfDer Motorenbauer Deutz hat trotz Umsatzeinbußen zum Jahresauftakt mehr verdient. Neben strukturellen Verbesserungen nannte Vorstandschef Helmut Leube am Freitag positive Wechselkurseffekte als Grund. Aber nicht nur der operative Gewinn (Ebit) des ersten Quartals liegt nach vorläufigen Berechnungen über dem Vorjahreswert; auch netto schnitt der Kölner Traditionskonzern besser ab und schaffte die Rückkehr in die schwarzen Zahlen, wie ein Sprecher erklärte. Die Nachrichten kamen an der Börse gut an: Die im SDax gehandelte Aktie notierte mit 4,41 Euro über drei Prozent im Plus.

Das – traditionell schwächste – erste Quartal sei besser gelaufen als erwartet, kommentierte Jasko Terzic von der DZ Bank. Vor dem Hintergrund sei er erstaunt, dass der Vorstand die Jahresziele nicht angehoben habe.

In den ersten drei Monaten stieg das Ebit auf 10,1 (Vorjahr: 1,9) Millionen Euro. Der Umsatz ging derweil um 7,2 Prozent auf 318,1 Millionen zurück, die Bestellungen um 22,5 Prozent auf 321 Millionen Euro. Der Absatz sank um 17 Prozent auf knapp 37.000 Motoren. Das Geschäft von Deutz gilt als sehr konjunkturanfällig. Eine wirtschaftliche Flaute macht sich umgehend im Verkauf von Motoren für Lastwagen und Bau- oder Landmaschinen bemerkbar.

Die intelligente Fabrik

Forschung in der Smart Factory

Langfristig dürfte die Vision der smarten Technik weit über den Einsatz einzelner Komponenten wie Datenbrillen hinaus gehen. So forschen Dominic Gorecky und seine Kollegen am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in einem Smart Factory-Laboratorium an neuen Technologien und ihrem Einfluss auf die Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine.

Produktionssteuerung per Chip

Produktionsmodule verschiedener Firmen lassen sich wie Legobausteine zu einem beliebigen Produktionsprozess kombinieren: Ein Modul fräst etwa eine individuelle Gravur in eine Platte, das nächste Modul setzt ein spezielles Gehäuse auf, ein anderes führt eine Qualitätskontrolle durch. Jedes Produkt kommuniziert mittels RFID-Kennzeichnung mit den Modulen, welcher Prozessschritt ausgeführt werden soll - die zentrale Steuerung wird damit aufgehoben. Um die Flexibilität von Industrie 4.0-Anlagen voll auszuschöpfen, agiert der Menschen als Manager des Gesamtsystems und trifft im Problemfall relevante Entscheidungen.

Noch lange kein Alltag

Bis zur Realisierung von Industrie 4.0 im Arbeitsalltag mit smarten Produktionsanlagen und mehr Freiräumen für Mitarbeiter dauert es laut Experten noch mindestens zehn Jahre. Eines der Hauptprobleme liegt laut Dominic Gorecky darin, dass sich die verschiedenen Maschinen- und Komponentenhersteller bisher nur schwer auf gemeinsame, offene Schnittstellen einigen können. Diese sind aber nötig, um eine umfassende Vernetzung möglich zu machen

Leube hatte zuletzt angekündigt, 2015 werde ein schwieriges Jahr. Mit Zuwächsen sei erst 2016 wieder zu rechnen. Deutz hatte in den ersten drei Quartalen 2014 viele Motoren verkauft, die sich die Kunden mit Blick auf neue Emissionsvorschriften in der EU auf Lager legten. Leube rechnet daher für 2015 mit einem Erlösrückgang um zehn Prozent und einer moderaten Verbesserung der operativen Umsatzrendite (Ebit-Marge) auf rund drei Prozent. 2014 hatte der Konzern bei einem Umsatz von 1,5 Milliarden Euro eine Ebit-Marge von 0,8 Prozent erzielt. Rückstellungen in Höhe von gut 20 Millionen Euro für Garantien auf 2011 produzierte Motoren schmälerten den Gewinn.

Von

rtr

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