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06.09.2013

18:01 Uhr

Motorenbauer

Deutz verliert Großaktionär

Der traditionsreiche Motorenhersteller Deutz muss sich nach einem neuen Investor umsehen. Großaktionär Same Deutz-Fahr hat die Anteile am Unternehmen verkauft. Die Aktionäre sind davon wenig begeistert.

Beim Motorenhersteller Deutz steigt ein wichtiger Investor aus. dpa

Beim Motorenhersteller Deutz steigt ein wichtiger Investor aus.

Frankfurt DüsseldorfDer italienische Großaktionär Same Deutz-Fahr ist Insidern zufolge beim Motorenbauer Deutz ausgestiegen. Same habe seinen Anteil von 8,44 Prozent zu einem Preis von 6,88 Euro am Markt platziert und damit gut 70 Millionen Euro kassiert, sagte eine mit der Transaktion vertraute Person am Freitag der Nachrichtenagentur Reuters. Der Preis lag am unteren Ende der Angebotsspanne und sechseinhalb Prozent unter dem Schlusskurs vom Donnerstag. Sowohl Same als auch Deutz äußerten sich dazu zunächst nicht. Die Italiener sind seit vielen Jahren ein Großkunde des Kölner Traditionsunternehmens. An der Börse kam die Nachricht nicht gut an. Die Aktie verlor deutlich an Wert.

Same Deutz-Fahr gehört seit 1995 das angestammte Traktoren-Geschäft von Deutz. Über dies beziehen die Italiener Motoren. Der Anteil am Absatz von Deutz beträgt rund fünf Prozent. 2012 hatte der schwedische Lastwagenbauer Volvo den Italienern einen Großteil ihrer Deutz-Beteiligung abgekauft und ist derzeit mit 25 Prozent größter Aktionär des Motorenbauers.

Volvo erklärte am Freitag, mit seiner jetzigen Beteiligungshöhe zufrieden zu sein und das Same-Paket nicht zu erwerben. Mit einem Minus von zweitweise knapp zehn Prozent auf 6,65 Euro waren die Deutz-Aktien größter Verlierer im SDax. "Bye, bye Übernahmefantasie", kommentierte ein Händler. "Oder warum hat Volvo die Aktien nicht gekauft?"

Welche Autostandorte die beste Qualität produzieren

Quelle

In der Studie „European Automotive Survey 2013“ haben die Wirtschaftsprüfer von Ernst&Young 300 europäische Unternehmen der Automotive-Branche befragt, wie sie die Produktqualität der Automobilstandorte bewerten.

Platz 18

Türkei
Nirgendwo wird die Produktqualität schlechter bewertet als in der Türkei. Nur zwei Prozent der befragten Unternehmen halten die Türken für sehr wettbewerbsfähig, 17 Prozent eher wettbewerbsfähig.

Platz 17

Ungarn
Mit Daimler und Audi haben zwei deutsche Hersteller große Werke in Ungarn. In punkto Produktqualität hat das osteuropäische Land enormen Nachholbedarf. Ein Prozent halten die Ungarn in diesem Feld für sehr wettbewerbsfähig, 20 Prozent für eher wettbewerbsfähig.

Platz 16

Indien
Auf Indiens Automarkt regieren die Billigmodelle. Darunter leidet auch die Bewertung der Produktqualität. Vier Prozent bewerten den Standort als sehr wettbewerbsfähig, 22 als eher wettbewerbsfähig.

Platz 15

Polen
Der Nachbar ist ein wichtiger Produktionsstandort für deutsche Autokonzerne, doch die Produktqualität wird nicht sonderlich hoch bewertet. Drei Prozent halten die Polen für sehr wettbewerbsfähig, 23 Prozent für wettbewerbsfähig.

Platz 14

Russland
Die große Wachstumshoffnung in Europa, doch in punkto Produktqualität besteht Nachholbedarf. Drei Prozent halten das Land für sehr wettbewerbsfähig, 23 für eher wettbewerbsfähig.

Platz 13

Slowakei
Die Heimat von VW-Tochter Skoda schneidet in der Bewertung der Produktqualität ebenfalls eher schlecht ab. Drei Prozent halten das Land für sehr wettbewerbsfähig, 24 Prozent für eher wettbewerbsfähig.

Platz 12

China
Als Absatzmarkt ist China für die Hersteller immens wichtig, in der Produktion gibt es offensichtlich noch Probleme. Nur fünf Prozent halten China in punkto Produktqualität für sehr wettbewerbsfähig, 27 für eher wettbewerbsfähig.

Platz 11

Spanien
Auch in Spanien werden derzeit die Autoproduktionen wieder hochgefahren. Sechs Prozent halten das Land in punkto Produktqualität für sehr wettbewerbsfähig, 28 Prozent für eher wettbewerbsfähig.

Platz 10

Brasilien
Einen großen Sprung im Ranking macht das südamerikanische Land (+13 Prozentpunkte). Zuletzt haben mehrere Autokonzerne in Brasilien investiert. Die Produktqualität bewerten sieben Prozent als sehr wettbewerbsfähig, 29 als eher wettbewerbsfähig.

Platz 9

Tschechien
Unter Osteuropas Ländern belegen die Tschechen in punkto Produktqualität einen Spitzenplatz, insgesamt reicht das aber nur fürs Mittelfeld. Vier Prozent halten Tschechien für sehr wettbewerbsfähig, 31 Prozent für eher wettbewerbsfähig.

Platz 8

Italien
Auch wenn die Autoindustrie des Landes leidet, an der Produktqualität in der Heimat von Fiat und Ferrari kommen nur wenige Zweifel aus. Sechs Prozent aller befragten Unternehmen halten das Land in diesem Punkt für sehr wettbewerbsfähig, 34 halten Italien für eher wettbewerbsfähig.

Platz 7

Frankreich
Auch wenn der Mittelfeldplatz anderes vermuten lässt: Auch in punkto Produktqualität sind die Franzosen der große Verlierer des Rankings. Satte 15 Prozentpunkte hat der Standort seit 2011 eingebüßt. Mittlerweile halten nur noch zehn Prozent aller befragten Unternehmen halten das Land für sehr wettbewerbsfähig, 34 für eher wettbewerbsfähig.

Platz 6

England
Das Vereinigte Königreich war einst eine stolze Autonation. In punkto Produktqualität halten die Briten immerhin den Anschluss an die Spitzengruppe. 13 Prozent bewerten die Heimat von Mini und Rolls Royce als sehr wettbewerbsfähig, 35 Prozent als eher wettbewerbsfähig.

Platz 5

USA
Volkswagen feiert in Amerika immer neue Wachstumsrekorde, auch in punkto Produktqualität hat das Land zugelegt. 13 Prozent halten den Standort USA für sehr wettbewerbsfähig, 47 für eher wettbewerbsfähig.

Platz 4

Südkorea
Hyundai und Kia sorgen auf dem europäischen Automarkt für Wirbel. Das liegt auch an der Produktionsqualität der südkoreanischen Konzerne. Der Standort gewinnt im Qualitätsranking satte 22 Prozentpunkte – mehr als jedes andere Land. Für 19 Prozent aller befragten Unternehmen ist das Land sehr wettbewerbsfähig, für 42 Prozent eher wettbewerbsfähig.

Platz 3

Schweden
Auch in der Produktqualität belegt die Heimat von Volvo einen Spitzenplatz. 14 Prozentpunkte haben die Skandinavier im vergangenen Jahr hinzugewonnen. 19 Prozent aller befragten Unternehmen halten Schweden für sehr wettbewerbsfähig, 43 Prozent für eher wettbewerbsfähig.

Platz 2

Japan
Die japanische Autoindustrie hat sich erholt und greift nun wieder nach der Weltspitze – auch in punkto Produktqualität. 28 Prozent bewerten Japan als sehr wettbewerbsfähig, 44 als eher wettbewerbsfähig. Das sind satte 18 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr.

Platz 1

Deutschland
Geht es nach der Einschätzung der europäischen Automotive-Unternehmen ist kein Land in Europa qualitativ hochwertiger als Deutschland. Satte 51 Prozent halten den Standort für sehr wettbewerbsfähig in punkto Produktqualität, 37 bewerten die Deutschen als eher wettbewerbsfähig

Deutz hatte im zweiten Quartal Umsatz und Gewinn gesteigert. Im Gesamtjahr erwartet Vorstanschef Helmut Leube einen Umsatz von mindestens 1,4 Milliarden Euro nach 1,3 Milliarden 2012. Eine Dividende hatte Leube den Aktionären auf der Hauptversammlung im Mai allerdings erst in spätestens zwei Jahren in Aussicht gestellt. Zuletzt hatte der Konzern für das Jahr 2007 eine Gewinnbeteiligung ausgeschüttet. Das Geschäft von Deutz gilt als sehr konjunkturanfällig. Eine wirtschaftliche Flaute macht sich umgehend im Verkauf von Motoren für Lastwagen, Baumaschinen oder Landmaschinen bemerkbar.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

06.09.2013, 20:10 Uhr

Deutz sieht nun irgendwie aus wie ein abgehalftertes Freudenmädchen...wer sich da schon alles die Türklinke in die Hand gegeben hat...und richtig rund liefs dort selten...eher immer am Abgrund...seit Jahrzehnten.

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