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10.05.2012

13:16 Uhr

Motorenbauer

Tognum verbucht deutlich weniger Aufträge

Die Industrie fragt Dieselmotoren weniger nach - und beschert damit dem Motorenhersteller Tognum einen deutlichen Rückgang seiner Aufträge. Der Überschuss des Unternehmens brach um fast 14 Prozent ein.

Die Auftragsbücher von Tognum sind nicht so gut gefüllt wie noch im Jahr 2011. dapd

Die Auftragsbücher von Tognum sind nicht so gut gefüllt wie noch im Jahr 2011.

StuttgartDie Nachfrage der Industrie nach Dieselmotoren hat zu Jahresbeginn nachgegeben und dem Motorenhersteller Tognum einen deutlichen Rückgang beim Auftragseingang beschert. Trotz eines verhaltenen Wachstums der Erlöse musste Tognum im ersten Quartal auch beim Ergebnis kräftige Abschläge wegstecken, wie der seit vergangenem Jahr zu Daimler und Rolls-Royce gehörende Konzern am Donnerstag in Friedrichshafen mitteilte. Der um Sondereffekte bereinigte Überschuss brach um 13,7 Prozent auf 44,3 Millionen Euro ein - obwohl die Auslieferung der Großdieselmotoren für Schiffe, Panzer, Bau- und Schienenfahrzeuge sowie zur Energieerzeugung im Auftaktquartal den Umsatz um 3,6 Prozent auf 685,3 Millionen Euro klettern ließ.

Der Vorstandschef des vom Export abhängigen Investitionsgüterherstellers, Joachim Coers, warnte vor weiteren Rückschlägen bis Ende dieses Jahres: „Vor dem Hintergrund der weiterhin großen Unsicherheit an den Kapital- und Rohstoffmärkten müssen wir im Laufe des Jahres mit Schwankungen in der Nachfrage rechnen.“ Von Januar bis März sank das Volumen der Neuaufträge um 5,6 Prozent auf 772 Millionen Euro. Noch zehrt Tognum vom Auftragsboom des vergangenen Jahres und sitzt auf einem Orderbuch von mehr als zwei Milliarden Euro - das sind rund zwei Drittel des Umsatzes des vergangenen Jahres. Daher ist der Vorstand zuversichtlich, die selbst gesteckten Ziele noch zu erreichen.

Auch wenn ein verlässlicher Ausblick „nur schwer möglich“ sei, werde derzeit für 2012 ein Anstieg des Umsatzes um einen einstelligen Prozentsatz angepeilt, bekräftigte das Management. Im Vorjahr hatte die Firmengruppe um die Traditionsmarke MTU knapp drei Milliarden Euro erlöst. Die um Sondereffekte bereinigte operative Marge werde oberhalb von zehn Prozent liegen, 2011 hatte die Rendite noch 11,6 Prozent betragen. Ein deutlich schwächerer Wechselkurs des Dollar zum Euro könne allerdings einen Strich durch diese Rechnung machen, schränkte der Vorstand ein.

Den Rückgang des operativen Gewinns (Ebit) im Auftaktquartal begründete Konzern mit höheren Ausgaben für die neue, abgasärmeren Motoren-Baureihen, die mit rund fünf Millionen Euro zu Buche schlugen. Die operative Ertragskraft des rund 10.000 Beschäftigte zählenden Unternehmens schmolz daher zu Jahresbeginn um einen vollen Prozentpunkt auf 9,9 Prozent. Die größten Konkurrenten sind Cummins, Caterpillar und Volvo.

Von

rtr

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