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26.08.2011

18:31 Uhr

Motorenbauer

Weg für Tognum-Übernahme ist frei

Die Übernahme des Friedrichshafener Motorenbauers Tognum durch Daimler und Rolls-Royce steht vor dem Abschluss. Die Kartellbehörden räumten jetzt die letzten Hindernisse für das geplante Joint Venture aus dem Weg.

Die neuen Eigentümer wollen Tognum zum Weltmarktführer ausbauen. Reuters

Die neuen Eigentümer wollen Tognum zum Weltmarktführer ausbauen.

Stuttgart/FriedrichshafenDaimler und Rolls-Royce haben von den Wettbewerbshütern Grünes Licht für die gemeinsame Übernahme des Motorenbauers Tognum erhalten. Das teilte der Autobauer am Freitag in Stuttgart mit. Damit steht dem Joint-Venture nichts mehr im Weg und der Abschied der Tognum AG von der Börse ist nur noch eine Formsache. Die für die Übernahme gegründete Holding halte inzwischen rund 96,8 Prozent der Tognum-Anteile, schreibt Daimler. Dementsprechend seien nur noch gut drei Prozent an der Börse. Zuletzt hatten noch die Kartellbehörden in den USA und in China die rund 3,4 Milliarden Euro teure Übernahme geprüft, die nun binnen der nächsten zwei Wochen unter Dach und Fach gebracht werden soll.

Die Aktionäre, die Daimler und dem britische Motorenhersteller ihre Papiere noch nicht angedient haben, können dies noch bis zum 10. November um Mitternacht erledigen. Es winken 26 Euro je Aktie. Die Ausbezahlung wird über die jeweiligen Depotbanken abgewickelt. Tognum-Aktionäre, die ihre Anteile bis zum 20. Juni schon angedient hatten, sollen ihr Geld in den nächsten 14 Tagen erhalten.

Das Tognum-Management hatte sich zunächst gegen die Übernahme gesperrt, weil es den Angebotspreis für zu niedrig hielt. Nachdem die Bieter das Angebot nachgebessert und umfangreiche Arbeitsplatz- und Standortzusagen gemacht hatten, willigte die Unternehmensführung ein, die selbst eine entscheidende Beteiligung an Tognum hielt.

Mit dem Erreichen der 95-Prozent-Hürde hatten Daimler und Rolls-Royce das Recht erhalten, die verbleibenden Aktionäre im Gegenzug für eine Abfindung herauszudrängen („Squeeze-out“) und Tognum schließlich ganz von der Börse zu nehmen.

Die neuen Eigentümer wollen das Friedrichshafener Unternehmen - das unter anderem Motoren für Yachten, Panzer und Lokomotiven sowie Anlagen zur Stromerzeugung und Notstromaggregate herstellt - zu einem weltweiten Marktführer für Industriemotoren weiterentwickeln.

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