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06.01.2011

12:19 Uhr

Motorenhersteller

Deutz schließt die Sanierung ab

VonWolfgang Gillmann

Nach einem schweren Konjunktureinbruch steht der Kölner Motorenhersteller Deutz vor besseren Zeiten. Unter anderem durch die Umstellung von Kurzarbeit auf Drei-Schicht-Betrieb geht es nach dem tiefen Absturz wieder bergauf. Doch obwohl die Auftragseingänge wieder deutlich besser sind, plant Deutz-Vorstandschef Helmut Leube weitere Kostensenkungen.

Deutz-Mitarbeiter bei der Arbeit: Die Finanzierungsprobleme des Motorenherstellers scheinen gelöst. Quelle: dpa

Deutz-Mitarbeiter bei der Arbeit: Die Finanzierungsprobleme des Motorenherstellers scheinen gelöst.

KÖLN. "Wir haben die Sanierung abgeschlossen, die Optimierung aber noch nicht", sagte Deutz-Chef Helmut Leube dem Handelsblatt.

Der Anfang 2008 zu Deutz gekommene ehemalige BMW-Manager hat dem weltweit zweitgrößten konzernunabhängigen Dieselmotorenhersteller - die Nummer eins ist der amerikanische Anbieter Cummins - einen harten Sanierungskurs verordnet. Die Rosskur kostete insgesamt 1 800 Stellen und sparte 136 Millionen Euro ein, rettete das Unternehmen aber vor der Insolvenz.

Obwohl die Auftragseingänge wieder deutlich besser sind, plant Leube weitere Kostensenkungen. Auf das Sparprogramm mit dem Namen "Move" hat der Vorstand das Programm "Move fast" folgen lassen, das weitere 35 Millionen Euro einsparen soll. "Das Programm bedeutet keinen Stellenabbau, bringt aber eine Verbesserung der Margen", sagte Leube. So plant er, den Vertrieb zu stärken und die Standorte zu optimieren. Ob dies auch die drei Kölner Standorte in den Stadtteilen Porz, Deutz und Kalk trifft, wollte Leube nicht sagen. "Derzeit gibt es keine konkreten Pläne", sagte er dazu nur.

So schnell wie der tiefe Absturz gekommen ist, so plötzlich geht es bei Deutz wieder bergauf. "Wir haben in einigen Bereichen in einer extrem kurzen Zeitspanne von nur zwei bis drei Monaten von Kurzarbeit auf Drei-Schicht-Betrieb umgestellt", sagte der Deutz-Chef. Die Prognose für 2010 hat der Vorstand bereits angehoben, auch für 2011 ist Leube optimistisch. Deutz soll wieder mehr als 200 000 Motoren produzieren, 2010 waren es nur 165 000. Der Umsatz soll von 1,2 auf 1,4 Milliarden Euro steigen. Bei maximaler Vollauslastung der Werke und wenn alle Zulieferer mitspielen, sind von der Kapazität her auch 300 000 Motoren pro Jahr möglich.

Damit ist der Stellenabbau bei Deutz erst mal vorbei. Die Zahl von jetzt weltweit knapp 4 000 Beschäftigten soll wieder aufgestockt werden. Jedoch nennt Deutz-Chef Leube keine konkreten Zahlen und denkt überwiegend an befristete Verträge und neue Leiharbeiter.

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