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16.01.2007

08:10 Uhr

Motorenproduzent

Deutz gibt endlich wieder Gas

VonWolfgang Gillmann

Nach jahrelangem Siechtum schaltet der Motorenhersteller Deutz auf Expansion um. Bis zum Jahr 2010 will das traditionsreiche Unternehmen den Umsatz von jetzt rund 1,5 Mrd. auf über zwei Mrd. Euro steigern und dicht an die amerikanische Konkurrenz heranrücken. Ein großes Ziel ist dabei eine stärkere Internationalisierung. Die Weichen hat Deutz bereits gestellt.

Ein Mitarbeiter der Deutz AG schraubt im Deutz-Werk in Köln an einem Motor. Foto: dpa dpa

Ein Mitarbeiter der Deutz AG schraubt im Deutz-Werk in Köln an einem Motor. Foto: dpa

KÖLN. Zum Jahresanfang hat der Motorenhersteller Deutz seine neue Hauptverwaltung im Kölner Stadtteil Porz bezogen. Am traditionsreichen Standort in der Deutz-Mülheimer-Straße fertigt das Unternehmen nur noch kleinere Baureihen. Die Zukunft liegt in Porz, wo Deutz vor kurzem auch ein neues Motorenwerk eröffnet hat. „Die Vergangenheit ist bewältigt. Deutz ist im besten Zustand seit 25 Jahren“, sagt Deutz-Chef Gordon Riske im Handelsblatt-Gespräch. Der Traditionskonzern ist saniert und startet jetzt ein Wachstumsprogramm. Deutz wird für 2007 eine Dividende zahlen – es ist die erste Dividende seit 20 Jahren.

Bis zum Jahr 2010 will Riske den Umsatz von jetzt rund 1,5 Mrd. auf über zwei Mrd. Euro steigern und dicht an den amerikanischen Motorenproduzenten Cummins heranrücken. „Wir haben das Unternehmen auf zwei Geschäftsgebiete konzentriert, die beide außerordentlich wachsen“, sagt Riske. Kompakte Dieselmotoren für den Einsatz in Baumaschinen, stationären Anlagen, in der Landtechnik und in Nutzfahrzeugen einerseits und größere vor allem mit Gas betriebene Motoren zur dezentralen Energieerzeugung andererseits sind die beiden aktuellen Geschäftsgebiete von Deutz. Alles andere hat Riske beendet: Der Anlagenbau wurde verkauft, der Bau von Marinemotoren eingestellt, der Service für dieses Motoren verkauft, die Gießerei geschlossen.

Die Börse hat die Erfolge des seit Anfang 2000 als Chef von Deutz amtierenden Amerikaners honoriert: Die Aktie war 2006 der erfolgreichste Wert im M-Dax. Und immer noch sehen die meisten Analysten Kurspotenzial. „Das Management hat sehr gute Arbeit geleistet“, lobt Ulrich Scholz von Oppenheim.

Ein großes Ziel ist für Riske eine stärkere Internationalisierung. „Wir werden mehr Umsatz und Fertigung und dann auch mehr Personal im Ausland haben“, sagt der Deutz-Chef. Bisher erzielt Deutz knapp 70 Prozent seines Umsatzes in Europa. Einen großen Schritt hat Deutz durch das kürzlich vereinbarte Joint Venture in China getan. Zusammen mit dem Partner FAW will das Kölner Unternehmen jährlich 100 000 Motoren für LKW und Baumaschinen für den chinesischen Markt produzieren. FAW bringt vier Werke in die Kooperation ein, Deutz investiert 60 Mill. Euro und übernimmt die industrielle Führung. „Wir folgen unseren großen Kunden, die bereits alle eine Fertigung in China haben“, begründet Riske das Engagement. Zudem verfügt der große Rivale Cummins bereits über eine Fertigung in dem aufstrebenden Land.

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